Rendezvous de Carnet de Voyage 2019

Ich fahre (zum ersten Mal) zum Rendezvous de Carnet de Voyages nach Clermont-Ferrand, um mein Buch ‘Eine Stunde Aufenthalt‘ zu präsentieren. Auf der letzten Etape von Paris wird es dunkel und der Bistrowagen hat Bier.

I drive (for the first time) to the Rendezvous de Carnet de Voyages in Clermont-Ferrand to present my book ‘One hour wait‘. On the last etape from Paris it gets dark and the bistro car has beer.

Ich baue meinen Stand im Polydome auf – den ganzen Tag kommen Schüler der besuchenden Schulklassen und bitten darum, in ihre mitgebrachten Hefte zu zeichnen – ich tinte Portraits. Ein paar wenige davon habe ich fotografiert, bevor die Schüler damit davon zogen.

I set up my stand in the Polydome – all day long pupils of visiting classes come and ask to draw in their notebooks – I ink portraits. I photographed a few of them before the pupils took them with them..

Am zweiten morgen stehe ich früh auf und zeichne den Place de Saufron in der Nähe des Hotels bevor ich wieder ins Polydome gehe. Ansonsten sehe ich Clermont-Ferrand hauptsächlich im dunkeln – ich muß unbedingt mit mehr Zeit wieder her kommen.

On the second morning I get up early and draw the Place de Saufron near the hotel before going to the Polydome again. Otherwise I see Clermont-Ferrand mainly in the dark – I have to come back with more time.

Dort ist mein Stand zwischen denen vieler lange nicht gesehener und neuer Freunde, es gibt wunderschöne Skizzen zu sehen und viele interessante Gespräche mit Besuchern und Kollegen.

Zur Belustigung zieht von Zeit zu Zeit diese Riesenhuhnpuppe mit traditionell bemütztem Männerkopf und einem mit Lautsprecher versehenem menschlichem Partner durch die Halle.

There is my stand between those of many long-time-no-see and new friends, there are beautiful sketches to see and many interesting conversations with visitors and colleagues.

For amusement, from time to time this giant chicken puppet with a man’s head and a human partner with a loudspeaker moves through the hall.

Am Montagmorgen geht es im Zug zurück nach Berlin.

Es war ein faszinierendes Festival – Vielen Dank an Alle!

On Monday morning I board the train back to Berlin.

It was a fascinating festival – many thanks to all!

 

 

Vaalser Berg

Von der Landstraße von Gemmenich nach Vaals zweigt genau auf der Belgisch-Niederländischen Grenze ein Weg den Berg hoch, Richtung Dreiländerpunkt ab. Ich laufe im Regen durch einen dampfenden Wald und setze mich zum Schauen auf einen umgestürzten Baumstamm. Die Blätter der Eichen und Buchen fangen die Regentropfen über meinem Kopf ab, bis immer mal wieder eine Windböe das gesammelte Wasser auf meinen Kopf und mein Skizzenbuch niederprasseln läßt.

Zurück zur Landstrasse sieht man vom Weg am Waldrand über Süd-Limburg und rechts fast nach Aachen.

Kamnitz

Wir laufen von Vysoká Lípa die Kamenice (Kamnitz) bis zur Mündung in die Elbe in Hřensko hinunter. An zwei Abschnitten – der wilden Klamm und der Edmundsklamm – steigen wir in (gut mit Mitwanderern gefüllten) Boote, die von gutgelaunten Bootsführern durch die beeindruckenden Schluchten gestakt wurden. Kurz vor Hřensko finden wir eine Stelle, an der man sich ungestört an den Fluss hocken und ins Wasser schauen kann.

