Děčín

Im Park des Děčíner Schlosses stehen unter einem Brückenbogen ein kleiner Trecker und ein Rasenmäher. Ich zeichne und als ich gerade fertig bin erscheint eine Dame in schicker Uniform und Sonnenbrille und inspiziert etwas irritiert mein Tuen. Sie weiß nicht recht, was sie von meinem offenbar wirren Verhalten denken soll – hinter mir ist ein Schloss und ich zeichne einen Trecker – so dass mir ein wenig Zeit bleibt, meinen Kram zu packen, bevor sie mich, langsam entschlossener werdend, weg weißt. Offenbar darf man hier eigentlich keine Trecker zeichnen.

In the park of the Děčíner castle there is a small tractor and a lawn mower under a bridge arch. I draw and just as I am finished a lady in a chic uniform and sunglasses appears and inspects my doing a little irritated. She doesn’t really know what to think of my apparently confused behaviour – behind me is castle and I draw a tractor – so I have a little time to pack my stuff before she sends me away, slowly becoming more determined. Obviously you must not draw tractors here.

Die Schifffahrt auf der Elbe ist eingestellt. Am Dock liegt der Hinterradmotorschlepper ‘Beskydy’. Organisiert vom örtlichen Museum kann man ihn besichtigen. Nachdem wir uns – bestärkt durch den freundlichen Rates eines Anwohners – durch die mit Schranken versehene Einfahrt des Dockgeländes getraut haben kaufen wir unter einem Sonnenschirm an der Kaimauer Eintrittskarten und steigen die Treppe hinunter zum Schiff. In dem Arbeits- und Schlafraum des Kapitäns hängen historische Fotos und eine Dame erklärt in ihrem nur angeblich eingerosteten Deutsch alles. Über dem Schreibtisch gibt es ein großes Portraitfoto von Antonín Zápotocký, der zur Erbauungszeit 1956 tschecheslovakischer Staatspräsident war, in der Holzvertäfelung – mittlerweile Cremeweiß lackiert – sind Klappen, durch die die Antriebswelle gewartet werden kann. Am vorderen Ende der Welle, in einem in der oberen Hälfte verglasten Maschinenraum, erklärt der Betreiber in Badehose und Hemd einem anderen Besucher den großen 12-Zylinder-Motor. Hinten treibt die Welle ein breites Schaufelrad an. Wohl auch wegen dieses Antriebes hat das Schiff nur 90 cm Tiefgang. Es könnte also, so die Dame in der Kajüte, trotz Niedrigwasser eigentlich fahren. Bei normalem Wasserstand schleppt es immer noch Bargen mit Kohlen oder Baumaterial von und bis Magdeburg.

Navigation on the Elbe has been discontinued. At the dock is the rear wheel motor tug ‘Beskydy’. It can be visited, organised by the local museum. After we have dared – encouraged by the friendly advice of a resident – to go through the barriered entrance of the dock area we buy tickets under a parasol at the quay wall and climb down the stairs to the ship. In the captain’s working and sleeping room there are historical photos and a lady explains everything. Above the desk there is a large portrait photo of Antonín Zápotocký, who was Czech President at the time of the ships construction in 1956. The wooden panelling – now painted cream white – has flaps through which the drive shaft can be serviced. At the front end of the shaft, in an engine room glazed in the upper half, the operator, wearing swimming trunks and shirt, explains, the large 12-cylinder engine to another visitor. At the rear, the shaft drives a wide paddle wheel. Probably also because of this drive, the ship has a draught of only 90 cm. So, according to the lady in the cabin, it could actually sail despite the low water level. At normal water levels it still pulls barges of coal or building material from and to Magdeburg.

Im Zoo von Děčín gib es einen Kamtschatkabären. Er ist ziemlich groß – wahrscheinlich um das zu demonstrieren richtet er sich zwischendurch auf die Hinterbeine auf. Ansonsten wirkt er recht sympathisch. Zum Spielen hat er einen schönen alten Autoreifen in seinem Gehege.

In the zoo of Děčín there is a Kamchatka bear. It’s quite big – probably to demonstrate this it stands up on its hind legs in between. Otherwise he looks quite likeable. For playing he has a nice old car tire in his enclosure.

 

 

Kamnitz

Wir laufen von Vysoká Lípa die Kamenice (Kamnitz) bis zur Mündung in die Elbe in Hřensko hinunter. An zwei Abschnitten – der wilden Klamm und der Edmundsklamm – steigen wir in (gut mit Mitwanderern gefüllten) Boote, die von gutgelaunten Bootsführern durch die beeindruckenden Schluchten gestakt wurden. Kurz vor Hřensko finden wir eine Stelle, an der man sich ungestört an den Fluss hocken und ins Wasser schauen kann.

