Rendez-Vous du Carnet de Voyage, November 2021

Dieses Jahr bin ich wieder nach Clermont-Ferrand zum Rendez-Vous du Carnet de Voyage gefahren.

This year I travelled to Clermont-Ferrand again to visit the Rendez-Vous du Carnet de Voyage.

Der erste Halt auf dem Weg war Köln, zum Frühstück im Starbucks am Hauptbahnhof.

First stop on the was Cologne, breakfast in Starbucks at Main Station.

Auf dem Weg von Paris nach Clermont-Ferrand im IC klemmt mein Gepäck ein wenig und ich bleibe im Vorraum, statt meinen Platz einzunehmen. gut gelaunte Schaffner verkaufen einem Mitreisenden ein Ticket, evtl. mit Gebühr (es gibt Diskussionen, die ich nicht verstehe, aber die Stimmung ist ok …)

On the way from Paris to Clermont-Ferrand in the IC, my luggage jams a bit and I stay in the vestibule instead of taking my seat. good-humoured conductors sell a ticket to a fellow passenger, possibly with a fee (there are discussions that I don’t understand, but the mood is ok …).

Nachdem ich am Abend im Hotel schon ersten Zeichnerkolleg:innen begegnet bin, baue ich am Donnerstag meinen Stand im Polydome auf. Ich stelle die Kanttuschen und das gerade dazu erschienene Buch vor.

On my arrival I already meet first drawing colleagues in the hotel and on the next morning I set up my stand in the Polydome. On this Rendez-Vous I present the Kanttuschen and my book on those .

Am Freitag, dem ersten Tag des Rendez-Vous kommen die Schulklassen und ich zeichne einige Portraits.

Friday, the first day of the Rendez-Vous the school classes come and I draw some portraits.

Ausserdem treffe ich viele lange-nicht-gesehene und neue Freunde. Abends sitze viele davon in der ‘1513 Creperie Grill’, zeichnen sich gegenseitig und schauen dann Skizzenbücher an.

Es folgen zwei weitere Tage des Rendez-Vous: Ich erkläre, notfalls mit Händen und Füssen, oft auch englisch oder deutsch verstehenden Gästen, was ich da so gemacht habe, präsentiere einer (englisch sprechenden) Schulklasse, gehe viel zu wenig andere Stände angucken und am Samstag mit allen Teilnehmern Essen. – Vielen Dank allen Organisatoren, dieses Festival ist toll,

In addition I meet a lot of long-time-not-seen and new friends. In the evening a lot of them sit in ‘Le 1513 Creperie Grill’, sketch each other and than view sketchbooks.

Two more days of the Rendez-Vous follow: I explain, if needed with hands and feet, but quite often english or german speaking visitors, what I am doing, present for an (english speaking) school class, go too rarely on visits to other stands (sorry for that!) and to the big dinner on saturday night. – big thanks to all organizers, this festival is great!

Nachdem wir am Sonntag alle unsere Stände abgebaut haben, gibt es Abends die Abschlussparty im Haus von Tazab. Ich bin das erste mal hier und es ist wunderbar, Freunde, Essen, Musik ….

Das Festival ist zu Ende, aber ich bleibe noch ein paar Tage in Clermont-Ferrand.

After we all have cleared our stands on sunday evening, there is the party at the house of Tazab. I am here for the first time and it is wonderful, friends, food, music …

The festival is finished, but I stay a few more days in Clermont-Ferrand.

Vereinshausbrücke

Zwischen Dernburger Straße, Bahngleiskreuzung und Autobahn ist die Kleingartenkolonie der ‘Eisenbahnlandwirtschaft Sektion Berlin’. Vom südlichen Teil der Kolonie führte die Vereinshausbrücke über die Gleise der S7/S5 hinüber zum Vereinshaus. Zwischen Brücke und dem Haus sind die Hochbete des Westkreuzgartens, an denen ein paar Menschen gärtnern.

Die Skelette von zwei der drei ehemaligen Gleisüberführungen der alten Eisenbahnbrücke, genietete Stahlträge, sind rostrot. Die dritte Überführung ist zum Fußgängerüberweg umgebaut, aber zur Zeit ebenfalls gesperrt. Drunterher fahren die Züge der S7 und S5 in den S-Bahnhof Westkreuz ein und aus, in den Fenstern von dessen oberer Halle sehe ich die Silhouetten der Fahrgäste der Ringbahn.

Between Dernburger Straße, railway crossing and motorway is the allotment garden colony of the ‘Eisenbahnlandwirtschaft Sektion Berlin’. From the southern part of the colony the clubhouse bridge led over the tracks of the S7/S5 over to the clubhouse. Between the bridge and the clubhouse are the raised beds of Westkreuzgarten, where a few people are gardening.

The skeletons of two of the three former overpasses of the old railway bridge, riveted steel supports, are rust red. The third overpass has been converted into a pedestrian crossing, but is currently also closed. Below, the trains of the S7 and S5 enter and leave the S-Bahn station Westkreuz, in the windows of its upper hall the silhouettes of the Ringbahn passengers.

U9

Ich muß in den Wedding (Schlüssel fürs povvera abholen, um dort meine Ausstellung aufzuhängen, deren Eröffnung übrigens Freitag ist)  und bin zu spät dran, um es noch mit dem Rad zu schaffen. Das lasse ich daher am Zoo und gehe ganz runter, zur U9.

I got to go to Wedding (to get the keys of povvera, where I will hang my exhibit, that opens on Friday, by the way) and I am too late, to make it by bike. I leave it at station Zoo and go down to U9 underground line.

