# frühling

21 Mär bis 20 Jun

– liegen zusammengekoppelt am Westhafenkanal.

Diese beiden ‘sehr großen Transportwannen’ werden wohl nie aus Berlin herauskommen. Ihr einziger selbstständiger Antrieb sind die beidseitig angeordneten Winden – man kann nicht mal von ‘Heck’ oder ‘Bug’ sprechen. Dennoch vermitteln sie ein wenig nautische Romantik. Sie sind dieser Wasserwelt zugehörig, deren Netz potentiell überall hin führt.

bei Kladow, auf der dem Grunewald gegenüber liegenden Havelseite. Meist plätschert die Havel sanft, wenn Motorboote vorbei fahren schlagen kurze Wellen hektisch ans Ufer.

at Kladow, the bank of river Havel, opposite Grunewald forest. Mostly the water burbles softly, only when motorboats pass, short waves splash against the riverside.

zwischen Linden- und Schwanenwerder gibt es diese Badestelle. Sandige Uferstücke, Schilfstreifen und Gebüsch wechseln sich ab. Am letzten Maiwochenende lockt das verfrühte Sommerwetter Viele zum Baden.

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Über das Wochenende fahren wir nach Westpommern, auf den Pferdehof Podkowa, ein paar Kilometer östlich der Oder.

*Auf der Hinterseite des Wohnhauses ein Baum und eine Bank darunter.

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Hier und da steht oder fährt landwirtschaftliches Gerät herum, z.B. *ein Gülle-Wagen und *ein Ursus-Traktor.

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*Abends ein Feuer für Stockbrot *Der große Stall voller Pferde

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*Am Sonntagnachmittag, grauer Himmel über dem Hof und Donner von fern

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*Letzte Reitstunde, draussen, trotz (ein bisschen) Regen – ich versuche rauszufinden, wie laufende Pferde aussehen …

Zwischen den eng gestellten Trödelständen drängen sich beim heutigen schönen Wetter die Leute. Hinter mir gibt es ‘alles auf dem Tisch für nur einen Euro’. Der Mensch vom Stand gegenüber kommt gucken, was ich mache, Zeichnen ist ok und uninteressant.

Flea market on Berlin Leopoldplatz

People crowd dense between the market stalls. Behind me is ‘everything on the table for 1 Euro’. The guy from the opposite stall comes to view – drawing is ok and not interesting.

Ein paar Meter weiter – ich stehe unbemerkt und man unterhält sich. Sie: ‘Im Alter muß man sich zwischen Kuh und Zicke entscheiden.’ Sie habe Kuh gewählt, Zicken seien faltig. Während ich noch über mich nachdenke – eher Zicke, Falten sind mir egal – bemerkt sie mich, vermutet dass ich schreibe – was und vor allem warum wohl? Putins Geheimdienst vermutlich, aber sie kommt doch gucken. Zeichnen findet sie gut, besser als schreiben, nur das angefangenen Bild ihrer Person sei häßlich. Ist ja noch nicht fertig. So jung wie ich wolle sie übrigens nicht mehr sein (ich kann also die Zicke/Kuh-Entscheidung aufschieben) – wg. der Arbeit. Sie habe gern gearbeitet, aber heute sei das Krieg. Und hier am Stand, ist das keine Arbeit. ‘Ne, das ist reiner Spaß.’

A bit further – I stand unrecognized and they talk. She: ‘When old you got to decide between goat and cow.’ She did choose cow, goats are wrinkly. While i still think – goat, I would say, I do not mind wrinkles –  she spots me and guesses I am writing, but what and why? Putins secret service, presumably, but she comes viewing. Drawing is better than writing, but her image looks ugly. Not yet finished. She would not want to be as young as me – I can postpone the goat/cow-question – cause of work. she has liked to work, but now work is war. And here at the stand, is this not work? ‘No, it is pure fun.’

Am Eingang neben der Kirche werden sie Kartons langsam weggepackt. Ich stehe an einem Poller, neben einer Kiste mit (abgenutzten) Feilen, Schraubenziehern- und Schlüsseln. Dauernd fragen mich Leute, was die Werkzeuge kosten sollen, der Typ vom Stand hockt weiter weg – er hat offenbar allerlei Kisten mit Waren aller Art, ruft aber nach meinem mittlerweile routinierten Hinweis immer ‘2 Euro das Stück’. Niemand kauft was.

