# schiff

An der Ufermauer gegenüber des Schlossparkes liegt dieser Kahn namens “Ems” in der Spree. Vorne auf der Plattform ist ein Kran mit Sitz und auch sonst sieht alles nach Arbeit aus, auch wenn jetzt, um 21:00 keiner mehr da ist.

Passanten fragen mich, ob ich ‘damit’ in irgendeiner Verbindung stehe, sie würden gerne wissen, was hier eigentlich gemacht wird?- ne, würde mich auch interessieren.

Bei der verrichteten Arbeit scheint wohl ernsthaft Gefahr zu bestehen, ins Wasser zu fallen, schließe ich aus der großen Zahl von Rettungsringen in meinem Blickfeld.

Im Westhafenkanal schwimmt diese eiserne Wanne. Darinnen türmen sich verbogene Rohre und Bleche, manchmal mit Resten von Lack. Manchmal erkennt man etwas, ein Ventilatorenschutzgitter, ein Speichenrad

 

– liegen zusammengekoppelt am Westhafenkanal.

Diese beiden ‘sehr großen Transportwannen’ werden wohl nie aus Berlin herauskommen. Ihr einziger selbstständiger Antrieb sind die beidseitig angeordneten Winden – man kann nicht mal von ‘Heck’ oder ‘Bug’ sprechen. Dennoch vermitteln sie ein wenig nautische Romantik. Sie sind dieser Wasserwelt zugehörig, deren Netz potentiell überall hin führt.

eurotank_260616 copy

Am ‘Schifffahrtsufer’ in Spandau liegt, neben vielen anderen Industriebinnenschiffen, dieser zu einer Tankstelle umgerüstete Kahn.

havelweiden_260616 copy

Weiter abwärts Richtung Wannsee platscht die seebreite Havel dann gegen das sandige Ufer, an dem Weiden mit knorrig ausgewaschenen Wurzeln wachsen.

bydgoszcz_170416

Am Westhafenkanal liegen heute, neben den üblichen Lastkähnen, 2 polnische Binnenschiffe. Ich zeichne vom Heck des mit ‘Bydgoszcz’ beschrifteten Schiffes (ich weiß immer nicht, ob das nun der Schiffsname, oder die Herkunftsstadt, oder Beides ist – Bydgoszsc (dt. Bromberg) lieg an der Weichsel und dem Bromberger Kanal und ist von Berlin auf dem Wasserweg erreichbar (Quelle Wikipedia…)).

Ich habe gerade angefangen, da kommen die polnischen Schiffer angelaufen, einer beguckt mein Gemale, er ist nett, ich meine, dass es noch nicht fertig ist und er sagt etwas auf polnisch – dass er jetzt auch nicht gleich wegfahre, deute ich mal.

Er verschwindet im Schiff, ich sehe noch ein paar Arme aus eine Luke kommen, die Parabolschüssel richten.

senator_061215

Während ich zeichne geht die Sonne unter und malt orange Schlieren in den Himmel. Davor dieser Schlepper im Westhafenkanal, der Streifen mit der Schrift orange, darunter geteertes Eisen, darüber geweißtes Blech und Holz im Restlicht.

Meine Wasserfarben und einen Faltbecher habe ich dabei, aber das Wasser vergessen. Leitern an der senkrechten Eisenwand des Kanals, anderthalb Meter unter mir das Wasser, bleigrau. Weit und breit niemand, der notfalls einen der Rettungsringe werfen könnte, die überall an den Lastkähnen, die an der rostigen Stahlwand liegen, hängen.

Palma_AvDelArgentinia_111015

IMG_2724.IMG_2726

palma_marina_CMuelle_111015
zusammen mit Swasky und einer zusammengelegten Gruppe zuerst die Häuser um die Bar Cuba, dann am Hafen, Reiche-Leute-Spielzeug pinseln.

luuk_200915

Im Kolk am Westhafen liegt, zwischen anderen als Hausbooten genutzten Schiffen die ‘Luuk’. Der Anlegeplatz ist mit einem Bauzaun umzäunt, an dem einige Tafeln zur Geschichte des Schiffes hängen: Es wurde 1906 als Segelschiff (Tjalk) vom holländischen Schiffer Luuk zum Transport von Getreide und Kohlrüben in Auftrag gegeben. Im 2. Weltkrieg wurde es von den Deutschen konfisziert, mit einem Panzermotor ausgestattet und auf der Strecke zwischen Dortmund und Berlin genutzt. Nach dem Krieg gelangte es zurück zu seinem Niederländischen Eigner und wurde noch einige Jahre als Frachtschiff genutzt, bevor es zu einem Hausboot umgebaut wurde. Die jetzige Eignerin hat es nach Berlin überführt und restaurieren lassen.

Ich hocke mich auf einen Steg und sehe von dort das ganze, ca. 25 m lange Schiff. Zwischendurch kommen freundliche Bootsbewohner schauen, was ich treibe und empfehlen mir weitere Zeichenplätze – für heute reicht mir dieses Schiff.

sabine_ii_220315
 
_ in Pichelswerder liegt dieses Hausboot. Am abgesperrten Steg steht auf dem Schild noch “Restaurantschiff Sabine II”.