# stadt

_nicht #land:

Heute eröffnete das diesjährige (Xte) Wassermusik Festival im Haus der Kulturen der Welt. Auf der wunderbaren Terrasse des ehemaligen Kongresszentrums im Tiergarten gibt es zu meist wunderbarer Musik Abendsonne, Getränke und am Ende einen Film.

Als Hauptgruppe spielte Heute Arto Lindsay & Band. Toll.

Ich zeichne die Treppe runter, vom Mittelpodest, am Görlitzer Bahnhof. Einer der Dealer vom Fuss der Treppe kommt bald angerannt und fragt mich, was ich tue. Zeichnen. Er ist nervös und aggressiv, sagt undeutlich irgendwas, irgendwie warnend bis drohend, soviel verstehe ich. Er geht und weiter passiert nichts. Menschen gehen treppauf und runter zur und von der U-Bahn. Die Typen unten an der Treppe sehen angespannt aus, aber das sind sie wohl immer. Ihre Rolle ist Scheiße, denke ich. Ich gehe bald (Farbe mach ich zu Hause). Am Kiosk ein Plakat eines Lebensmittelmarktes – Wir packen ihnen auch eine Tüte mit Grünem. lustig.

I draw down the stairs, at u-station Görlitzer Bahnhof. One of the drug pushers comes up the stairs and asks, what I do. Draw. He is nervous and aggressive, says something fuzzy, between warning and threatening, that is what I get. Nothing else happens, People walk up and down the stairs for commuting. The guys at the bottom of the stairs look fraught, but I guess this is their usual state. They got a shit role, I think. I leave soon (do colors at home). At a kiosk is a poster of a grocer – Wir packen Ihnen auch eine Tüte Grünes – “we pack you a bag with green stuff too”. funny.

Zum Wochenmarkt in die Markthalle Neun. Im Gewusel Kaffee trinken, Nusssammler auf einem Kunstrasenstreifen ausprobieren und Ziegenkäse kaufen.

Weekly market at Markthalle Neun. I drink coffee in the crowd, test a walnut collector on a strip of artificial turf and buy goats cheese.

_in Berliner U-Bahnen, ICE nach Köln und Regionalbahn nach Grevenbroich.

Auf dem Rückweg erreiche ich eine erste Verbindung in Wuppertal nicht, da ein Zug ‘wegen Personen auf dem Gleis in Opladen’ zu spät ist, so fahre ich bahnappvorschlagsgemäß über Solingen nach Dortmund. Unterwegs stehen wir eine Weile auf dunklen Gleisen rum und in Dortmund ist der Zug nach Berlin dann schon weg. Am Info-Stand wird mir freundlich und unkompliziert ein Hotelgutschein ausgehändigt. Es ist 10, und da ich kein Fußball in der Hotelbar gucken will geh ich raus. Es dauert eine Weile, bis ich eine Kneipe finde, auf deren Fernseher irgendwelche Osteuropop-Videos, statt Fußball laufen. Stammgäste und Personal zocken an den Spielautomaten an der Wand, während ich Flaschenbier trinke.

_in Berlin underground trains, Intercity-train to Cologne and regional train to Grevenbroich.

On the way back I miss a connection in Wuppertal cause of ‘people on the rails in Opladen’, so I follow the suggestion of my railway-app and go via Solingen to Dortmund. The train stands a while on dark rails and as I arrive in Dortmund, the train to Berlin is gone. At the info-spot I get – easy and friendly – a coupon for an hotel. Cause I do not want to watch Soccer in the hotels bar I go out. It takes a while till I find a pub, that has east-euro-pop instead of soccer on the TV. Regulars and staff play at the slot machines while I have beer from bottles.

Zu Mittag am Donnerstag im Cafe Feyza. Der Laden an der Ecke nah unserer Wohnung wechselte über die Jahre den Schwerpunkt vom Minikiosk direkt an der Ecke – Büdchen also – über Universal-Dienstleister – Packetpost, Geldtransfer, Zeitung, Kaffee –  im grösseren Laden daneben, zum Café mit ein bisschen Kiosk ebenda und jetzt. Dieses mag ich sehr.

