ZOB – Januar 18 bis Februar19

Zum Neujahr 2018 habe ich die letzte Zeichnung für mein Buch über den ZOB gemacht (und endlich mit dem Layout begonnen …). Damals waren gerade die neuen Bussteige der ersten Bauphase auf dem Gelände des ehemaligen Parkplatzes fertig gebaut und eröffnet. Genau wie die Modernisierungsarbeiten – der phasenweise Abriss und Neubau – geht auch danach der gewohnte Betrieb am Busbahnhof weiter.

At New Years Day 2018 I did the last drawing for my book on the Berlin main busstation (and finally started doing the layout …) At that time the new platforms of the first batch of the modernisation on the area of the old parking lot were finished and opened. Just like the modernization – the demolition and building in batches – is continued, the bus service is maintained.

19. Januar 2018 – vor der Wartehalle gibt es immer noch die Anzeigetafel. Ich lehne mit dem Rücken daran, es kommen noch mehr Leute als sonst, die ihre Busse suchen, die jetzt ja zum Teil von den hinter der Baustelle gelegenene neuen Steigen abfahren.

19. january 2018 – in front of the waiting hall is the display panel. More passengers than usual check the platform of their busses, that now partly are beyond the building site.

1. Juni 2018 – der Typ im (oliven) Hoodie links unten sitzt hinter der Bank auf dem Boden und ruft, sobald eine Frau vorbeigeht ‘Girl girl girlgirlgirlgirl’. Alle Frauen gehen weiter, ohne zu reagieren. Ich steh am Ascheimer, seine Zigarette ist zu Ende, er kommt rüber, drückt sie aus und sagt zu mir ‘Girl, brother. Girl’ und geht.

1 june 2018 – the guy in the (olive) hoody below left is sitting on the ground behind the bench. Any time, a woman passes by, he shouts ‘Girl girl girlgirlgirlgirl’. All women pass by without reacting. I am standing aside of an ash bin, his cigarette is finished, he comes, stubs it out and says to me ‘Girl, brother, girl’ and leaves.

1. September 2018 – rechts neben der Treppe von den Taxiständen ist der Eingang zum Büro der Verkehrsleitung. Um die Tür sind seit Kurzem drei schwarzgelbe Stahlrohrbügel einbetoniert, den verbleibenden Zugang versperrt ein dünnes, an einem Pylon befestigtes Seil. Auf dem Seil kann keiner sitzen, und Gepäck wird auch nicht vor dem Eingang abgestellt. Die Stahlbügel scheinen dagegen bequem, und auch recht stabil zu sein.

1. September 2018 – aside of the stairs to the taxi ranks is the entrance of the traffic managements office. Lately steel handles were encased into the concrete on the floor, the remaining passage is blocked with a thin rope. No one can sit on that rope, and there is no more luggage blocking the entrance. The steel handles seem to be comfortable and reasonable strong.

19. September 2018 – im ZOB ist jetzt auch Cuccis (so wie an vielen S- und U-Bahnhöfen). Es gibt einen  späti-artigen Laden und so eine Außenverkaufstheke direkt daneben. Die ist gerade zu, und von hinten sieht man das notdürftig dahinter verborgene Gerümpel. Ich stehe neben dem Eingang zu den Toiletten, ein Spanisch sprechender Mensch will mir 50 Cent geben – 50 Cent steht auf dem Schild unter dem Toilettenmännchen, aber unten ist eine Sperre mit Geldschlitz und ich habe damit nichts zu tuen sondern stehe nur rum.

19. September 2018 – there is a Cuccis at ZOB now (like on must S- and U-stations). There is a ‘späti’-like shop and an outdoor sales counter aside of it. This is closed and I see the junk that is hardly hidden behind it. I am standing aside of the entrance to the toilets. A Spanish speaking guy wants to give me 50 cent. 50 cent is written on the sign, below the toilet symbols, but down at the entrance is a barrier with a coin slot and I got nothing to do with allthat, just hanging out. 

 

31. Oktober 2018 – Eine mächtige Frau mit fellgesäumter Kapuze nickt auf dem Sitz in der Wartehalle immer wieder ein und droht dann, neben ihrem ebenfalls monumentalem Koffer zu Boden zu fallen. Neben mir auf der Fensterbank sitzt ein bärtiger Typ, der dann immer wieder aufspringt, um sie ggf. aufzufangen, aber sie richtet sich immer wieder selber auf.

31. October 2018 – a mighty woman with a fur sealed hood nods off again and again on her seat in the waiting hall and threatens to drop to the floor, aside of her evenly monumental suitcase. Aside of me on the window sill sits a bearded guy, that jumps up, any time she reaches a dangerously tilted position, but any time she straightens herself.

15. Januar 2019 – unter das hohe Dach des zur Zeit letzten der neuen Bussteige über mir regnet es drunter. Die Steige unter den letzten zwei noch stehenden Jochen der alten Bedachung sind abgesperrt, Paletten mit Baumaterial stehen rum, ein Haufen Holzreste, verbogene Stahlteile und dahinter die beleuchtete Wartehalle. Dort ist es wie immer, während die Fahrten nur noch von den neuen Steigen abgewickelt werden.

15. January 2019 – rain is blown underneath the roof of the new platform. The last two platforms are blocked, pallets with building material, a pile of used wood, bend steel structures in front of the light of the hall. There it is as ususal, while busses only leave from the new platforms in my back now.

2. Februar 2019 – Stützböcke zum Bau der neuen Dächer stehen bereit. Die Stahlstruktur der letzten beiden alten Bedachungsreihen liegen zersägt auf dem abgesperrten Bussteig.

