Junge Sinfonietta

Heute (und morgen 16:00 nochmal) war das Winterkonzert der Jungen Sinfonietta Berlin in der Otto von Guerike Oberschule. Eine Tochter spielt dort mit (wer genau hinschaut erkennt Position und Anfangsbuchstaben des Vornamens, Instrument verrate ich, Klarinette) und es ist ganz wundervoll – Dank an Musiker, Dozenten und den Leiter (Thomas Lamp)!

Today (and tomorrow 4 pm again) was the winter concert of the Junge Sinfonietta Berlin at the Otto von Guerike Oberschule. A daughter is playing there (who looks closely recognizes position and first letters of the first name, instrument I betray, clarinet) and it is quite wonderful – thanks to musicians, teachers and the director (Thomas Lamp)!

Ugah

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* Ich fahre von Charlottenburg nach Kreuzberg ** und gehe in den Trinkteufel. Es ist voll, aber am Tresen ist eine breite Lücke, da stell ich mich hin und bekomme ein Bier – irgendwann kommt erst ein Typ zum Bier Bestellen, dafür ist Platz, dann sein Kumpel, der glotzt mich an, ohne zu sprechen. Ich verstehe schon, aber gehe erst, als er sich umdreht und mich mit seinem (recht breiten) Rücken wegschiebt. Ugah. Er bleibt stehen und quatscht mit seinem Kumpel und Leute an. Ich klemme mich woanders hin, und pinsle, wie er sich freut.

* I’m riding from Charlottenburg to Kreuzberg and **visit the ‘Trinkteufel’. It’s full, but there’s a wide gap at the counter, I go there and get a beer – at some point a guy aproaches for ordering his beer, there’s room for that, then his buddy comes and stares at me without talking. I understand, but I don’t leave until he turns around and pushes me away with his (quite wide) back. Ugah. He stays and talks to his buddy and people. I clamp myself somewhere else and ink him beeing happy.

Zuoz

Am vorletzten Septemberwochenende war in Zuoz das 1. Symposium der Schweizer Urban Sketcher.

Nach der Ankunft im ‘Lyceum Alpinum’, gehe ich runter zum Dorplatz, wo an den Tischen der ‘Cruchetta’ weitere Zeichner auftauchen

Am Abend in dem selben Lokal drinnen. Die Stube ist, wie soweit ich verstanden habe für Räume mit Ausschank ortstypisch, ganz mit Arven-Holz ausgekleidet. Zeichner sitzen zusammen und zeichnen einander. Sogar mitreisende Angehörige greifen beherzt zum Stift.

Samstag tagsüber zwei Workshops und erst am Abend komme ich von der Terrasse des ‘Castell’ selbst zum Zeichnen, den ‘Piz Mezzaun’ auf der gegenüber liegenden Talseite.

Im Dorf – bevor man den schönen Hauptplatz erreicht zweigt bergauf die ‘Via Ritscha’, an der Abzweigung als kleiner Platz mit Brunnen, bergauf begrenzt von der ‘Chesa Poult’ und seitlich von der ‘Garascha Botta’ einer Autowerkstatt mit Tankstelle.

Am Sonnntag mittag ist das Symposium zuende und wir müssen Abreisen. Es war total schön, Dank für Organisation und Einladung an André, Heidi, Mario und Alle, die mitgetan haben und das Lyceum für die tolle Unterbringung.

Vaalser Berg

Von der Landstraße von Gemmenich nach Vaals zweigt genau auf der Belgisch-Niederländischen Grenze ein Weg den Berg hoch, Richtung Dreiländerpunkt ab. Ich laufe im Regen durch einen dampfenden Wald und setze mich zum Schauen auf einen umgestürzten Baumstamm. Die Blätter der Eichen und Buchen fangen die Regentropfen über meinem Kopf ab, bis immer mal wieder eine Windböe das gesammelte Wasser auf meinen Kopf und mein Skizzenbuch niederprasseln läßt.

Zurück zur Landstrasse sieht man vom Weg am Waldrand über Süd-Limburg und rechts fast nach Aachen.

Cruise in

Der ‘American Diner’ ‘Cruise in’ hat sich, wie ich der Fahrradständerbeschriftung entnehme, bereits 1996 in einem runden Pavillion auf einem Parkplatz in einem Gewerbegebiet in Spandau eingenistet. Ich brauche eine Pause und speise daher ‘American’, also Heineken und dänisches Hot Dog. Leute kommen, parken ihr Motorrad (BMW BJ 1956, 500 cubic, entnehme ich Gesprächen) standesgemäß direkt vor dem Laden. Aus den Außenlautsprechern kommen – leider schwer verständliche –  Rock’n Roll-Geräusche, die ich auch noch unleserlich transskribiert habe. Letzterem kann ich abhelfen:

‘düt mesh düt mesh dütdüt mesh I’am only dancing düt mesh I got the düt düt answer mesh mesh Don’t düt let me [….] I’m only dancing dosh mesh dosh mash you turn me on but when your […] you. I’am only düt düt düdü düt dödödöd dü dödödödö tü mäsch!’

