Spandavia

Das Schubschiff ‘Spandavia’ ist mit einer mit Spundwandteilen beladenen Barge verzurrt, dahinter ein Ponton mit Kran und einer Schaufel und kleinere Bargen mit Aushub.

Zwischen Autobahn und Ufer kommen ab und zu Jogger vorbei. Auf dem Westhafenkanal passieren Ausflugsschiffe, eines mit einer Festgesellschaft und frierend rauchenden Krawattenträgern an Deck.

Ein paar Achter mit laut rufenden Steuerleuten werden von in den unterschiedlichen Farben der Boote gekeideten Mannschaften hin und her gerudert, begleitet von DLRG-Booten.

The push boat ‘Spandavia’ is lashed with a barge, that is loaded with sheet pile wall parts. Behind it is a pontoon with crane and a shovel and smaller barges with excavation.

Joggers occasionally pass between the motorway and the bank. On the Westhafen canal, excursion ships pass by, one with a party party and freezing smoking tietails on deck.

A few eights with loudly calling helmsmen are rowed back and forth by crews dressed in the different colours of the boats, accompanied by DLRG boats.

 

Děčín

Im Park des Děčíner Schlosses stehen unter einem Brückenbogen ein kleiner Trecker und ein Rasenmäher. Ich zeichne und als ich gerade fertig bin erscheint eine Dame in schicker Uniform und Sonnenbrille und inspiziert etwas irritiert mein Tuen. Sie weiß nicht recht, was sie von meinem offenbar wirren Verhalten denken soll – hinter mir ist ein Schloss und ich zeichne einen Trecker – so dass mir ein wenig Zeit bleibt, meinen Kram zu packen, bevor sie mich, langsam entschlossener werdend, weg weißt. Offenbar darf man hier eigentlich keine Trecker zeichnen.

In the park of the Děčíner castle there is a small tractor and a lawn mower under a bridge arch. I draw and just as I am finished a lady in a chic uniform and sunglasses appears and inspects my doing a little irritated. She doesn’t really know what to think of my apparently confused behaviour – behind me is castle and I draw a tractor – so I have a little time to pack my stuff before she sends me away, slowly becoming more determined. Obviously you must not draw tractors here.

Die Schifffahrt auf der Elbe ist eingestellt. Am Dock liegt der Hinterradmotorschlepper ‘Beskydy’. Organisiert vom örtlichen Museum kann man ihn besichtigen. Nachdem wir uns – bestärkt durch den freundlichen Rates eines Anwohners – durch die mit Schranken versehene Einfahrt des Dockgeländes getraut haben kaufen wir unter einem Sonnenschirm an der Kaimauer Eintrittskarten und steigen die Treppe hinunter zum Schiff. In dem Arbeits- und Schlafraum des Kapitäns hängen historische Fotos und eine Dame erklärt in ihrem nur angeblich eingerosteten Deutsch alles. Über dem Schreibtisch gibt es ein großes Portraitfoto von Antonín Zápotocký, der zur Erbauungszeit 1956 tschecheslovakischer Staatspräsident war, in der Holzvertäfelung – mittlerweile Cremeweiß lackiert – sind Klappen, durch die die Antriebswelle gewartet werden kann. Am vorderen Ende der Welle, in einem in der oberen Hälfte verglasten Maschinenraum, erklärt der Betreiber in Badehose und Hemd einem anderen Besucher den großen 12-Zylinder-Motor. Hinten treibt die Welle ein breites Schaufelrad an. Wohl auch wegen dieses Antriebes hat das Schiff nur 90 cm Tiefgang. Es könnte also, so die Dame in der Kajüte, trotz Niedrigwasser eigentlich fahren. Bei normalem Wasserstand schleppt es immer noch Bargen mit Kohlen oder Baumaterial von und bis Magdeburg.

Navigation on the Elbe has been discontinued. At the dock is the rear wheel motor tug ‘Beskydy’. It can be visited, organised by the local museum. After we have dared – encouraged by the friendly advice of a resident – to go through the barriered entrance of the dock area we buy tickets under a parasol at the quay wall and climb down the stairs to the ship. In the captain’s working and sleeping room there are historical photos and a lady explains everything. Above the desk there is a large portrait photo of Antonín Zápotocký, who was Czech President at the time of the ships construction in 1956. The wooden panelling – now painted cream white – has flaps through which the drive shaft can be serviced. At the front end of the shaft, in an engine room glazed in the upper half, the operator, wearing swimming trunks and shirt, explains, the large 12-cylinder engine to another visitor. At the rear, the shaft drives a wide paddle wheel. Probably also because of this drive, the ship has a draught of only 90 cm. So, according to the lady in the cabin, it could actually sail despite the low water level. At normal water levels it still pulls barges of coal or building material from and to Magdeburg.