Prag, Juli 2019

Unser Hotel liegt an einer Kreuzung an der Veletržní im Bezirk Prag 7. Auf der Terrasse gibt es Essen und Bier. Nebenan ist der Veletržní Palác, das größte Austellungsgebäude der Tschechischen Nationalgalerie. Sowohl die Architektur (1925-28, Architekten Josef Fuchs und Oldřich Tyl ) als auch die aktuellen Ausstellungen, die wir und angesehen haben (Giacometti und ‘ASA 400: Photographs’) sind ganz wundervoll. Das Gebäude ist riesig und zwischendurch kann man im Erdgeschoss Kaffee trinken:

Our hotel is situated at a crossroads at the Veletržní  in the Prague 7 district. Food and beer are served on the terrace. Next door is the Veletržní Palác, the largest exhibition building of the Czech National Gallery. Both the architecture (1925-28, architects Josef Fuchs and Oldřich Tyl ) and the current exhibitions we have seen (Giacometti and ‘ASA 400: Photographs’) are wonderful. The building is huge and in between you can drink coffee on the ground floor:

In dem Bezirk ‘Prag 7’ gibt es 2 große Parks, den ‘Stromovka’ bei der Messe, mit vielen Bäumen und Teichen, viel Platz zum laufen und spazieren, Planetarium und etwas Strandbarartigen, in die anderer Richtung auf dem Hügel den ‘Letná’ mit Blick auf die Moldau und Alstadt, besonders gut vom ‘Metronom’, (eigentlich ‘Time Machine), 1991 von  Vratislav Karel Novák an der Stelle des 1962 zerstörten Stalin-Denkmals errichtet:

In the district ‘Prague 7’ there are 2 large parks, the ‘Stromovka’ at the fair, with many trees and ponds, lots of space to run and walk, planetarium and a ‘beach bar’, in the other direction on the hill the ‘Letná’ with view to the Vltava and Old Town, especially well from the ‘Metronom’, (actually ‘Time Machine’), built in 1991 by Vratislav Karel Novák at the place of the Stalin monument destroyed in 1962:

Wir besuchen das jüdische Museum in der Altstadt mit dem Shoah-Gedenkstätte in der Pinkas-Synagoge und dem Alten Jüdischen Friedhof.

We visit the Jewish Museum in the Old Town with the Shoah Memorial in the Pinkas Synagogue and the Old Jewish Cemetery.

Mit diversen Straßenbahnfahrten (und einer Fährfahrt über die Moldau) gelangen wir zur ‘Meet Factory‘ – dort gibt es in alter Industriearchitektur zwischen Gleisen und Autobahn mehrere Kunstaustellungen, Konzerte und an diesem Abend Open Air Kino. Bis es dafür dunkel genug ist laufe ich nach nebenan, zu einem Schrottplatz mit alten Locks, Zügen und Lastwagen. Ich zeichne einen rostigen Kipplaster (mutmaßlich ein Tatra 148) durch Zaun und Büsche:

With various tram rides (and a ferry ride across the Vltava) we reach the ‘Meet Factory‘ – there are several art exhibitions, concerts and this evening open air cinema in old industrial architecture between the railway tracks and the motorway. Until it is dark enough I walk next door to a scrap yard with old locks, trains and trucks. I draw a rusty dump truck (presumably a Tatra 148) through fences and bushes:

London

Ich fliege für einen Workshop nach London. Ich war zuletzt in den 90ern dort und fliege extra früh, zum Besichtigen.

I fly to London for a workshop. My last time there was back in the 90ties, so I fly extra early for a bit of sightseeing.

Von der bar auf level 6 ‘ der Tate Modern schaue ich zum Kaffee über die Themse.

From the the bar on level 6 of Tate Modern I view across the Thames.

Näher am Boden ist der Borough Market – Menschen vom Nahen.

Closer to ground the in borough market people are closer.

Nach 3 drei weiteren Tagen mit tollen Workshop-Teilnehmern und Kollegen geht es zurück nach Berlin.

3 days with great workshop participants and colleagues follow, then back to Berlin.

Hochufer

Ich bin zum ersten Mal – für ein Wochenende – auf Rügen. Es ist stürmisch. Vormittags regnet es waagrecht. Unser Ferienhäuschen ist am östlichen Rand des Jasmunder Nationalparkes, am Hochufer. Ein steiler Hang zwischen Hochweg und Ufer ist mit Buchen bewachsen, dazwischen sieht man die Ostsee. Wellen klatschen auf die Felsen am Strand.

