PAS, 10 März 2022

Am Donnerstag Abend findet das von Lorena Izquierdo inszenierte Konzertprojekt Dissidents XXV im Petersburg Art Space in Moabit statt. Erst habe ich Mühe, den Raum zu finden (Kaiserin-Augusta-Allee 101, Aufgang II im Hof ist richtig, auch wenn es dunkel und kein Hinweis zu sehen ist!), dann sitze ich in dem mit Teppichen und allerlei Möbeln ausgestattene Raum mit Spreeblick.

On Thursday evening, the concert project Dissidents XXV, staged by Lorena Izquierdo, takes place at Petersburg Art Space in Moabit. First I have trouble finding the room (Kaiserin-Augusta-Allee 101, Aufgang II in the courtyard is correct, even if it is dark and no sign is to be seen!), then I sit in a room with a view of the Spree, furnished with carpets and all kinds of furniture.

Es gibt drei Konzerte | there are three concerts:

1_ Vincent Laju, cello & shakuhachi, Filippo Gillono, guitar, Paolo Possident, drums & electronics

Die Musiker spielen in der Mitte des Raumes, zwischen den Zuschauern. | The musicians play in the middle of the room, between the spectators.

Es geht auf der Bühne am Ende des Raumes weiter. | It continues on the stage at the end of the room.

2_ Alex Verdú, electronics, Lorena Izquierdo, voice action

3_ Inversau, electronics & body

Großer Stern, 27 Februar 2022

“Stoppt den Krieg! Frieden für die Ukraine und ganz Europa.” Dafür demonstrierten am Sonntag so viele Menschen, dass ich vom Großen Stern, hinter der Bühne, nicht mehr weiter kam, da die ganze Fläche von hier bis zum Brandenburger Tor gefüllt war. #standwithukraine

“Stop the war! Peace for Ukraine and all of Europe.” So many people demonstrated for this on Sunday that I couldn’t get any further from Großer Stern, behind the stage, because the whole area from here to the Brandenburg Gate was filled.

Salbei

Im Rewe Supermarkt um die Ecke gab es vor ein paar Wochen Salbeipflanzen. Die sahen sehr lebendig aus. Sogar mir ist es gelungen, sie nicht nur am Leben zu halten, sondern geradezu groß zu ziehen.

A few weeks ago, there were sage plants at the Rewe supermarket around the corner. They looked very much alive. Even I managed not only to keep them alive, but to grow them tall.

Au Topsi Pohl, 15 Januar 2022

Au Topsi Pohl in Schöneberg, der Ansager entschuldigt den eigentlich angekündigten Schlagzeuger, der sei krank, stattdessen spielt Szimon Gasiorek, am Piano Kaja Draksler und am Saxophon John Dikeman, und alle drei sind toll.

Au Topsi Pohl in Berlin Schöneberg, the announcer appologizes the announced drummer – he is ill – and Szimon Gasiorek is playing instead. On piano is Kaja Draksler and on sax John Dikeman and it is great.

Nach der Pause gibt es einen anderen Schlagzeuger, Steve Heather, Szymon Gasiorek sei zwar super, aber zu laut gewesen, sagt der Ansager, Heather spielt hauptsächlich mit Besen, also leiser und es ist wieder alles schön.

After the break there is another drummer, Steve Heather, Szimon Gasiorek was great, but too loud, says the announcer. Heather plays mainly with brooms, so quieter and it’s all nice again.

Kantstraße, 7 Januar 2022

Freitagabend, ungefähr halbsieben stehen Leute vor dem ‘Han BBQ’ bis ein Tisch frei wird und sie reingehen können. Die Karaokebar nebenan ist erst noch zu, irgendwann schliesst jemand auf und dann geht auch gleich die Neonschrift der ‘KTV Bar’ an.

On Friday evening, at about half past seven, people stand in front of the ‘Han BBQ’ until a table becomes free and they can go in. The karaoke bar next door is still closed, but at some point someone opens the door and the neon sign of the ‘KTV Bar’ is lit.

Udagawa, 23 Dezember 2021

Um Sieben machen draußen die Läden zu und Leute kommen von der Kantstraße ins ‘Udagawa’. Ich sitze an einem der Bartische direkt beim Verkaufstresen. Der ist zusammen mit der Küche in einem Einbau im vorderen Raum. Ich esse Tempura Udon und schaue durch das Fenster kleinen nassen Schneeflocken beim Fallen zu.

At seven, the shops outside close and people come into ‘Udagawa’. I sit at one of the bar tables right next to the sales counter. It’s in a recess in the front room, together with the kitchen. I eat tempura udon and watch little wet snowflakes falling on Kantstraße through the window.