In Richtung Norden ist die Bahn voll. Die meisten Fahrgäste gucken auf Telefone oder Bücher. Ein Mann, der zu der Frau mit Kind zu gehören scheint, bekommt mit, dass ich zeichne. Er stellt sich einen Meter vor mich und schaut mich böse an. Ich überlege ob ich sprechen soll, lasse es aber (soll er doch) und zeichne weiter. Nicht ihn, sondern Andere und er geht wieder weg.

Direction north the train is stuffed. Most passengers view phones or books. The man that seems to belong to the woman with child spots me drawing, positions himself in front of me and stares. I wonder if I should talk, but do not (shall he _ ) and keep drawing, not him, but others and he goes away.

Zurück ist es leerer, ein Typ beschäftigt sich gestenreich nachdenkend mit dem Mobilgerät, ein Anderer läßt nur seinen Körper transportieren, sein Geist klemmt zwischen hochwertigen Kopfhörern.

Direction back it is more empty, one guy deals with his device, pensive gesticulating, another one only transports his body, his mind is jammed between high end headphones.

U-Bahn, Samstag

Eine alte Bahn. Kurze Bänke in dem Stück zwischen Tür und Wagenkupplung. Man sieht durch die Fenster neben den verschlossenen Türen in den Nachbarwagen, wie in einen Spiegel, nur die Menschen sind Andere.

On U1 line there are still a lot of old trains, where you cannot walk through between the wagons. Aside of the locked doors there are windows, where you see the other wagon like your own in a mirror. Only people differ.

Im eigenen Wagen wechseln Fahrgäste. Sie begegnen sich kurz in der Tür, nur im Bild sitzen sie nebeneinander.

Fom my own wagon people descend, meeting a person, they than sit aside of, only in my sketch.

Charlottenburg <> Kreuzberg

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Richtung Kreuzberg in der U2. Beim Umsteigen am Gleisdreieck kommt ein dünner Typ mit zwei quergesteppten Daunenjacken übereinander die Treppen zum Bahnsteig der U1 hoch – die untere schwarz und knielang, die oberer kürzer in pixeligem Camouflage-Muster.

In der U-Bahn erklärt er, dass er jetzt schon einige Tage draussen sei und ein wenig Geld brauche, um mal wieder eine Nacht warm zu schlafen, deshalb wäre er nun wieder zur motz, das wäre dann auch irgendwie gut, denn er hätte mal wieder ein paar Leute getroffen. Überhaupt könne er gegen die Leute nichts sagen, da müsse er sogar der motz widersprechen, die gerade die Missstände bei der Kältehilfe anprangere, man müsse vor allem erstmal dankbar sein, bei Leuten, die ohne dass sie was davon hätten helfen, das wolle er vor Allem sagen.

Er geht rum, in der einen Hand eine abgegriffene Ausgabe der motz, die er nicht zum Verkauf anbietet. Ich will ihm was geben, habe aber nur 10 und 20 Cent-Münzen. Der Zug hält. Er will in den nächsten Wagen (auf der U1 fahren noch viel alte Züge, bei denen man nicht zwischen den Wagen durchgehen kann), nimmt meine 40 Cent, mehr gab es nicht in diesem Wagen, und bedankt sich beim Aussteigen überschwänglich.

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Zurück vom Kottbusser Tor ist die U1 sehr voll, ich stehe. Es wird leerer, die Buchleserin links unter mir steht auf, geht zur Tür und steht hinter mir – ich bin nervös. Als ich das letzte mal auf dieser Strecke gezeichnet habe, wollte mich ein Typ deswegen anzeigen – weswegen – ich hätte nicht gefragt. Ich habe ihn gar nicht gezeichnet, aber vielleicht seine Tochter, zumindest eine junge Frau, die gesehen hatte, was ich mache und der es egal war. Er habe mich fotografiert, als Beweis,  ‘Wenn die Zeichnung irgendwo auftaucht, kassieren Sie eine Anzeige’.

Heute sagt die Leserin vor dem Aussteigen etwas Nettes. Schön!

Zug fahren

_in Berliner U-Bahnen, ICE nach Köln und Regionalbahn nach Grevenbroich.

Auf dem Rückweg erreiche ich eine erste Verbindung in Wuppertal nicht, da ein Zug ‘wegen Personen auf dem Gleis in Opladen’ zu spät ist, so fahre ich bahnappvorschlagsgemäß über Solingen nach Dortmund. Unterwegs stehen wir eine Weile auf dunklen Gleisen rum und in Dortmund ist der Zug nach Berlin dann schon weg. Am Info-Stand wird mir freundlich und unkompliziert ein Hotelgutschein ausgehändigt. Es ist 10, und da ich kein Fußball in der Hotelbar gucken will geh ich raus. Es dauert eine Weile, bis ich eine Kneipe finde, auf deren Fernseher irgendwelche Osteuropop-Videos, statt Fußball laufen. Stammgäste und Personal zocken an den Spielautomaten an der Wand, während ich Flaschenbier trinke.

_in Berlin underground trains, Intercity-train to Cologne and regional train to Grevenbroich.

On the way back I miss a connection in Wuppertal cause of ‘people on the rails in Opladen’, so I follow the suggestion of my railway-app and go via Solingen to Dortmund. The train stands a while on dark rails and as I arrive in Dortmund, the train to Berlin is gone. At the info-spot I get – easy and friendly – a coupon for an hotel. Cause I do not want to watch Soccer in the hotels bar I go out. It takes a while till I find a pub, that has east-euro-pop instead of soccer on the TV. Regulars and staff play at the slot machines while I have beer from bottles.