I am on the island Ruegen for the first time. It is stormy, in the morning rain falls horizontal. Our holiday house is by the ‘Hochufer’. A steep slope between path and coastside is overgrown by beech trees. Inbetween the baltic sea. Waves splash on the rocks on the beach.

Luberon

Von Avignon fahren wir in das südöstlich angrenzende Luberon.

Auf dem Campingolatz in Bonnieux wohnt auch diese Heuschrecke.

Im nahen Goult gibt es die ‘Fete du Miele’ mit allerlei Honig und Honigprodukten (wie beispielsweise fabelhaftem Eis).

In Gordes hocke ich eine Weile am Brunnen vor dem Schloß und gucke Häuser.

Vom Campingplatz kann man die kleinen Berge hinauf durch Flaumeichen laufen.

Da es sehr heiß ist, kann ich die Familie mit einem Badeversprechen zu römischen Brücke ‘Pont Julien’ locken. Das Flußbett ist dann aber bis auf ein paar Pfützen mit Fröschen drin ausgetrocknet.

Daher fahren wir nach ‘Fontain de Vaucluse’. Man kann im Schatten großer Bäume in der Sorgue waten – sie entspringt hier direkt aus den Felsen und hat konstant 12-13 Grad. Ein Feigenbaum hängt schräg über dem Wasser.

Zum Baden fahren wir an einen kleinen See, der ‘Etang de la Bonde’. Am Strand haben viele Leute pneumatisches Badegetier, am ‘Buvett’ gibt es ‘Glaces _ Sandwiches _ Cafè, Boissons Chaudes et Fraudes’

Zum Spaziergang nach Bonnieux, beim Campingplatz, nehmen wir Wasser mit.

Es ist allerdings auch nicht schwer, Geschäfte zu finden, die andere Getränke verkaufen.

Am Morgen der Abreise vom Camping zeichen ich in Bonnieux den Platz mit der alten Olivenölpresse, bis der Supermarkt auf hat.

Auf einem Brunnenrand finde ich diesen toten Käfer.

In Apt ist Samstag Vormittag Markt – um Eins bauen die Marktmenschen ihre Stände ab.

Sizilien

Ende Oktober verbringen wir 10 Tage auf Sizilien.

Der Garten

Unsere Ferienwohnung in Scopello steht an einem riesigen, mit einer Mauer umschlossenen Garten – darin über 100 Olivenbäume, ähnlich viele Zitronen und Orangenbäume, Mandarinen, einige Feigen, dazwischen Auberginen, Zucchini weiteres Gemüse oder üppige Wiesen.

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Wir dürfen pflücken was wir wollen – Sergio, der meist im Garten zu finden ist, rät uns, die säuerlich frischen Orangen mit etwas Salz zu essen.

Er selbst ist mit einem seiner Brüder die meiste Zeit mit der Olivenernte beschäftigt. Irgendwann ist auch der Baum direkt vor unserer Wohnung dran und wir dürfen mithelfen:

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Unter dem Baum wird ein Netz ausgebreitet. Man greift die einzelnen, dicht mit vielen grünen und wenigen dunklen Oliven behangenen, elastischen Zweige und kämmt die Oliven mit der Hand oder einem harkenartigen Werkzeug, der ‘Manina’ (Händchen) ab – entweder ins Netz oder gleich in einen Eimer. Die Bäume werden beim Ernten auch beschnitten – besonders die Zweige, an die man auch mit Stehleitern schlecht herankommt, werden mit einer Handsäge abgeschnitten und dann am Boden abgestreift.

Wenn man herumfährt sieht man überall Leute bei der Olivenernte – oft ganze Familien, die neben der (anstrengenden) Arbeit auch mitgebrachtes Essen verzehren oder die Kinder ‘anlernen’. Offenbar haben viele Familien irgendwo ein paar Bäume.

Die Oliven werden in Säcke verpackt und zu einer der vielen Ölmühlen gefahren. Menschen tragen Säcke aus ihren Kleinwagen hinein und kommen mit gefüllten Kanistern wieder hinaus.

