tempelhof1_170312 tempelhof2_170312 tempelhof_zirkus_170312fbdiesen samstag erstmals frühling. daher zum flughafen die dortige ‘tempelhofer freiheit’ geniessen, also rollen mit allerlei rollsportgrät, ärgern, dass drachen vergessen, von hilfsbereiten longboarder trick zum besteigen eines waveboards entgegennehmen (auf den horizont gucken, und nicht aufs board. und tatsächlich, hier gibts horizont. und es klappt) die rollfeldrelikte malen. asphalt und betonplatten, gras dazwischen. den zirkus malt meine tochter. zuvor siegerentwurf für iga geguckt und dann dort gedacht, warum überhaupt entwurf, warum iga. alles ist gut, die klug pointierte infrastruktur, die ‘ungestalten’ flächen, deren exzessive aneignung (hallo lars lerup – beim linksuchen stelle ich fest, das es nicht mal in wikipedia was über  ‘building the unfinished’ gibt – argh). also genießen, dann kommt iga, und tulpenrabatten statt freiheit! – ‘Die heutige Form der Freifläche ist ein Übergangsstadium und Ausgangspunkt eines nachhaltigen Entwicklungsprozesses.’ es gibt ein (sieger)entwurfsbild, da ist etwa wo ich beim zweiten bild hocke ein runder tümpel mit lauschiger holzbrücke…halt ‘ein hohes gestalterisches Niveau für die Planung der zukünftigen Parklandschaft’… so beseitigt man wohl ‘Fehlende Wegeverbindungen, eingeschränkte Nutzungsangebote für Kinder und Ältere sowie minimale Infrastruktur sind Beispiele für vorhandene Defizite des Ortes. ‘ meine kinder finden hier nutzungsangebote, und zwar die, die es sonst nirgends gibt. und über wiesen kann und darf man laufen (besonders, solange keiner stiefmütterchenbeete drauf angelegt hat) ‘Räume schaffen heißt Erfahrungen machen – ein Verb, kein Substantiv. Der physische Raum zuzüglich seiner Aneignung durch den Menschen: das ist Raum.’ lars lerup, building the unfinished, 1977. ok, im hinteren teil bleibt was über, und ein bisschen ablesen kann man die startbahn. aber direkt am schmucken flughafenhäuschen muß natürlich ein ordentlicher vorgarten hin. nachtrag 18.02. – eine passende initiative gefunden!

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6 Comments

  1. beautiful

  2. wie lange bleibt mir, nach Berlin zu kommen, um die tempelhofer freiheit so zu genießen, bevor jemand Stiefmütterchen pflanzt? (habe selber gestern welche gepflanzt, aber ich habe eine gute Ausrede, die ich auf Anfrage absondere).

    Zirkusbild: war das F ofer A? Jedenfalls wunderschön. Achja, und deine Bilder sind auch ganz gut….. (nagut: sehr gut. Um nicht zu sagen: phä no me nal). lars lerup — wer ist das denn? klingt wie Lutschbonon. scheint ja ein kluger Mann zu sein.

    • rolfschroeter says:

      iga ist 2017 – da wird also noch was zeit sein. gamalt hat natürlich f, die ist die ‘lokative’ zeichnerin, a ist da mehr für das fantastische.
      lerup ist in der tat sehr interessant, obwohl architekturtheoretiker mißbrauche ich sein ‘aneignungsprinzip’ – dinge sollten nutzungsoffen und ‘unfertig’ sein, um nutzern zu ermöglichen, sie sich zu eigen zu machen – als ‘universaldosenöffner’ für alles mögliche, zb. elterninitiative im pädagogischen. ich hab den tip im studium aber schon von einem dozenten bekommen – sonst liest den wohl keiner mehr, wie gesagt, selbst wikipedia kennt ihn nicht.

  3. Schöner Beitrag. Finde auch, dass die IGA dort fehl am Platz ist, zumal das Gelände eigentlich Vogelschutzgebiet ist…

    Das erste Bild hat hohen Wiedererkennungswert. Sieht gut aus. :-)
    Allerdings finde ich auch den Zirkus dort etwas befremdlich…

    • rolfschroeter says:

      vielen dank, silberfink!

      das mit dem vogelschutz ist zwar sicher auch wichtig, mir geht es aber noch eher um menschenschutz, dh, denen, die in der lage sind, sich etwas, so wie es ist, zu eigen zu machen, diese freiräume zu lassen.

      gegen den zirkus hab ich also eher nix (abgesehen von den vorbehalten, die man gegen tierdressur so hat) – ich finde den temporären charakter der zelte und wagen und die lage am rand des feldes eigentlich angemessen. es gab ja auch schon andere kulturelle nutzungen temporären charakters, die mir inhaltlich mehr lagen. ich finde es gerade wichtig, die fläche auch für so etwas offen zu halten.

* was sagen >

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