Enjoy Kebab, 19 Dezember 2021

Die Zwei Männer am Tisch am Eingang des ‘Enjoy Kebab’ trinken Helles. Als ich um halbzehn komme, sind sie die einzigen Gäste, der Chef meint, heute sei etwas mau, aber allgemein läuft es gut. Die nächste Zeit kommen noch einige Gäste, der Dönerabeiter schneidet Döner, wobei er sich nötigenenfalls einen aus Alufolie gebastelten Hitzeschutz vor die Messerhand klemmt. Die beiden Langzeitgäste trinken nicht nur Helles sondern sprechen auch Bayrisch. Sie haben Arbeitsklamotten unter den Daunenjacken. Sie sind auf Lüftungsmontage in einem Berliner Krankenhaus erzählen sie und unterhalten sich gerne

The two men at the table at the entrance to ‘Enjoy Kebab’ are drinking Helles. When I arrive at half past nine, they are the only guests, the chef says it’s a bit slow today, but generally it’s going well. A few more guests arrive in the next few minutes, the kebab maker cuts the kebab, if necessary using a heat shield made of aluminium foil to protect his knife hand. The two long-term guests not only drink Helles beer but also speak Bavarian. They have work clothes under their down jackets. They are on ventilation assembly in a Berlin hospital, they tell us, and they love to talk.

Clermont-Ferrand, November 2021

Nach dem Rendez-Vous du Carnetde Voyage bin ich noch einige Tage in Clermont-Ferrand geblieben. Am Montag zeichne ich gemeinsam mit anderern Zeichnern, die erst mittags abreisen, auf dem Platz um die Fontaine de Terrail.

After the Rendez-Vous du Carnet de Voyage I stayed in Clermont-Ferrand for a few days. On Monday I draw together with other sketchers, that only leave at noon, around the Fontaine de Terrail.

Am Dienstag stehe ich früh auf und fahre mit dem Bus nach Royat. Von dort laufe ich bis zur Talstation der Panoramabahn, die normalerweise auf den Puy de Dômes fährt. Im November hat die allerdings Pause. Es ist so neblig, dass ich maximal 50 m weit gucken kann. Ich laufe durch den Wald hoch zwischen die Vulkankuppen und auf den Puy Pariou. Ab einer bestimmten Höhe sind erst nur die Zweige der Bäume, später auch Gras, Steine, Schilder und alles mit einer scharkantigen, feinen Eisstruktur bedeckt. Ich steige an der Nordseite des Puy Pariou wieder durch schönen, nebeligen Wald ab und laufe bis Durtoil. Von dort fährt ein Bus zurück nach Clermont-Ferrand.

On Tuesday, I get up early and take the bus to Royat. From there I walk to the valley station of the panorama railway that normally goes up the Puy de Dômes, but is closed in November. It is so foggy that I can’t see more than 50 metres. I walk through the forest up between the volcanic peaks and onto Puy Pariou. From a certain height, first only the branches of the trees, later also grass, stones, signs and everything is covered with a rakish, fine ice structure. I descend on the north side of Puy Pariou again through beautiful, foggy forest and walk to Durtoil. From there, a bus takes me back to Clermont-Ferrand.

Am Mittwochmorgen sitze ich auf dem ‘Cimetière des Carmes’. Während ich zeichne, erscheint ein Mann, der selbst im Rentenalter ist und das Grab seiner Großmutter besucht, wie er mir später erzählt. Zunächst referiert er in einer Mischung aus Englisch und Französisch eine kurze Geschichte des Ortes: Die Kirche gehörte zu einem Karmelitinnenkloster, ‘Carmes’, das sich hier niedergelassen hat. Das lange Gebäude auf der rechten Seite – ich vermute, ein ehemaliges Klostergebäude – wird von der Firma Michelin als Schule für Mechaniker genutzt. Es war früher eine wichtige Einrichtung des Unternehmens, wird aber heute nur noch sporadisch genutzt. Er betonte die Rolle von Michelin als Unternehmen und Arbeitgeber für die Stadt. Er hat auch für Micheline gearbeitet, und vielleicht kennt er die Schule aus seiner eigenen Ausbildung. Er verabschiedet sich und nachdem ich meine Zeichnung beendet habe, entdecke ich direkt neben dem Friedhof das Michelin-Gebäude am Place du Carmes.

On Wednesday I am sitting on the ‘Cimetière des Carmes’. While I draw, a man appears, he, himself in an age post retirement, visits the grave of his grandmother, he later tells me. First he gives, in a mixture of english and french, a brief history of the place: The church belonged to a Convent of Carmelites, ‘Carmes’, that settled here. The long building at the right – I guess a former convent building – is used by the Michelin company as a school for mechanics. It used to be an important facility of the company, but is now only sporadically used. He emphasized the role of Michelin as company and employer for the city. He worked for Micheline too, and maybe he knows the school from his own education. He says goodbye and after I finish my drawing, I spot, right aside the cemetery, the Michelin-building at Place du Carmes.

Am frühen Nachmittag in der Nähe des historischen Zentrums – zwischen der Rue la Tour d’Auvrenge und dem Boulevard Desaix gibt es einen kleinen Platz mit einem Poseidon-Brunnen, Platanen und Bänken. Hier machen die Rider eines Essensauslieferers ihre Pausen. Auf der Bank hinter mir hören junge Menschen Musik und rauchen Gras. Leute führen Hunde aus.

