Senator

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Während ich zeichne geht die Sonne unter und malt orange Schlieren in den Himmel. Davor dieser Schlepper im Westhafenkanal, der Streifen mit der Schrift orange, darunter geteertes Eisen, darüber geweißtes Blech und Holz im Restlicht.

Meine Wasserfarben und einen Faltbecher habe ich dabei, aber das Wasser vergessen. Leitern an der senkrechten Eisenwand des Kanals, anderthalb Meter unter mir das Wasser, bleigrau. Weit und breit niemand, der notfalls einen der Rettungsringe werfen könnte, die überall an den Lastkähnen, die an der rostigen Stahlwand liegen, hängen.

Luuk

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Im Kolk am Westhafen liegt, zwischen anderen als Hausbooten genutzten Schiffen die ‘Luuk’. Der Anlegeplatz ist mit einem Bauzaun umzäunt, an dem einige Tafeln zur Geschichte des Schiffes hängen: Es wurde 1906 als Segelschiff (Tjalk) vom holländischen Schiffer Luuk zum Transport von Getreide und Kohlrüben in Auftrag gegeben. Im 2. Weltkrieg wurde es von den Deutschen konfisziert, mit einem Panzermotor ausgestattet und auf der Strecke zwischen Dortmund und Berlin genutzt. Nach dem Krieg gelangte es zurück zu seinem Niederländischen Eigner und wurde noch einige Jahre als Frachtschiff genutzt, bevor es zu einem Hausboot umgebaut wurde. Die jetzige Eignerin hat es nach Berlin überführt und restaurieren lassen.

Ich hocke mich auf einen Steg und sehe von dort das ganze, ca. 25 m lange Schiff. Zwischendurch kommen freundliche Bootsbewohner schauen, was ich treibe und empfehlen mir weitere Zeichenplätze – für heute reicht mir dieses Schiff.