# sommer

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Früher besaß ich mal eine (Vinyl)-LP von Dollar Brand. Ich wurde kein Fan, dazu war mir die Musik zu zurückgenommen und ‘old school’, dennoch habe ich sie manchmal sehr genossen.

Nun kam Abdullah Ibrahim (wie er heute heisst) mit dem Septett Ekaya zum Wassermusik-Festival am HKW.

Auf seinem Flügel platzierte Ibrahim eine A4-Kladde mit einem kleinen Blumenmotiv auf dem Umschlag. Er öffnete sie später und schaute auch hin und wieder drauf, Noten waren es nicht, sondern mit Handschrift ausführlich gefüllte Seiten.

Auch wenn es immer noch nicht ‘meine Musik’ ist, berührte mich der entspannte und perfektionistische Auftritt.

Samstags ist Markt auf dem Boxhagener Platz in Friedrichshain. Wochenmarktübliche und exotischere Lebensmittel und jede Menge Essen-und-Trinken-Stände.

Heute eröffnete das diesjährige (Xte) Wassermusik Festival im Haus der Kulturen der Welt. Auf der wunderbaren Terrasse des ehemaligen Kongresszentrums im Tiergarten gibt es zu meist wunderbarer Musik Abendsonne, Getränke und am Ende einen Film.

Als Hauptgruppe spielte Heute Arto Lindsay & Band. Toll.

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Zur Premiere eines Fischfilms fahre ich zum Aufpassen mit zum Zoopalast. Ein Security-Mann lässt die beiden Teenager, die ich begleite auch ohne (in Preisausschreiben zu gewinnende oder wg. VIP-Status geschenkte) Tickets in den Film. Der ist lang, so dass ich viel Zeit auf dem breiten Bürgersteig an der Hardenbergstrasse verbringe.

Menschen laufen meist in Gruppen durch die warme Spätsommerluft. Auf dem Breitscheidplatz schimmert das Licht kühl blau durch die verglasten Gitterelemente von Eiermanns oktogonalem Bau, während der Tuff-Klotz daneben hell angestrahlt wird.

Vor dem Zoopalast warten ab ca. 22:00 außer mir noch weitere Menschen im Elteralter, bis, nach schnell mit jüngeren Kindern nach Hause eilenden Menschen, schließlich, als letztes, glückliche Teenager heraustrotten.

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Auf Strassenniveau ist das Moabiter Wikingerufer gesperrt, “da konstruktionsbedingt ein Versagen der Uferwand ohne Vorankündigung möglich ist”, wie auf dem Bauschild vorbildlich umfassend informiert wird.

Ich hoffe, dass die grün lakierte Spundwand noch hält und riskiere von unten am Ufer neben der Wand einen Blick auf die Gebauer Höfe auf der Charlottenburger Seite der Spree.

Mont Saint Michel

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Wir teilen die Fahrt von Berlin in den äussersten Westen des europäischen Festlandes in Etappen und übernachten an der Grenze zur Bretagne im Hotel Rose an der ‘Rue du Saint-Michel’. Mit vom Hotel bereitgestellten Fahrrädern kann man in 25 min die Couesnon bis zur Mündung hinunter und über die Brücke zum Mont Saint-Michel fahren.

Saint Malo

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Am Vormittag reicht die Zeit für einen Rundgang auf der Stadtmauer von Saint Malo und einem kurzen Abstieg zum Strand.

Strand

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Schließlich erreichen wir den Campingplatz an unserem Urlaubsort Telgruc auf der ‘Ile de Crozon’, der Mittleren der 3 Halbinseln, die das Département ‘Finestère’ – das Ende der Erde – bilden. In der Gezeitenzone am ‘Plage de Trez Bellec’ sind die Felsen mit Muscheln überwachsen, durch die kleinen Pfützen in den Mulden ziehen Seeschnecken und laufen kleine Krebse.

 

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In einer Strandbar – dem von netten Menschen betriebenen ‘Titi Twist Telgruc’ – kann man abends solche Miesmuscheln, wie die am Strand mit Fritten essen, Musik hören und Bier trinken.

Camping

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Am Campingplatz essen wir Baguette mit Ei oder Gegrilltes.

Küste

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Man kann auf markierten Wegen auf vielen Abschnitten die steile Küste entlanglaufen. Auf dem Weg zum ‘Pointe de Dinan’ führen immer wieder Pfade zu Stränden mit einigen wenigen Badenden, oder nur Kieseln und Felsen hinab.

 

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Neben der Mündung der ‘Aber’ ist der Felsen in Richtung der schräg aufgefalteten Schichtung zu einer Reihe merkwürdig gerundeter Kanäle ausgewaschen.