After noon near the historical center – between the Rue la Tour d’Auvrenge and Boulevard Desaix is a small square with a Poseidon fountain, sycamore trees and benches. Food delivery riders take their breaks here. On the bench behind me, adolescents listen to music and smoke weed. Dogwalkers.

Ich sitze an einem Tisch vor dem ‘Coq Argenté’ am Place Saint Pierre, direkt gegenüber einer Markthalle. Es wird langsam dunkel, die Tische vor den Bistros am Platz werden rein geräumt und die Lieferautos der Marktleute tauchen auf.

I am sitting at a table in front of the ‘Coq Argenté’ on Place Saint Pierre, directly opposite a market hall. It is slowly getting dark, the tables in front of the bistros on the square are being cleared and the delivery cars of the market people appear.

Später in der (sehr netten) Bar ‘Le Bikini’ – erst ist es leer, der Wirt interessiert sich für meine Zeichnung und bald kommen Gäste, ein ‘Carnetist’ scheint hier kein ungewohnter Anblick, ich zeichne und unterhalte mich, nach einer Stunde leert sich die Kneipe wieder, und ich trinke ein letztes Bier, bevor ich ins Hotel gehe und früh am Morgen zurück nach Berlin fahre.

Later in the (very nice) bar ‘Le Bikini‘ – at first it’s empty, the landlord is interested in my drawing and soon guests arrive, a ‘carnetist’ doesn’t seem an unusual sight here, I draw and chat, after an hour the pub empties again and I have a last beer before going to the hotel and taking the train back to Berlin early next morning.

Rendez-Vous du Carnet de Voyage, November 2021

Dieses Jahr bin ich wieder nach Clermont-Ferrand zum Rendez-Vous du Carnet de Voyage gefahren.

This year I travelled to Clermont-Ferrand again to visit the Rendez-Vous du Carnet de Voyage.

Der erste Halt auf dem Weg war Köln, zum Frühstück im Starbucks am Hauptbahnhof.

First stop on the was Cologne, breakfast in Starbucks at Main Station.

Auf dem Weg von Paris nach Clermont-Ferrand im IC klemmt mein Gepäck ein wenig und ich bleibe im Vorraum, statt meinen Platz einzunehmen. gut gelaunte Schaffner verkaufen einem Mitreisenden ein Ticket, evtl. mit Gebühr (es gibt Diskussionen, die ich nicht verstehe, aber die Stimmung ist ok …)

On the way from Paris to Clermont-Ferrand in the IC, my luggage jams a bit and I stay in the vestibule instead of taking my seat. good-humoured conductors sell a ticket to a fellow passenger, possibly with a fee (there are discussions that I don’t understand, but the mood is ok …).

Nachdem ich am Abend im Hotel schon ersten Zeichnerkolleg:innen begegnet bin, baue ich am Donnerstag meinen Stand im Polydome auf. Ich stelle die Kanttuschen und das gerade dazu erschienene Buch vor.

On my arrival I already meet first drawing colleagues in the hotel and on the next morning I set up my stand in the Polydome. On this Rendez-Vous I present the Kanttuschen and my book on those .

Am Freitag, dem ersten Tag des Rendez-Vous kommen die Schulklassen und ich zeichne einige Portraits.

Friday, the first day of the Rendez-Vous the school classes come and I draw some portraits.

Ausserdem treffe ich viele lange-nicht-gesehene und neue Freunde. Abends sitze viele davon in der ‘1513 Creperie Grill’, zeichnen sich gegenseitig und schauen dann Skizzenbücher an.

Es folgen zwei weitere Tage des Rendez-Vous: Ich erkläre, notfalls mit Händen und Füssen, oft auch englisch oder deutsch verstehenden Gästen, was ich da so gemacht habe, präsentiere einer (englisch sprechenden) Schulklasse, gehe viel zu wenig andere Stände angucken und am Samstag mit allen Teilnehmern Essen. – Vielen Dank allen Organisatoren, dieses Festival ist toll,

In addition I meet a lot of long-time-not-seen and new friends. In the evening a lot of them sit in ‘Le 1513 Creperie Grill’, sketch each other and than view sketchbooks.

Two more days of the Rendez-Vous follow: I explain, if needed with hands and feet, but quite often english or german speaking visitors, what I am doing, present for an (english speaking) school class, go too rarely on visits to other stands (sorry for that!) and to the big dinner on saturday night. – big thanks to all organizers, this festival is great!

Nachdem wir am Sonntag alle unsere Stände abgebaut haben, gibt es Abends die Abschlussparty im Haus von Tazab. Ich bin das erste mal hier und es ist wunderbar, Freunde, Essen, Musik ….

Das Festival ist zu Ende, aber ich bleibe noch ein paar Tage in Clermont-Ferrand.

After we all have cleared our stands on sunday evening, there is the party at the house of Tazab. I am here for the first time and it is wonderful, friends, food, music …

The festival is finished, but I stay a few more days in Clermont-Ferrand.