# markt

Floh-, Wochen-, Bau-, Jahr- und Super-:

Den Kiezflohmarkt hätten wir beinahe verpasst – allerdings steht immer ein ganzer Haufen aussortiertes Gerümpel bereit. Ich schnappe mir einen etwas abgenutzten (aber noch sehr brauchbaren!) Kinderschreibtisch, trage den in die Danckelmannstrasse und verschanze mich dahinter mit meinem Zeichenpapier. Diverse Bücher und Spiele liefert die Familie nach, wir wollen hauptsächlich loswerden und verlangen maximal symbolische Beträge während am Nachbarstand ernsthafter gehandelt wird.

Den Schreibtisch (der übrigens, wie gesagt noch sehr brauchbar und außerdem höhenverstellbar ist (bei Interesse einfach Kommentar schreiben)) tragen wir nachmittags wieder zurück in unsere Wohnung.

Ich fahre mit dem Fahrrad durch die Gegend und gerate am U-Bahnhof Siemensdamm an die gleichnamige Strasse. Dort ist ein großer Parkplatz und in einem Einkaufszentrum und den angrenzenden Ladenlokalen darum die lokale Grundversorgung – Edeka, Netto und Drogeriemarkt, Sparkasse, Post, Billigklamottenläden, ein Küchen/Möbel/Heimwerkermarkt, Bäcker, Bistros, Erotikmarkt, Spielhalle, Imbissbuden und, im Eckgebäude Nonnendammallee/Jungfernheidestraße, der Özgür Market.

Im angegliederten Café muss man wissen was es gibt, keine Speisekarte oder so. Ich bestelle (mit Zeigen) etwas Käsegefülltes, ich vermute Börek, und einen Kaffee (beides sehr gut) und setze mich an einen Tisch. Hinten versorgen Typen mit grünen Poloshirts Melonen. Hinter mir, direkt im Café, klopft ein Bäcker klatschend Hefeteig. Jemand schreibt mit dickem Filzer auf neonfarbenem Karton Preisschilder für Gemüse, am Nebentisch machen Mitarbeiter Pause.

I stroll on my bicycle and end up at Siemensdamm, at the U-Station with that name. There is a parking lot and in a mall and the surrounding shops are the local basic services – Edeka, Netto, drugstore, Sparkasse, post office, cheap garment stores, kitchen/furniture/diy-store, bakeries, bistros, porn store, amusement hall, takeaways and, at the corner Nonnendammallee/Jungfernheidestraße Özgür Market.

In the associated café one must know what is offered – no menu or else. I order (by pointing at it) something filled with cheese, börek, I guess, and coffee (both good) and sit at some outside table. In the back two guys with green polo shirts take care of melons. Behind me, inside the café, a baker beats yeast dough flat with a clapping sound. Someone writes labels for vegetable on chunky colored cardboard with a broad marker, at the table aside of mine staff has a break.

_ in der Markthalle Neun. Die Fritten auf der Tafel in der Mitte für 5,5 waren mit irgendwas (evtl. Wurst).

Samstags ist Markt auf dem Boxhagener Platz in Friedrichshain. Wochenmarktübliche und exotischere Lebensmittel und jede Menge Essen-und-Trinken-Stände.

Zwischen den eng gestellten Trödelständen drängen sich beim heutigen schönen Wetter die Leute. Hinter mir gibt es ‘alles auf dem Tisch für nur einen Euro’. Der Mensch vom Stand gegenüber kommt gucken, was ich mache, Zeichnen ist ok und uninteressant.

Flea market on Berlin Leopoldplatz

People crowd dense between the market stalls. Behind me is ‘everything on the table for 1 Euro’. The guy from the opposite stall comes to view – drawing is ok and not interesting.

Ein paar Meter weiter – ich stehe unbemerkt und man unterhält sich. Sie: ‘Im Alter muß man sich zwischen Kuh und Zicke entscheiden.’ Sie habe Kuh gewählt, Zicken seien faltig. Während ich noch über mich nachdenke – eher Zicke, Falten sind mir egal – bemerkt sie mich, vermutet dass ich schreibe – was und vor allem warum wohl? Putins Geheimdienst vermutlich, aber sie kommt doch gucken. Zeichnen findet sie gut, besser als schreiben, nur das angefangenen Bild ihrer Person sei häßlich. Ist ja noch nicht fertig. So jung wie ich wolle sie übrigens nicht mehr sein (ich kann also die Zicke/Kuh-Entscheidung aufschieben) – wg. der Arbeit. Sie habe gern gearbeitet, aber heute sei das Krieg. Und hier am Stand, ist das keine Arbeit. ‘Ne, das ist reiner Spaß.’

