U-Bahn, Samstag

Eine alte Bahn. Kurze Bänke in dem Stück zwischen Tür und Wagenkupplung. Man sieht durch die Fenster neben den verschlossenen Türen in den Nachbarwagen, wie in einen Spiegel, nur die Menschen sind Andere.

On U1 line there are still a lot of old trains, where you cannot walk through between the wagons. Aside of the locked doors there are windows, where you see the other wagon like your own in a mirror. Only people differ.

Im eigenen Wagen wechseln Fahrgäste. Sie begegnen sich kurz in der Tür, nur im Bild sitzen sie nebeneinander.

Fom my own wagon people descend, meeting a person, they than sit aside of, only in my sketch.

Charlottenburg <> Kreuzberg

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Richtung Kreuzberg in der U2. Beim Umsteigen am Gleisdreieck kommt ein dünner Typ mit zwei quergesteppten Daunenjacken übereinander die Treppen zum Bahnsteig der U1 hoch – die untere schwarz und knielang, die oberer kürzer in pixeligem Camouflage-Muster.

In der U-Bahn erklärt er, dass er jetzt schon einige Tage draussen sei und ein wenig Geld brauche, um mal wieder eine Nacht warm zu schlafen, deshalb wäre er nun wieder zur motz, das wäre dann auch irgendwie gut, denn er hätte mal wieder ein paar Leute getroffen. Überhaupt könne er gegen die Leute nichts sagen, da müsse er sogar der motz widersprechen, die gerade die Missstände bei der Kältehilfe anprangere, man müsse vor allem erstmal dankbar sein, bei Leuten, die ohne dass sie was davon hätten helfen, das wolle er vor Allem sagen.

Er geht rum, in der einen Hand eine abgegriffene Ausgabe der motz, die er nicht zum Verkauf anbietet. Ich will ihm was geben, habe aber nur 10 und 20 Cent-Münzen. Der Zug hält. Er will in den nächsten Wagen (auf der U1 fahren noch viel alte Züge, bei denen man nicht zwischen den Wagen durchgehen kann), nimmt meine 40 Cent, mehr gab es nicht in diesem Wagen, und bedankt sich beim Aussteigen überschwänglich.

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Zurück vom Kottbusser Tor ist die U1 sehr voll, ich stehe. Es wird leerer, die Buchleserin links unter mir steht auf, geht zur Tür und steht hinter mir – ich bin nervös. Als ich das letzte mal auf dieser Strecke gezeichnet habe, wollte mich ein Typ deswegen anzeigen – weswegen – ich hätte nicht gefragt. Ich habe ihn gar nicht gezeichnet, aber vielleicht seine Tochter, zumindest eine junge Frau, die gesehen hatte, was ich mache und der es egal war. Er habe mich fotografiert, als Beweis,  ‘Wenn die Zeichnung irgendwo auftaucht, kassieren Sie eine Anzeige’.

Heute sagt die Leserin vor dem Aussteigen etwas Nettes. Schön!

Grünes am Görlitzer Bahnhof

Ich zeichne die Treppe runter, vom Mittelpodest, am Görlitzer Bahnhof. Einer der Dealer vom Fuss der Treppe kommt bald angerannt und fragt mich, was ich tue. Zeichnen. Er ist nervös und aggressiv, sagt undeutlich irgendwas, irgendwie warnend bis drohend, soviel verstehe ich. Er geht und weiter passiert nichts. Menschen gehen treppauf und runter zur und von der U-Bahn. Die Typen unten an der Treppe sehen angespannt aus, aber das sind sie wohl immer. Ihre Rolle ist Scheiße, denke ich. Ich gehe bald (Farbe mach ich zu Hause). Am Kiosk ein Plakat eines Lebensmittelmarktes – Wir packen ihnen auch eine Tüte mit Grünem. lustig.

I draw down the stairs, at u-station Görlitzer Bahnhof. One of the drug pushers comes up the stairs and asks, what I do. Draw. He is nervous and aggressive, says something fuzzy, between warning and threatening, that is what I get. Nothing else happens, People walk up and down the stairs for commuting. The guys at the bottom of the stairs look fraught, but I guess this is their usual state. They got a shit role, I think. I leave soon (do colors at home). At a kiosk is a poster of a grocer – Wir packen Ihnen auch eine Tüte Grünes – “we pack you a bag with green stuff too”. funny.