Selbstgebackenes zum Tee. Auf dem Tisch Orchideen – Plastik und Stoff, die Sonne strahlt durch Schaufenster und Vase und macht rosa Flecken in den Schatten.

Von ‘meiner’ U-Bahn-Station zur Deutschen Oper sind es 2 Stationen. Meine Tochter war Abendes in der Oper, ich hole sie ab. Zuvor fahre ich noch 2 Stationen weiter, zum Zoo, steige die Treppe vor dem ‘Zoofenster’ hoch und gehe zur Ecke Hardenbergstrasse / Kantstrasse. Ich stehe eine Weile vor den Blumen und Kerzen, die um den Pfeiler gegenüber des Breitscheidplatz gelegt wurden.

Links gegenüber ist das Kino, dort habe ich im August gesessen und den Platz um die Gedächtniskirche gezeichnet – an einem Abend mit warmer Luft und vielen herumziehenden Menschen.

Heute zeichne ich nicht, sondern lege eine mitgebrachte Papierblume zu den anderen Blumen und steige wieder in die U-Bahn.

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Heute morgen liegt gegenüber dem alten Heizkraftwerk dieser bewohnbare Kahn. Die Bäume am Ilburger Ufer sind kahl, Laub schwimmt im Wasser und sammelt sich an der Ufermauer der Spree.

Opposite the old heating plant lies this habitable tub. The trees at Ilburger Ufer are bleak, leaves float in the water and gather at the side wall of the Spree.

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Von Charlottenburg nach Neukoelln ist es beinahe eine Reise, ein Besuch im Klunkerkranich also beinahe Tourismus, so bin ich das erste mal dort und stelle fest, dass entgegen meinen Vorstellung ein gewaltiges Holzhaus im Dachgarten auch Schutz vor fiesem Niesel bietet.

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Am nördlichen, noch für Autos erlaubten Teil der Wilmersdorfer Strasse, liegt Wilhelm Hoeck. Ich habe gut 13 Jahre in Charlottenburg gelebt, bevor ich dieses patinierte Lokal entdeckte. Seither verschluckt es mich gelegentlich für 1-2 Stunden.

Es gibt Pilsener Urquell vom Fass – das Erste dauert und zeigt man Zeichen von Ungeduld (kurzes Lidzucken oder Ähnliches) ruft die Schankfrau sofort von irgendwoher ‘Urquell kommt gleich’. Im weiteren Verlauf fragt sie immer genau so, ob man ein weiteres wolle, dass sie gegebenenfalls beim letzten Schluck ein neues, in Ruhe gezapftes Glas rüberreichen kann.

Meist läuft keine Musik (besser).

Man hört die anderen Gäste reden. Ein Wildlederhutträger kommt rein. Von irgendwo links, Frau: ‘Jürgen, wo haste denn das Hemd her. Jürgen. Jürgen! Ist schön, das Hemd. Wo haste das denn gekauft. Jürgen.’

Nachdem der Mann mit Hut weg ist: ‘Ich war beim Friseur und jetzt stehen mir die Haare zu Berge. War halt Scheiße, der Friseur,’

Ich gehe heute nach 2 Bier. Mein Bargeld ist alle.

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An einer Ecke des Klinikgeländes DRK Westend steht, zum Fürstenbrunner Weg/Spandauer Damm dieser Pavilion seit einiger Zeit leer. Vor einigen Jahren aß ich noch eine Pizza in einem Imbiß dort drin, nun sind die Türen versperrt und davor und daneben liegen Gerümpel und Müll.

Auf diesem Bild sieht man den Pavilion ohne anschließende Mauern frei an der aufgeweiteten Strassenecke stehen. Laut dem beigefügten Text und Zitaten wurde er um 1914 von Heinrich Seeling als Blumenhalle mit Bedürfnisanstalt entworfen.