Cruise in

Der ‘American Diner’ ‘Cruise in’ hat sich, wie ich der Fahrradständerbeschriftung entnehme, bereits 1996 in einem runden Pavillion auf einem Parkplatz in einem Gewerbegebiet in Spandau eingenistet. Ich brauche eine Pause und speise daher ‘American’, also Heineken und dänisches Hot Dog. Leute kommen, parken ihr Motorrad (BMW BJ 1956, 500 cubic, entnehme ich Gesprächen) standesgemäß direkt vor dem Laden. Aus den Außenlautsprechern kommen – leider schwer verständliche –  Rock’n Roll-Geräusche, die ich auch noch unleserlich transskribiert habe. Letzterem kann ich abhelfen:

‘düt mesh düt mesh dütdüt mesh I’am only dancing düt mesh I got the düt düt answer mesh mesh Don’t düt let me [….] I’m only dancing dosh mesh dosh mash you turn me on but when your […] you. I’am only düt düt düdü düt dödödöd dü dödödödö tü mäsch!’

The ‘American Diner’ ‘Cruise in’,  has settled in a round pavilion on a parking lot in an industrial estate in Berlin-Spandau already in 1996, as I can see from the bike rack inscription. I need a break and eat ‘American’, Heineken and Danish Hot Dog. People come, park their motorbikes (BMW 1956, 500 cubic, I take conversations) directly in front of the shop. From the outside loudspeakers come – unfortunately hard to understand – Rock’n Roll noises, which I also transscribed illegibly. I can help the latter:

‘dut mesh dut mesh dutdut mesh I’am only dancing dut mesh I got the dut dut answer mesh mesh Don’t dut let me [….] I’m only dancing dosh mesh dosh mash you turn me on but when your […] you. I’am only dut dut dudu dut dododod du dodododo tu mash!’

 

The Hat

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Vor einigen Wochen hat Katrin mir diese Bar gezeigt. In einem Gewölbe unter der S-Bahn, kurz vorm Zoo, gibt es jeden Abend Jam-Sessions, sowie Cocktails, Spirituosen oder Craft Beer am langen Tresen. Die sehr schmale Bühne ist gegenüber. Nur wenige Gäste drehen sich vom Tresen weg, den Musikern zu, aber alle scheinen den Luxus von ambitionierter Live-Musik zu Getränk und Gespräch zu geniessen, und applaudieren entsprechend.

Gauchel Klewitz Moore Lillich Martin im Badenschen Hof

Am Mittwoch Abend gehe ich kurzentschlossen in den Badenschen Hof zur ‘Special Wednesday Jazz-Show before Himmelfahrt’. Es spielen Walter Gauchel und Jan von Klewitz Saxophone, Martin Lillich Bass, Reggie Moore Klavier und Kenny Martin Schlagzeug. Ich bekomme (auch ohne Reservierung) einen Platz am Tisch vor der Bühne. Die Musiker sind großartig und auch die vielen Standards schön.

Im zweiten Teil spielt jeder der beiden Saxophonisten alleine eine Ballade seiner Wahl, hier Gauchel ‘my foolish heart’.

Gegen Ende wieder beide zusammen ‘speak low when you speak love’ von Kurt Weil.

Goldesel

Während ich zeichne dringt ein Satz der Unterhaltungen, die ich sonst höre, ohne ihren Inhalt wahrzunehmen, in mein Bewusstsein. Da mir der Zusammenhang entgangen ist, weiß ich nicht, was der Wirt nicht aufklärt, indem er sagt: “Thüringen? Ick bin Wirt und kein Erdkundelehrer. Keine Ahnung.”

Wilhelm Hoeck 220916

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Am nördlichen, noch für Autos erlaubten Teil der Wilmersdorfer Strasse, liegt Wilhelm Hoeck. Ich habe gut 13 Jahre in Charlottenburg gelebt, bevor ich dieses patinierte Lokal entdeckte. Seither verschluckt es mich gelegentlich für 1-2 Stunden.

Es gibt Pilsener Urquell vom Fass – das Erste dauert und zeigt man Zeichen von Ungeduld (kurzes Lidzucken oder Ähnliches) ruft die Schankfrau sofort von irgendwoher ‘Urquell kommt gleich’. Im weiteren Verlauf fragt sie immer genau so, ob man ein weiteres wolle, dass sie gegebenenfalls beim letzten Schluck ein neues, in Ruhe gezapftes Glas rüberreichen kann.

Meist läuft keine Musik (besser).

Man hört die anderen Gäste reden. Ein Wildlederhutträger kommt rein. Von irgendwo links, Frau: ‘Jürgen, wo haste denn das Hemd her. Jürgen. Jürgen! Ist schön, das Hemd. Wo haste das denn gekauft. Jürgen.’

Nachdem der Mann mit Hut weg ist: ‘Ich war beim Friseur und jetzt stehen mir die Haare zu Berge. War halt Scheiße, der Friseur,’

Ich gehe heute nach 2 Bier. Mein Bargeld ist alle.

Wilhelm Hoeck

hoeck_010316

_ in der Wilmersdorfer Strasse. In der gastraumseits mit einem Bilderrahmen verdeckten Vitrine ist eine Art Urne, deren Glaskorpus mit (vermutlich historischen) Schnapsfläschchen gefüllt ist. Es gibt Urquell vom Faß. Die Musik ist leise, die Gäste laut, ein Gitarrensänger spielt zwischendrin mal 2 Lieder und sammelt dann Münzen in seiner Mütze. Gegen 12 sind alle weg, die Stühle und Hocker stehen umgekehrt auf Tischen und Tresen, während ich auf einen zusätzlichen Wink der sehr freundlichen Schankdame hin schnell mein Bier austrinke.