A bit further – I stand unrecognized and they talk. She: ‘When old you got to decide between goat and cow.’ She did choose cow, goats are wrinkly. While i still think – goat, I would say, I do not mind wrinkles –  she spots me and guesses I am writing, but what and why? Putins secret service, presumably, but she comes viewing. Drawing is better than writing, but her image looks ugly. Not yet finished. She would not want to be as young as me – I can postpone the goat/cow-question – cause of work. she has liked to work, but now work is war. And here at the stand, is this not work? ‘No, it is pure fun.’

Am Eingang neben der Kirche werden sie Kartons langsam weggepackt. Ich stehe an einem Poller, neben einer Kiste mit (abgenutzten) Feilen, Schraubenziehern- und Schlüsseln. Dauernd fragen mich Leute, was die Werkzeuge kosten sollen, der Typ vom Stand hockt weiter weg – er hat offenbar allerlei Kisten mit Waren aller Art, ruft aber nach meinem mittlerweile routinierten Hinweis immer ‘2 Euro das Stück’. Niemand kauft was.

At the entrance by the church boxes are packed. I am standing at some pole by a box with (overused) rasps, screw-drivers and -wrenches. People ask me prices, the guy running the stall is quite a bit away – seems to have a lot of boxes with stuff. He shouts ‘2 Euro per piece’ on my more and more routined hints. No body buys anything.

Zum Frühling sind die Hosen auf dem Wochenmarkt auf dem Klausenerplatz berfuß und halb bauchfrei.

In spring the pants on Klausenerplatz weekly market have bare feet and bellies.

 

Ich zeichne die Treppe runter, vom Mittelpodest, am Görlitzer Bahnhof. Einer der Dealer vom Fuss der Treppe kommt bald angerannt und fragt mich, was ich tue. Zeichnen. Er ist nervös und aggressiv, sagt undeutlich irgendwas, irgendwie warnend bis drohend, soviel verstehe ich. Er geht und weiter passiert nichts. Menschen gehen treppauf und runter zur und von der U-Bahn. Die Typen unten an der Treppe sehen angespannt aus, aber das sind sie wohl immer. Ihre Rolle ist Scheiße, denke ich. Ich gehe bald (Farbe mach ich zu Hause). Am Kiosk ein Plakat eines Lebensmittelmarktes – Wir packen ihnen auch eine Tüte mit Grünem. lustig.

I draw down the stairs, at u-station Görlitzer Bahnhof. One of the drug pushers comes up the stairs and asks, what I do. Draw. He is nervous and aggressive, says something fuzzy, between warning and threatening, that is what I get. Nothing else happens, People walk up and down the stairs for commuting. The guys at the bottom of the stairs look fraught, but I guess this is their usual state. They got a shit role, I think. I leave soon (do colors at home). At a kiosk is a poster of a grocer – Wir packen Ihnen auch eine Tüte Grünes – “we pack you a bag with green stuff too”. funny.

Zum Wochenmarkt in die Markthalle Neun. Im Gewusel Kaffee trinken, Nusssammler auf einem Kunstrasenstreifen ausprobieren und Ziegenkäse kaufen.

Weekly market at Markthalle Neun. I drink coffee in the crowd, test a walnut collector on a strip of artificial turf and buy goats cheese.

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_ auf dem Klausener Platz. Der Asia-Imbisswagen verkauft Kaffee. Stammgäste verabschieden sich von der Imbißwagenwirtin mit “Schönen Urlaub!” und “Bis Januar!”. Bestimmt fährt sie wohin, wo es warm ist.

Hier ist es kalt und nur eine Hand voll Marktstände werden aufgebaut. Eine Passantin: “Hier ist ja nix los.” Marktmensch mit Kaffebecher: “Und wir, sind wir nix?”.

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Am Freitag morgen werden die Marktstände auf dem Klausener Platz aufgebaut.