The ‘American Diner’ ‘Cruise in’,  has settled in a round pavilion on a parking lot in an industrial estate in Berlin-Spandau already in 1996, as I can see from the bike rack inscription. I need a break and eat ‘American’, Heineken and Danish Hot Dog. People come, park their motorbikes (BMW 1956, 500 cubic, I take conversations) directly in front of the shop. From the outside loudspeakers come – unfortunately hard to understand – Rock’n Roll noises, which I also transscribed illegibly. I can help the latter:

‘dut mesh dut mesh dutdut mesh I’am only dancing dut mesh I got the dut dut answer mesh mesh Don’t dut let me [….] I’m only dancing dosh mesh dosh mash you turn me on but when your […] you. I’am only dut dut dudu dut dododod du dodododo tu mash!’

 

Gotzkowskistrasse

Vor dem Spätkauf stehen 3 Biertische auf dem Bürgersteig. Donnerstag ist spätabends noch jede Menge los. Eine stattliche Frau in weitem Hemd thront in einem Plastikstuhl und unterhält sich mit einer jungen Frau in engem Kostüm. Zwei weitere Frauen, eine mit Rollator, kommen den Bürgersteig runter und bleiben stehen. Gesprächsthemen sind Getränke. Zum Beispiel Pastis, den kennt die Frau im Hemd nicht. Der sei erst klar, und wenn man Eiswasser hinzuschütte, so milchig. – Wie, milchig, versteh ich nicht? – Naja, also so etwa wie Sperma. – Beh, schmeckt das auch so? – Das nun nicht. Zum Glück!

In front of the ‘Spätkauf’ are 3 beer tables on the sidewalk. Thursday evening it is still busy. A large woman in a wide shirt is enthroned in a plastic chair and talks to a young woman in a tight costume. Two more women, one with a rollator, come down the sidewalk and stop. Topics of conversation are drinks. For example Pastis, the woman in the shirt doesn’t know that. – It’s clear, but when you pour ice water on it, it’s kind of milky. – How, milky, I don’t get it? – Well, like sperm. – Behold, it tastes like that too? – No, not at all. Fortunately!

Děčín

Im Park des Děčíner Schlosses stehen unter einem Brückenbogen ein kleiner Trecker und ein Rasenmäher. Ich zeichne und als ich gerade fertig bin erscheint eine Dame in schicker Uniform und Sonnenbrille und inspiziert etwas irritiert mein Tuen. Sie weiß nicht recht, was sie von meinem offenbar wirren Verhalten denken soll – hinter mir ist ein Schloss und ich zeichne einen Trecker – so dass mir ein wenig Zeit bleibt, meinen Kram zu packen, bevor sie mich, langsam entschlossener werdend, weg weißt. Offenbar darf man hier eigentlich keine Trecker zeichnen.

In the park of the Děčíner castle there is a small tractor and a lawn mower under a bridge arch. I draw and just as I am finished a lady in a chic uniform and sunglasses appears and inspects my doing a little irritated. She doesn’t really know what to think of my apparently confused behaviour – behind me is castle and I draw a tractor – so I have a little time to pack my stuff before she sends me away, slowly becoming more determined. Obviously you must not draw tractors here.

Die Schifffahrt auf der Elbe ist eingestellt. Am Dock liegt der Hinterradmotorschlepper ‘Beskydy’. Organisiert vom örtlichen Museum kann man ihn besichtigen. Nachdem wir uns – bestärkt durch den freundlichen Rates eines Anwohners – durch die mit Schranken versehene Einfahrt des Dockgeländes getraut haben kaufen wir unter einem Sonnenschirm an der Kaimauer Eintrittskarten und steigen die Treppe hinunter zum Schiff. In dem Arbeits- und Schlafraum des Kapitäns hängen historische Fotos und eine Dame erklärt in ihrem nur angeblich eingerosteten Deutsch alles. Über dem Schreibtisch gibt es ein großes Portraitfoto von Antonín Zápotocký, der zur Erbauungszeit 1956 tschecheslovakischer Staatspräsident war, in der Holzvertäfelung – mittlerweile Cremeweiß lackiert – sind Klappen, durch die die Antriebswelle gewartet werden kann. Am vorderen Ende der Welle, in einem in der oberen Hälfte verglasten Maschinenraum, erklärt der Betreiber in Badehose und Hemd einem anderen Besucher den großen 12-Zylinder-Motor. Hinten treibt die Welle ein breites Schaufelrad an. Wohl auch wegen dieses Antriebes hat das Schiff nur 90 cm Tiefgang. Es könnte also, so die Dame in der Kajüte, trotz Niedrigwasser eigentlich fahren. Bei normalem Wasserstand schleppt es immer noch Bargen mit Kohlen oder Baumaterial von und bis Magdeburg.