Hochufer

Ich bin zum ersten Mal – für ein Wochenende – auf Rügen. Es ist stürmisch. Vormittags regnet es waagrecht. Unser Ferienhäuschen ist am östlichen Rand des Jasmunder Nationalparkes, am Hochufer. Ein steiler Hang zwischen Hochweg und Ufer ist mit Buchen bewachsen, dazwischen sieht man die Ostsee. Wellen klatschen auf die Felsen am Strand.

I am on the island Ruegen for the first time. It is stormy, in the morning rain falls horizontal. Our holiday house is by the ‘Hochufer’. A steep slope between path and coastside is overgrown by beech trees. Inbetween the baltic sea. Waves splash on the rocks on the beach.

Toter Mantel

Vor dem nördlich der Heerstraße gelegenen Teil des Waldes von Pichelswerder endet ein Bohlensteg von den Tiefwerder Wiesen  im Havelaltarm ‘Toter Mantel’ – das letzte Joch zur vom Wald kommenden Treppe fehlt, ein DIN-A4-Blatt in Schutzfolie bittet um Verständnis, dass der Weg wegen Unfallgefahr gesperrt sei.

Unter dem Bohlensteg faulen Baumstämme im Schlamm, auf dem Wasser ist Entengrütze. Von den Eichen am Ufer fallen Eicheln.

Shortly before reaching the northern part of the forest on ‘Pichelswerder’ a wooden runway coming from the ‘Tiefwerder Wiesen’ ends above the dead stream branch of river ‘Havel’ ‘Toter Mantel’ – the final span before reaching the stairs coming from the forest is missing, a laminated  A4-sheet apologises, that the path is blocked due to danger of accidents.

Underneath the runway logs rot in the mud, water lentil on the water inbetween. Acorns drop from the oaks onto the riverside.

2 mal Wedding

Ich fahre ohne Ziel mit dem Fahrrad rum, gerate an die Panke und fahre flussauf. An der ‘Rückseite’ des Brunnenplatzes sitzen Menschen auf der Ufermauer des schmalen Flusses im Schatten großer Bäume. Gegenüber die Uferhallen, Backstein und Graffiti.

Am Ende der Uferhallen kreuzt die Badstraße die Panke. An der Einmündung der Buttmannstraße teilen sich ein Saftgeschäft und ein Kebapladen Tische auf der Ecke – Gäste trinken Saft zum Kebap, wg. Sonntag wird der Bagger auf der Straßenbaustelle nicht benutzt.

Val de Durance

Wir bleiben noch einige Tage in einem Mobilheimpark an einem kleinen See in der Ebene zwischen den Bergen des Luberon und der Durance. Neben einer verfallenen kleinen Steinhütte ist diese Walnussbaum von Efeu umrankt. Auf einem daneben liegenden Ast sitzen, wie überall auf Zweigen, Gras oder Schilfhalmen, an den höchsten Punkten kleine weiße Schnecken.

Auf dem Campingplatz gibt es eine Bar mit Restaurant – sehr gallisch wirkende Gäste trinken Bier als Aperitif.

Um die nahe vorbeifließende Durance zu erreichen, muß man durch ein mit Weiden und allerlei Gesträuch bewachsenem Uferbereich laufen. Hier ist der Fluss geteilt – auf unserer Seite ist ein schmalerer Nebenarm mit einigen rauschenden Gefällestücken zwischen gestauten Gumpen vom ruhig und breit fließenden Hauptarm durch eine breite Kiesinsel abgetrennt. An der ‘Pont du Cadenet’ – einer modernen Strassenbrücke – sitze ich in deren Schatten an einem Altarm.

In der Ebene wächst überall dieses übermannshohe Schilf.

Abends wird im Barbereich ‘animiert’, wie z.B. mit einem Karaokeabend, der kurz vor Schluß um 12 partyartig eskaliert.

Am letzten Abend setze ich mich bei Sonnenuntergang in eine Wiese in der Ebene, Zikaden machen krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss kr

Ems

An der Ufermauer gegenüber des Schlossparkes liegt dieser Kahn namens “Ems” in der Spree. Vorne auf der Plattform ist ein Kran mit Sitz und auch sonst sieht alles nach Arbeit aus, auch wenn jetzt, um 21:00 keiner mehr da ist.

Passanten fragen mich, ob ich ‘damit’ in irgendeiner Verbindung stehe, sie würden gerne wissen, was hier eigentlich gemacht wird?- ne, würde mich auch interessieren.

Bei der verrichteten Arbeit scheint wohl ernsthaft Gefahr zu bestehen, ins Wasser zu fallen, schließe ich aus der großen Zahl von Rettungsringen in meinem Blickfeld.

Freibadsaison

Am Sonntag ist das Olympiabad trotz warmen Wetters nicht sehr voll. Im großen Becken kann man kollisionsfrei Bahnen schwimmen und am Eis-Kiosk hinter dem Sprungturm sind gerade mal drei Leute vor mir.

On sunday Olympiabad is not crowded, despite of the warm weather. In the big pool one can swim lanes without collisions. At the ice cream place behind the diving platforms there are only three people in the row in front of me.