Im Zoo von Děčín gib es einen Kamtschatkabären. Er ist ziemlich groß – wahrscheinlich um das zu demonstrieren richtet er sich zwischendurch auf die Hinterbeine auf. Ansonsten wirkt er recht sympathisch. Zum Spielen hat er einen schönen alten Autoreifen in seinem Gehege.

In the zoo of Děčín there is a Kamchatka bear. It’s quite big – probably to demonstrate this it stands up on its hind legs in between. Otherwise he looks quite likeable. For playing he has a nice old car tire in his enclosure.

 

 

Ems

An der Ufermauer gegenüber des Schlossparkes liegt dieser Kahn namens “Ems” in der Spree. Vorne auf der Plattform ist ein Kran mit Sitz und auch sonst sieht alles nach Arbeit aus, auch wenn jetzt, um 21:00 keiner mehr da ist.

Passanten fragen mich, ob ich ‘damit’ in irgendeiner Verbindung stehe, sie würden gerne wissen, was hier eigentlich gemacht wird?- ne, würde mich auch interessieren.

Bei der verrichteten Arbeit scheint wohl ernsthaft Gefahr zu bestehen, ins Wasser zu fallen, schließe ich aus der großen Zahl von Rettungsringen in meinem Blickfeld.

Zwei Kähne

– liegen zusammengekoppelt am Westhafenkanal.

Diese beiden ‘sehr großen Transportwannen’ werden wohl nie aus Berlin herauskommen. Ihr einziger selbstständiger Antrieb sind die beidseitig angeordneten Winden – man kann nicht mal von ‘Heck’ oder ‘Bug’ sprechen. Dennoch vermitteln sie ein wenig nautische Romantik. Sie sind dieser Wasserwelt zugehörig, deren Netz potentiell überall hin führt.

Havel

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Am ‘Schifffahrtsufer’ in Spandau liegt, neben vielen anderen Industriebinnenschiffen, dieser zu einer Tankstelle umgerüstete Kahn.

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Weiter abwärts Richtung Wannsee platscht die seebreite Havel dann gegen das sandige Ufer, an dem Weiden mit knorrig ausgewaschenen Wurzeln wachsen.

Bydgoszcz BM-5274

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Am Westhafenkanal liegen heute, neben den üblichen Lastkähnen, 2 polnische Binnenschiffe. Ich zeichne vom Heck des mit ‘Bydgoszcz’ beschrifteten Schiffes (ich weiß immer nicht, ob das nun der Schiffsname, oder die Herkunftsstadt, oder Beides ist – Bydgoszsc (dt. Bromberg) lieg an der Weichsel und dem Bromberger Kanal und ist von Berlin auf dem Wasserweg erreichbar (Quelle Wikipedia…)).

Ich habe gerade angefangen, da kommen die polnischen Schiffer angelaufen, einer beguckt mein Gemale, er ist nett, ich meine, dass es noch nicht fertig ist und er sagt etwas auf polnisch – dass er jetzt auch nicht gleich wegfahre, deute ich mal.

Er verschwindet im Schiff, ich sehe noch ein paar Arme aus eine Luke kommen, die Parabolschüssel richten.

Senator

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Während ich zeichne geht die Sonne unter und malt orange Schlieren in den Himmel. Davor dieser Schlepper im Westhafenkanal, der Streifen mit der Schrift orange, darunter geteertes Eisen, darüber geweißtes Blech und Holz im Restlicht.

Meine Wasserfarben und einen Faltbecher habe ich dabei, aber das Wasser vergessen. Leitern an der senkrechten Eisenwand des Kanals, anderthalb Meter unter mir das Wasser, bleigrau. Weit und breit niemand, der notfalls einen der Rettungsringe werfen könnte, die überall an den Lastkähnen, die an der rostigen Stahlwand liegen, hängen.

Luuk

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Im Kolk am Westhafen liegt, zwischen anderen als Hausbooten genutzten Schiffen die ‘Luuk’. Der Anlegeplatz ist mit einem Bauzaun umzäunt, an dem einige Tafeln zur Geschichte des Schiffes hängen: Es wurde 1906 als Segelschiff (Tjalk) vom holländischen Schiffer Luuk zum Transport von Getreide und Kohlrüben in Auftrag gegeben. Im 2. Weltkrieg wurde es von den Deutschen konfisziert, mit einem Panzermotor ausgestattet und auf der Strecke zwischen Dortmund und Berlin genutzt. Nach dem Krieg gelangte es zurück zu seinem Niederländischen Eigner und wurde noch einige Jahre als Frachtschiff genutzt, bevor es zu einem Hausboot umgebaut wurde. Die jetzige Eignerin hat es nach Berlin überführt und restaurieren lassen.

Ich hocke mich auf einen Steg und sehe von dort das ganze, ca. 25 m lange Schiff. Zwischendurch kommen freundliche Bootsbewohner schauen, was ich treibe und empfehlen mir weitere Zeichenplätze – für heute reicht mir dieses Schiff.