2. February 2019 – The trestles are ready for constructing new roofs – the cut apart steel structures of the last two old roofs on the old platform.

Mein Buch mit Zeichnungen und Texten vom ZOB zwischen Oktober 2015 und Januar 2018 gibt es hier.

My book with drawings and texts from ZOB between October 2015 and January 2018 is here.

Buch: Eine Stunde Aufenthalt | One Hour Wait

Seit Herbst 2015 gehe ich immer wieder zum Zentralen Omnibus Bahnhof [ZOB]. Ich bleibe etwa eine Stunde, skizziere Ort und Menschen auf einem Blatt Reispapier. Dann veröffentliche ich die Zeichnung zusammen mit einigen als Text notierten Beobachtungen auf Instagram.

Jetzt ist aus diesen Zeichnungen und Texten in Kooperation mit Isa und Swasky von PushingYourSketchingBoundaries ein Buch entstanden. Auf 96 Seiten gibt es kleine Geschichten von einem Durchgangsort, vom Reisen und Bleiben, in schwarzer Tusche.

Das Buch kann man hier kaufen.

 

Since Autumn 2015 I have regularly visited the Berlin Main Busstation [ZOB]. I stay around an hour and sketch place and people on a sheet of rice paper, than I publish the drawing, together with some observations noted as text, on Instagram.

Now a book emerged from these drawings and texts, published in collaboration with Isa and Swasky from PushingYourSketchingBoundaries. On 96 pages there are little stories from a transit place, about travelling and staying, all in black ink.

You can buy the book here.

ISBN: 978-0-9932232-2-8

Bushaltestelle Albrechtstrasse

Am Rathaus Steglitz ist gegenüber des Bahnhofes die ehemalige Haltestelle ‘Albrechtstrasse’ der 1985 eingestellten Autobahnbuslinie A85. Unter der auskragenden Betonstruktur parken an der Düppelstrasse einige Mieträder. Hinter der Haltestelle lagert unter der Autobahn diverse Marktausrüstung und parken Autos.

Die Haltestelle an der anderen Seite, zwischen Autobahn und S-Bahn sieht genau so aus.

Über der Albrechtstrasse hängt unter der Autobahn noch das Hinweisschild zum Queens Club, der sich irgendwann nach der Stilllegung der Buslinie in die Betonstruktur eingenistet hat. Die schwarze Blechtür mit Klingelknopf daneben ist mit Graffiti versehen, dass Schild darüber halb übermalt.

Während ich meine Zeichensachen wegpacke kommt ein Typ, guckt sich um und pisst ungeniert und ergiebig an die Wand, direkt neben der Tür. Von hinter mir ertönt Protest, er behauptet, da sei ein Gulli, also kein Problem. Die beiden Männer, die von mir bisher unbemerkt hinter dem Altkleidercontainer mit Bierdosen auf Klappstühlen sitzen meinen, da sei kein Gulli, das wüssten sie. In der Tat sehe ich keinen, das Urin bildet schon einen kleinen Bach. Der Pinkler besteht nicht weiter auf den Gulli und erläutert immer noch pissend wie überraschend stark sich sein Blasendruck erhöhe, wenn er Bier trinkt.

Bus to London

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Friday afternoon a Bus to London leaves Berlin ZOB at 19:00. The drivers have buttoned shirts and ties, which matches the ‘Business Class’ writing on the side. There is few people in, guess it will pick up most passengers on the route, in Hannover, Brussles or Lille, before it will arrive in London tomorrow at 12:30. You can fly to London from Berlin cheaply several times a day, so bus is not really an option. I did fly a few weeks ago, when we had a workshop in Brighton. We even discussed a possible ‪#‎brexit‬, all british people I did talk to wanted to remain, some passionately engaged. In retrospection, they were worried, while I myself could not imagine it happen. This morning I read the result and it still is hard to believe and to understand, what it will mean now. What alarms me is, that it very strongly seems, that brexit-leaders do not have any idea either, but only big-mouthed slogans. I am very glad to have seen another England lately – people that connect just like everywhere in Europe, that are dedicated to understanding and humanity. So there is hope, even though aggressive populists seem to be everywhere too …

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anderthalb Tage Bozen im April

*Frühstück nach Ankunft *und am nächsten Tag zu Mittag Bierspeckknödel.

*Den Trödelmarkt am Siegesplatz auf der östlichen Talfer-Seite entdecke ich erst, als er schon abgebaut wird.

In der Krypta des nahen Siegesdenkmals besuche ich die Dokumentation BZ ’18-’45- ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen – vielschichtig und informativ, eine sehr gelungene Ausstellung an diesem schwierigen Ort!

*Ich trinke einen Wein in der in der faschistischen Randbebauung des Siegesplatzes gelegenem Cafe Tiffany. * Weiter der östlichen Seite der Talfer spaziere ich am Ufer aufwärts, bis ich links in den Rafensteiner Weg abbiege. In einem Weinberg steht eingezäunt dieser Turm, ich zeichne den Blick zurück auf Bozen, bevor ich zum Bushof laufe und in den Nachtbus nach Berlin steige.

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Bremen>Berlin

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Morgens um 07:00 am ZOB Bremen in den Bus nach Berlin.

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Ein sehr breiter Mensch schläft neben mir ein und ich klemme zwischen Fenster und verschränkten Armen. Ich kann Zeichnen, aber als mir der Stift runterfällt, komme ich nicht nehr dran.

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In der Pause hebe ich den Stift auf und kann weiterzeichnen. Mein Nachbar schläft jetzt anders.

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Stau auf der A10 kurz vor Berlin.

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Der Berliner ZOB (ein paar Tage vorher gezeichnet.)