Navigation on the Elbe has been discontinued. At the dock is the rear wheel motor tug ‘Beskydy’. It can be visited, organised by the local museum. After we have dared – encouraged by the friendly advice of a resident – to go through the barriered entrance of the dock area we buy tickets under a parasol at the quay wall and climb down the stairs to the ship. In the captain’s working and sleeping room there are historical photos and a lady explains everything. Above the desk there is a large portrait photo of Antonín Zápotocký, who was Czech President at the time of the ships construction in 1956. The wooden panelling – now painted cream white – has flaps through which the drive shaft can be serviced. At the front end of the shaft, in an engine room glazed in the upper half, the operator, wearing swimming trunks and shirt, explains, the large 12-cylinder engine to another visitor. At the rear, the shaft drives a wide paddle wheel. Probably also because of this drive, the ship has a draught of only 90 cm. So, according to the lady in the cabin, it could actually sail despite the low water level. At normal water levels it still pulls barges of coal or building material from and to Magdeburg.

Im Zoo von Děčín gib es einen Kamtschatkabären. Er ist ziemlich groß – wahrscheinlich um das zu demonstrieren richtet er sich zwischendurch auf die Hinterbeine auf. Ansonsten wirkt er recht sympathisch. Zum Spielen hat er einen schönen alten Autoreifen in seinem Gehege.

In the zoo of Děčín there is a Kamchatka bear. It’s quite big – probably to demonstrate this it stands up on its hind legs in between. Otherwise he looks quite likeable. For playing he has a nice old car tire in his enclosure.

 

 

Kamnitz

Wir laufen von Vysoká Lípa die Kamenice (Kamnitz) bis zur Mündung in die Elbe in Hřensko hinunter. An zwei Abschnitten – der wilden Klamm und der Edmundsklamm – steigen wir in (gut mit Mitwanderern gefüllten) Boote, die von gutgelaunten Bootsführern durch die beeindruckenden Schluchten gestakt wurden. Kurz vor Hřensko finden wir eine Stelle, an der man sich ungestört an den Fluss hocken und ins Wasser schauen kann.

Prag, Juli 2019

Unser Hotel liegt an einer Kreuzung an der Veletržní im Bezirk Prag 7. Auf der Terrasse gibt es Essen und Bier. Nebenan ist der Veletržní Palác, das größte Austellungsgebäude der Tschechischen Nationalgalerie. Sowohl die Architektur (1925-28, Architekten Josef Fuchs und Oldřich Tyl ) als auch die aktuellen Ausstellungen, die wir und angesehen haben (Giacometti und ‘ASA 400: Photographs’) sind ganz wundervoll. Das Gebäude ist riesig und zwischendurch kann man im Erdgeschoss Kaffee trinken:

Our hotel is situated at a crossroads at the Veletržní  in the Prague 7 district. Food and beer are served on the terrace. Next door is the Veletržní Palác, the largest exhibition building of the Czech National Gallery. Both the architecture (1925-28, architects Josef Fuchs and Oldřich Tyl ) and the current exhibitions we have seen (Giacometti and ‘ASA 400: Photographs’) are wonderful. The building is huge and in between you can drink coffee on the ground floor:

In dem Bezirk ‘Prag 7’ gibt es 2 große Parks, den ‘Stromovka’ bei der Messe, mit vielen Bäumen und Teichen, viel Platz zum laufen und spazieren, Planetarium und etwas Strandbarartigen, in die anderer Richtung auf dem Hügel den ‘Letná’ mit Blick auf die Moldau und Alstadt, besonders gut vom ‘Metronom’, (eigentlich ‘Time Machine), 1991 von  Vratislav Karel Novák an der Stelle des 1962 zerstörten Stalin-Denkmals errichtet:

In the district ‘Prague 7’ there are 2 large parks, the ‘Stromovka’ at the fair, with many trees and ponds, lots of space to run and walk, planetarium and a ‘beach bar’, in the other direction on the hill the ‘Letná’ with view to the Vltava and Old Town, especially well from the ‘Metronom’, (actually ‘Time Machine’), built in 1991 by Vratislav Karel Novák at the place of the Stalin monument destroyed in 1962:

Wir besuchen das jüdische Museum in der Altstadt mit dem Shoah-Gedenkstätte in der Pinkas-Synagoge und dem Alten Jüdischen Friedhof.

We visit the Jewish Museum in the Old Town with the Shoah Memorial in the Pinkas Synagogue and the Old Jewish Cemetery.

Mit diversen Straßenbahnfahrten (und einer Fährfahrt über die Moldau) gelangen wir zur ‘Meet Factory‘ – dort gibt es in alter Industriearchitektur zwischen Gleisen und Autobahn mehrere Kunstaustellungen, Konzerte und an diesem Abend Open Air Kino. Bis es dafür dunkel genug ist laufe ich nach nebenan, zu einem Schrottplatz mit alten Locks, Zügen und Lastwagen. Ich zeichne einen rostigen Kipplaster (mutmaßlich ein Tatra 148) durch Zaun und Büsche:

With various tram rides (and a ferry ride across the Vltava) we reach the ‘Meet Factory‘ – there are several art exhibitions, concerts and this evening open air cinema in old industrial architecture between the railway tracks and the motorway. Until it is dark enough I walk next door to a scrap yard with old locks, trains and trucks. I draw a rusty dump truck (presumably a Tatra 148) through fences and bushes: