Ugah

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* Ich fahre von Charlottenburg nach Kreuzberg ** und gehe in den Trinkteufel. Es ist voll, aber am Tresen ist eine breite Lücke, da stell ich mich hin und bekomme ein Bier – irgendwann kommt erst ein Typ zum Bier Bestellen, dafür ist Platz, dann sein Kumpel, der glotzt mich an, ohne zu sprechen. Ich verstehe schon, aber gehe erst, als er sich umdreht und mich mit seinem (recht breiten) Rücken wegschiebt. Ugah. Er bleibt stehen und quatscht mit seinem Kumpel und Leute an. Ich klemme mich woanders hin, und pinsle, wie er sich freut.

* I’m riding from Charlottenburg to Kreuzberg and **visit the ‘Trinkteufel’. It’s full, but there’s a wide gap at the counter, I go there and get a beer – at some point a guy aproaches for ordering his beer, there’s room for that, then his buddy comes and stares at me without talking. I understand, but I don’t leave until he turns around and pushes me away with his (quite wide) back. Ugah. He stays and talks to his buddy and people. I clamp myself somewhere else and ink him beeing happy.

Gotzkowskistrasse

Vor dem Spätkauf stehen 3 Biertische auf dem Bürgersteig. Donnerstag ist spätabends noch jede Menge los. Eine stattliche Frau in weitem Hemd thront in einem Plastikstuhl und unterhält sich mit einer jungen Frau in engem Kostüm. Zwei weitere Frauen, eine mit Rollator, kommen den Bürgersteig runter und bleiben stehen. Gesprächsthemen sind Getränke. Zum Beispiel Pastis, den kennt die Frau im Hemd nicht. Der sei erst klar, und wenn man Eiswasser hinzuschütte, so milchig. – Wie, milchig, versteh ich nicht? – Naja, also so etwa wie Sperma. – Beh, schmeckt das auch so? – Das nun nicht. Zum Glück!

In front of the ‘Spätkauf’ are 3 beer tables on the sidewalk. Thursday evening it is still busy. A large woman in a wide shirt is enthroned in a plastic chair and talks to a young woman in a tight costume. Two more women, one with a rollator, come down the sidewalk and stop. Topics of conversation are drinks. For example Pastis, the woman in the shirt doesn’t know that. – It’s clear, but when you pour ice water on it, it’s kind of milky. – How, milky, I don’t get it? – Well, like sperm. – Behold, it tastes like that too? – No, not at all. Fortunately!

06 Juli 2019

Im japanischen Reataurant Aki Tatsu sitze ich an einem kleinen Tisch am großen Fenster zur Kantstrasse. Drinnen gibt es Thunfisch und Bohnen und draussen (endlich) Regen.

Ein paar Meter weiter ist das Gasthaus Wuppke. Neben der Tür steht ein Flipper (‘Bugs Bunny Birthday Balls’), es läuft Musik etwa aus dem mutmaßlichen Baujahr des Flippers, Gäste ähnlichen Alters unterhalten sich am Tresen. An den Tischen wird viel Karten gespielt und dort scheint niemand über 30 zu sein.

21 Juni

Letzte Woche Freitag war ‘Fête de la Musique’ – In der Kaiser-Friedrich-Straße spielt im ‘Art Stalker’ ‘Dirty Mops’ (Band mit merkwürdigem Namen in merkwürdigem Lokal, aber gut). Um 10 ist Schluss wegen Lärmschutz.

Daher gehe ich in die ‘Hat Bar’ unter einem S-Bahn-Bogen am Kantdreieck, da ist jeden Abend Jam-Session – Männer in frei wechselnden Zusammenstellungen spielen auf Instrumenten Jazz-Standards, manchmal singen Frauen (und merkwürdigerweise nie umgekehrt, soweit ich bisher gesehen habe …):

nachts

_ in der Wrangelstrasse. Der Typ neben mir, an der Bar schnauzt mich an, warum ich hier sei. Als ich nicht verstehe, brüllt er mich an. Ihm passt nicht, dass ich auf mein Telefon geguckt habe. Nach einiger Zeit – ich male schon vor mich hin – kommt die Frau neben ihm rüber – ob ich Polizist sei. Ich sage nein, wie es jeder undercover Bulle auch tuen würde und sie versichert ihrem Nachbarn, dass ich kein Bulle sei, habe sie ja gesagt. Ich male durch die Tür nach draussen. Da wird es dunkel.

_in der Rosenthaler Straße schaue ich auf die Baustelle gegenüber dem Eingang zum Haus Schwarzenberg. Gelbliches Licht von den Strassenlaternen und Warnleuchten auf den Barken.