Wir bekommen ein Fläschchen ganz frisches Öl, das sehr kraftvoll fruchtig, und noch ein wenig bitter schmeckt (ähnlich dem heftigen Gechmack einer frischen Olive vom Baum). Der bittere Geschmack verschwindet nach einigen Wochen.

Katzen und Hunde

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Nachdem ‘unser’ Baum abgeerntet ist kommen auch die etwa 10 Katzen des Gartens zurück, um sich auf der Terrasse zu sonnen oder kleine Essensspenden entgegenzunehmen. Nur eine der Katzen gehört ‘offiziell’ zu den Häusern, die andern gehen nur einfach nicht weg und werden daher mit versorgt (oder umgekehrt).

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Auch die Hunde, die über den mit einem Trinkwasser liefernden Brunnen ausgestattenten Platz des Ortes streunen, scheinen autonom zu leben und hoffen meist vergeblich auf Spenden von den Gästen der Cafés.

Das Meer

Vom Ort geht man den steilen Hang hinab an das Felsige Ufer. Am ersten Tag ist das Meer noch ruhig – in den nächsten Tagen wird es von starkem Wind aufgewühlt.

Das nahe Naturreservat ‘Zingaro’ ist das letzte Stück unbebauter Sizilianischer Küste. Der Bau einer Küstenstraße wurde in den 1980er Jahren von Bürgerprotesten gestoppt. Jetzt kann man auf einem Küstenpfad entlangwandern und zwischendrin kleine Museen zu Natur und Kultur anschauen. Die höher gelegenen Bergpfade sind nach Bränden im Sommer noch gesperrt. Wir laufen auf dem Küstenpfad bis zur ‘Calle della Cisa’, wo zwischen den Felsen Wellen auf den Kieselstrand klatschen.

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Am folgenden Tag fahren wir um den ‘Zingaro’ herum, zu einem nördlich gelegenen Felsufer mit einer kleinen sandigen Bucht, klarem kalten Meer und Blick auf den ‘Monte Cofano’

Am letzten Abend sitze ich im Hafen von Castellammare dell Golfo. Am östlichen Ende liegen die kleinen Fischerboote, auf der Mole Bündel von Netzen und dazwischen edelstahlene Stände, an denen die Fischer vormittags ihren Fang verkaufen. Jetzt um sechs sind nur einzelne Fischer mit Wartungsarbeiten auf den Booten beschäftigt – es wird schon dunkel, das Wasser glänzt schwarz, dahinter die gelblich beleuchtete Hafenpromenade mit Restaurants und Bars.

Pula

Im Garten unserer Ferienwohnung in Pula (in Istrien) wachsen Pflaumen, Äpfel, Feigen, Oliven und Granatäpfel (die ich hier zum ersten Mal wachsen sehe).

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An einem Morgen trinke ich Kaffee an einem Café an einer Strassenecke, am Abend einen Wein mit Blick durch einen Ihrer Bögen in die Arena.

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Am Strand von Pula wachsen hohe Pinien. Etwas weiter südlich ist die Halbinsel Kamanjak mit niedrigen Kiefern bewachsen, die dem Wind folgend alle landwärts lehnen. Dazwischen sitzen wir im Schatten und schauen den felsigen Hang hinunter auf das Meer, oder schwimmen darin.

Am Kai direkt bei der Altstadt liegen die Fischerboote. Am Vormittag kommen sie an und laden Ihren Fang in an der Mole parkende Kühllaster.

Zubatac – Zahnbrasse – heißt ein Schiff. Im Hafenbecken schwimmen um deren hölzernen Rumpf jede Menge Meeräschen, 30-40 cm lang. Im Hafen darf man nicht fischen.

Einer der Matrosen spricht deutsch, er bietet mir eine Tüte Makrelen. Ich habe gerade nichts zum kühlen – die Ferienwohnung ist ein gutes Stück weg. Er erzählt vom Fischen, es sei schwere Arbeit, er habe kein Geld, nur Fische.

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Am Abend gehe ich in den Tempel am Forum – in einer Vitrine ist eine schöne kleine römische Löwenfigur ausgestellt. Später gibt es in der Arena ein ‘Spectaculum Antica’, auch mit Löwen. Und Gladiatoren.