Schiffe

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Im Port Rhu in Douarnenez gibt es ein Hafenmuseum. Ich treffe mich dort mit dem Wiesbadener Zeichner Jörg Asselborn, der zufällig ebenfalls mit seiner Familie in der Bretagne urlaubt – im Haus besuchen wir eine tolle Ausstellung zum Holzbootsbau und im Hafen einige Schiffe, wie den Hafenschlepper St. Denys. Ich konnte mir danach im Café seine schönen Zeichnungen aus der Bretagne im Original anschauen – hier sind sie in seinem Blog.

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In Camaret im Nordwesten der Halbinsel liegen hafenseitig an der Mole einige aufgegebene Fischerboote. Bei einigen lösen sich die ersten Planken, von anderen ist fast nur noch das Holzskelett übrig. Unter den rostenden Aufbauten befindet sich bei Allen ein hölzerner Rumpf.

Argol

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In Argol im Inneren der Halbinsel besuchen wir das ‘Musée des Vieux Métiers’ – Männer und Frauen im Rentenalter demonstrieren und erklären traditionelle Handwerkstechniken wie Spinnen, Weben, Schmieden etc. Der Holzschuhmacher ist nicht da, so dass ich ungestört seine Werkstatt zeichnen kann, in der um die Kopierfräse zum Arbeiten der Aushöhlung Werkstücke in unterschiedlichen Fertigungsstadien rumliegen.

Telgruc

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Der Ort an dem sich unser Campingplatz befindet hat in seiner Mitte diese niedrige granitene Kirche, auf deren Westfassade ein durchbrochener Turmhelm thront. An einem Sonntag findet auf dem Platz neben der Kirche ein Flohmarkt statt.

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In dem Café neben dem Platz treffe ich mich an unserem letzten Urlaubstag mit der im Ort geborenen Zeichnerin Sylvie Bargain – wir zeichnen die ‘Moulin de Luzeoc‘, die weit sichtbar auf der östlichen Talseite steht und deren z.Zt. unbespannter Rotor auf das Meer gerichtet ist. Die Mechanik der Mühle wurde kürzlich rekonstruiert.

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An einer Strassenecke zeigt mir Sylvie die Quelle Saint Divy. In Ihren Abfluss ist ein mittelalterlicher Sarkophag integriert. Es soll gegen Nierenleiden (nicht gegen Rückenleiden, wie ich zunächst verstand und verkündete) helfen, wenn man sich hineinlegt (dabei sollte man gegen die Seelenheil gefährdende Nebenwirkung der wohl etwas diabolischen Heilwirkung kräftig beten).

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Der Dresselsteg verlängert die Dresselstrasse über Ringbahn und Autobahn und bildet vor allem den nördlichen Zugang zum S-Bahnhof Messe Nord. Von dem Fahradabstellplatz am Ende der Rognitzstrasse – im Rücken eines grossen Autohauses – sieht man in der Dämmerung gelb leuchtende Fenster, während unter den Füßen der Verkehr auf der A100 rauscht.

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_auf demTempelhofer Feld. Fliegende Schweine und so.

grunewald_130115Spätsommer am Waldrand, auf rottendem Baumstamm hocken.

 

Prsivek_090815Auf der dem Campingplatz gegenüber liegenden nördlichen Seite des Bohinjer See fallen die Berge steil zum Wasser hin ab. Die Kette der Berge wird von Stara Fuzina im Osten des Sees immer höher. An unserem letzten Tag in den Julischen Alpen wandere ich von dort bis zum Pršivec, mit 1760 m etwa 1200 m über dem See. Hinter der sichtbaren Abbruchkante steigt das Gelände noch weiter an, vom Gipfel sieht man nur einen Teil des Sees und in der anderen Richtung die hohen steinernen Gipfel des Triglav und der ihn umgebenden Berge. Dazwischen liegt eine wundervolle Bergwelt, zerklüfteter Kalkfels mit üppigem Bewuchs auf den dazwischen liegenden Erdflächen, Feuchte Täler und Schluchten mit bemoosten Felsbrocken am Boden, vereinzelte Seen und Almwiesen.Visevnik_140815Ich steige vom Gipfel hinab zur 150 m tiefer gelgenen Planina Viševnik – auf Wiesen eine Ansammlung von Hütten – Holz oder Blockwände auf Steinsockeln und darüber schindelgedeckte Lärchendächer, vom Wetter hellgrau gefärbt. Ich mache erst an der einen bewirtschafteten Hütte Pause, und setzte mich dann mit Blick zurück ins Gras und zeichne. Danach weiter zum Črno Jezero, hinab an der Schlucht der Savica und deren Wasserfall zum Campingplatz. Am nächsten Tag zurück nach Berlin.