Prag, Juli 2019

Unser Hotel liegt an einer Kreuzung an der Veletržní im Bezirk Prag 7. Auf der Terrasse gibt es Essen und Bier. Nebenan ist der Veletržní Palác, das größte Austellungsgebäude der Tschechischen Nationalgalerie. Sowohl die Architektur (1925-28, Architekten Josef Fuchs und Oldřich Tyl ) als auch die aktuellen Ausstellungen, die wir und angesehen haben (Giacometti und ‚ASA 400: Photographs‘) sind ganz wundervoll. Das Gebäude ist riesig und zwischendurch kann man im Erdgeschoss Kaffee trinken:

Our hotel is situated at a crossroads at the Veletržní  in the Prague 7 district. Food and beer are served on the terrace. Next door is the Veletržní Palác, the largest exhibition building of the Czech National Gallery. Both the architecture (1925-28, architects Josef Fuchs and Oldřich Tyl ) and the current exhibitions we have seen (Giacometti and ‚ASA 400: Photographs‘) are wonderful. The building is huge and in between you can drink coffee on the ground floor:

In dem Bezirk ‚Prag 7‘ gibt es 2 große Parks, den ‚Stromovka‘ bei der Messe, mit vielen Bäumen und Teichen, viel Platz zum laufen und spazieren, Planetarium und etwas Strandbarartigen, in die anderer Richtung auf dem Hügel den ‚Letná‘ mit Blick auf die Moldau und Alstadt, besonders gut vom ‚Metronom‘, (eigentlich ‚Time Machine), 1991 von  Vratislav Karel Novák an der Stelle des 1962 zerstörten Stalin-Denkmals errichtet:

In the district ‚Prague 7‘ there are 2 large parks, the ‚Stromovka‘ at the fair, with many trees and ponds, lots of space to run and walk, planetarium and a ‚beach bar‘, in the other direction on the hill the ‚Letná‘ with view to the Vltava and Old Town, especially well from the ‚Metronom‘, (actually ‚Time Machine‘), built in 1991 by Vratislav Karel Novák at the place of the Stalin monument destroyed in 1962:

Wir besuchen das jüdische Museum in der Altstadt mit dem Shoah-Gedenkstätte in der Pinkas-Synagoge und dem Alten Jüdischen Friedhof.

We visit the Jewish Museum in the Old Town with the Shoah Memorial in the Pinkas Synagogue and the Old Jewish Cemetery.

Mit diversen Straßenbahnfahrten (und einer Fährfahrt über die Moldau) gelangen wir zur ‚Meet Factory‚ – dort gibt es in alter Industriearchitektur zwischen Gleisen und Autobahn mehrere Kunstaustellungen, Konzerte und an diesem Abend Open Air Kino. Bis es dafür dunkel genug ist laufe ich nach nebenan, zu einem Schrottplatz mit alten Locks, Zügen und Lastwagen. Ich zeichne einen rostigen Kipplaster (mutmaßlich ein Tatra 148) durch Zaun und Büsche:

With various tram rides (and a ferry ride across the Vltava) we reach the ‚Meet Factory‚ – there are several art exhibitions, concerts and this evening open air cinema in old industrial architecture between the railway tracks and the motorway. Until it is dark enough I walk next door to a scrap yard with old locks, trains and trucks. I draw a rusty dump truck (presumably a Tatra 148) through fences and bushes:

Neuendorfer Heide

Zwischen dem Spandauer Jagdhaus und Nieder Neuendorf verläuft der Mauerweg auf dem ehemaligen Grenzstreifen durch die Neuendorfer Heide entlang der Havel. Die politische Grenze lag in der Havel. Ich hocke zwischen Weg und Havelufer, wohl schon jenseits des Verlaufes der Vorderlandmauer, also im ehemaligen Niemandsland, auf bemoosten Grundmauern, Teile der Ruine eines Wohnhauses. Zwischen Mauertrümmern und Fliesenresten wachsen große Bäume.

From Spandauer Jagdhaus to Nieder Neuendorf the Wall Trail runs along the former border strip along the Havel through the Neuendorfer Heide. The political border was in the river Havel. I squat between the path and the banks of the Havel, probably already beyond the course of the ‚Vorderlandmauer‘, in former no man’s land, on mossy foundation walls, parts of the ruins of a residential building. Large trees grow between bricks and the remains of tiles.

 

 

Les Amazones d’Afrique

Samstag Abend spielten Les Amazones d’Afrique zur Wassermusik 2019 im Haus der Kulturen der Welt. Sehr cool.

Hier kann gehört (und gekauft) werden.

Saturday night Les Amazones d’Afrique performed in the ‚Haus der Kulturen der Welt‘, as part of the festival  Wassermusik 2019. Very cool.

You can listen (and buy) here.

06 Juli 2019

Im japanischen Reataurant Aki Tatsu sitze ich an einem kleinen Tisch am großen Fenster zur Kantstrasse. Drinnen gibt es Thunfisch und Bohnen und draussen (endlich) Regen.

Ein paar Meter weiter ist das Gasthaus Wuppke. Neben der Tür steht ein Flipper (‚Bugs Bunny Birthday Balls‘), es läuft Musik etwa aus dem mutmaßlichen Baujahr des Flippers, Gäste ähnlichen Alters unterhalten sich am Tresen. An den Tischen wird viel Karten gespielt und dort scheint niemand über 30 zu sein.