At the entrance by the church boxes are packed. I am standing at some pole by a box with (overused) rasps, screw-drivers and -wrenches. People ask me prices, the guy running the stall is quite a bit away – seems to have a lot of boxes with stuff. He shouts ‘2 Euro per piece’ on my more and more routined hints. No body buys anything.

Zum Frühling sind die Hosen auf dem Wochenmarkt auf dem Klausenerplatz berfuß und halb bauchfrei.

In spring the pants on Klausenerplatz weekly market have bare feet and bellies.

 

Mit dem M45 nach Spandau – an der Endstation am Johannesstift ist das Tiergehege, von dort kann man weiter die Kuhlake entlang durch den Spandauer Forst spazieren. Die Kuhlake entwässerte wohl früher das Moor zur Havel, das mit diversen Aufstauungen der Havel bereits seit dem Mittelalter verlandete, so dass das Wasser jetzt umgekehrt aus der Havel in die Kuhlake fliesst und nahe dem Tiergehege im Kuhlaketeich endgültig versickert. Auch im Wald bildet sie eine Reihe sumpfiger Tümpel, die sehr moorig anmuten.
Ich darf nur einmal kurz zeichnen, da meine Familie zu hungrig zum Verweilen ist (merke: auch auf kurzen Spaziergängen Proviant und Lektüre mitführen, so ausgestattet hätte ich sicher mehr malen dürfen) – wir wandern zu den 2 kleinen Seen, die bei Google Moorpfuhl (groß und klein), auf der Kartentafel am Forst aber Natternteich heißen, laufen einmal rum (schöne urige Tümpel mit Schilf und Birken am Ufer) und dann zurück, zu Heidis Landgaststätte an der Bushaltestelle, wo es Essen und Trinken gibt. Meine Fassbrause kommt in einem Colaglas-wie-früher. Die Tischdecke male ich nicht mehr aus – wer wissen will, wie hübsch das Blumendekor war, muß selbst ausmalen (Zahlenangaben beachten).

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Wir fahren übers Maiwochenende nach Süd-West-Pommern, auf den Pferdehof Podkowa nahe Moryn.

Ich entdecke bald den für polnische Reiterhöfe offenbar obligatorischen Ursus-Trecker.

Neben einem kleinen Wohnhaus und einigen Nebengebäuden gibt es einen riesigen Stall – Backstein über aus Granit-Findlingen gemauertem Sockel, viel Dach mit Gauben und Reitern, mit Wellfaserbetonplatten gedeckt.

Darin gut gelaunte Pferde und eine wohlorganisierte Sattelkammer.

Zur Mainacht machten wir Feuer unter sternenreichem Riesenhimmel.

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Am Westhafenkanal liegen heute, neben den üblichen Lastkähnen, 2 polnische Binnenschiffe. Ich zeichne vom Heck des mit ‘Bydgoszcz’ beschrifteten Schiffes (ich weiß immer nicht, ob das nun der Schiffsname, oder die Herkunftsstadt, oder Beides ist – Bydgoszsc (dt. Bromberg) lieg an der Weichsel und dem Bromberger Kanal und ist von Berlin auf dem Wasserweg erreichbar (Quelle Wikipedia…)).

Ich habe gerade angefangen, da kommen die polnischen Schiffer angelaufen, einer beguckt mein Gemale, er ist nett, ich meine, dass es noch nicht fertig ist und er sagt etwas auf polnisch – dass er jetzt auch nicht gleich wegfahre, deute ich mal.

Er verschwindet im Schiff, ich sehe noch ein paar Arme aus eine Luke kommen, die Parabolschüssel richten.

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*siegesplatztroedel_090416 copy

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anderthalb Tage Bozen im April

*Frühstück nach Ankunft *und am nächsten Tag zu Mittag Bierspeckknödel.

*Den Trödelmarkt am Siegesplatz auf der östlichen Talfer-Seite entdecke ich erst, als er schon abgebaut wird.

In der Krypta des nahen Siegesdenkmals besuche ich die Dokumentation BZ ’18-’45- ein Denkmal, eine Stadt, zwei Diktaturen – vielschichtig und informativ, eine sehr gelungene Ausstellung an diesem schwierigen Ort!

*Ich trinke einen Wein in der in der faschistischen Randbebauung des Siegesplatzes gelegenem Cafe Tiffany. * Weiter der östlichen Seite der Talfer spaziere ich am Ufer aufwärts, bis ich links in den Rafensteiner Weg abbiege. In einem Weinberg steht eingezäunt dieser Turm, ich zeichne den Blick zurück auf Bozen, bevor ich zum Bushof laufe und in den Nachtbus nach Berlin steige.

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