Kiefern

Es ist warm und wir fahren mit dem Fahrrad, erst zum Skulpturen gucken zum Haus am Waldsee, dann zur Krummen Lanke. Mir ist es am Ufer zu voll und ich gehe ca. 200m weg und sitze auf einem abgesägten Stumpf. Harzgeruch. Badegeplapper durch laues Rauschen.

21 Juni

Letzte Woche Freitag war ‚Fête de la Musique‘ – In der Kaiser-Friedrich-Straße spielt im ‚Art Stalker‘ ‚Dirty Mops‘ (Band mit merkwürdigem Namen in merkwürdigem Lokal, aber gut). Um 10 ist Schluss wegen Lärmschutz.

Daher gehe ich in die ‚Hat Bar‘ unter einem S-Bahn-Bogen am Kantdreieck, da ist jeden Abend Jam-Session – Männer in frei wechselnden Zusammenstellungen spielen auf Instrumenten Jazz-Standards, manchmal singen Frauen (und merkwürdigerweise nie umgekehrt, soweit ich bisher gesehen habe …):

Herrfurthstraße

Kurz vor Schluss schaffe ich es sonntags noch zu 48h Neukölln. In der Herrfurthstraße im Schillerkiez. Vor einer Galerie, die Hälfte der Passanten scheint wegen Kunst unterwegs, die Anderen sind eh auf der Straße. Ich fotografiere mein Gemale für Instagram, zwei Halbwüchsige rufen schon von Weitem, dass ich das gar nicht fotografieren brauche, es sei eh Kacke. Meine Antwort ist einfallslos, nicht halbwüchsigengerecht und mittelfingerförmig. Sie sind unbeeindruckt und präzisieren ihre Kritik – meine Farben seien total schwul. Sie kommen näher, in Sichtweite, ob ich das alles mit der einen Farbe gemalt hätte? – dass sei blöd, die sei total schwul. Ich stimme in soweit zu, dass ich, trotz anderer Lehrmeinung, schwarze Tusche auch als Farbe betrachte (nur dass die schwul sei, wusste ich nicht). Auf weitere Erörterungen lassen sie sich aber nicht ein, sondern ziehen lachend weiter.

Shortly before the end – Sunday – I make it to 48h Neukölln. In Herrfurthstraße in the Schillerkiez. In front of a gallery, half of the passers-by seem to be on their way because of art, the others are on the street anyway. I photograph my scrawl for Instagram, two adolescents shout from a distance that I don’t even need to photograph it, it’s shit anyway. My answer is unimaginative, not appropriate for adolescents and middle finger-shaped. They are unimpressed and precise their criticism – my colours are totally gay. They come closer, within sight, whether I would have painted all this with that one colour? – that’s stupid, that colour is totally gay. I agree to the extent that, despite other doctrines, I also consider black ink to be colour (only I didn’t know, it was gay). However, they don’t get involved in further discussions, but walk away laughing.

Im Café Lux ist ein schöne Fotoausstellung – ‚Das Geräusch des Wassers‘ – und vor dem Café kann man sitzen. Leute reden, Zeichner hören unwillkürlich. Eine Person am Telefon will sich nicht entschuldigen. Deswegen auf keinen Fall (ich weiß nur grob, warum, aber so aus dem Bauch – ne, deswegen nicht) – eine andere Person hat den Ex geschont und nicht alles erklärt (warum er jetzt Ex ist – naja, aber so enthält man wichtige Hinweise zum ’selfimprovement‘ vor) (aber eigentlich geht mich das alles gar nichts an)

In Café Lux there is a nice photo exhibition – ‚The Sound of Water‘ – and you can sit in front of the café. People talk, draughtsmen hear involuntarily. A person on the phone doesn’t want to apologize. Therefore not at all (I only know roughly why, but from my gut – no, therefore not) – another person spared the ex and didn’t explain everything (why he’s an ex now – well, but this way important hints for self improvement are withheld) (but actually none of it is my business)

Luna Katze

Ich verbiete, meinen Pinsel zu jagen und  von der Tusche zu trinken und Luna wird langweilig und sie geht weg.

As I do not allow to chase my brush nor drink my ink, Luna Cat gets bored and leaves.

London

Ich fliege für einen Workshop nach London. Ich war zuletzt in den 90ern dort und fliege extra früh, zum Besichtigen.

I fly to London for a workshop. My last time there was back in the 90ties, so I fly extra early for a bit of sightseeing.

Von der bar auf level 6 ‚ der Tate Modern schaue ich zum Kaffee über die Themse.

From the the bar on level 6 of Tate Modern I view across the Thames.

Näher am Boden ist der Borough Market – Menschen vom Nahen.

Closer to ground the in borough market people are closer.

Nach 3 drei weiteren Tagen mit tollen Workshop-Teilnehmern und Kollegen geht es zurück nach Berlin.

3 days with great workshop participants and colleagues follow, then back to Berlin.

nachts

_ in der Wrangelstrasse. Der Typ neben mir, an der Bar schnauzt mich an, warum ich hier sei. Als ich nicht verstehe, brüllt er mich an. Ihm passt nicht, dass ich auf mein Telefon geguckt habe. Nach einiger Zeit – ich male schon vor mich hin – kommt die Frau neben ihm rüber – ob ich Polizist sei. Ich sage nein, wie es jeder undercover Bulle auch tuen würde und sie versichert ihrem Nachbarn, dass ich kein Bulle sei, habe sie ja gesagt. Ich male durch die Tür nach draussen. Da wird es dunkel.

_in der Rosenthaler Straße schaue ich auf die Baustelle gegenüber dem Eingang zum Haus Schwarzenberg. Gelbliches Licht von den Strassenlaternen und Warnleuchten auf den Barken.