# draussen

Am Freitag ist plötzlich gleich Sommer und man muß raus. Erst zum kretischen Restaurant an der Ecke und dann in den Biergarten der Kastanie, Weißwein trinken.


Wir verbringen 4 Nächte in Haarlem, in einem Herbergsboot auf der Spaarne. Jeweils nach dem Abendbrot suche ich mir ein Boot und zeichne es, bis es dunkel ist.

We spend 4 nights in Haarlem, on a hostel boat in river Spaarne. Always after dinner I find me a boat and draw it till nightfall.

In der Bakenessergracht liegt dieses kantige Boot, der eiserne Rumpf aussen dunkel geteert und nur der obere Teil des Ruderhauses aus Holz.

In Bakenessergracht is this edged boat, its iron hulk tared black, only the upper part of the wheel house wooden.

Flussab entdecke ich auf der Spaarne einige Hausboote.

Down the river Spaarne I find some house boats.

In der Nieuwe Gracht schwimmt dieses pantoffelförmige Eisenboot, mit schwarz lakiertem Schornstein und einem Stück Treckerreifen als Rammschutz über den Bug gezogen. Am Vorabend ist so ein Boot mit tiefem Tuckern auf der Spaarne an mir vorbei gefahren

In Nieuwe Gracht floats this slipper shaped iron boat with a black chimney and a piece of tyer as fender around the bow. The night before a boat like this passed by on the Spaarne with a deep tucktuck sound.

Im Westhafenkanal schwimmt diese eisene Wanne. Darinnen türmen sich verbogene Rohre und Bleche, manchmal mit Resten von Lack. Manchmal erkennt man etwas, ein Ventilatorenschuzgitter, ein Speichenrad

 

Am Morgen und bis nach Mittag hat es geschneit. Jetzt ist die Luft klar und feucht. Die untergehende Sonne macht die Wolken am Rand orange.

Snow did fall from morning till after noon. Now the air is clear and damp. The setting sun colors the edge of clouds yellowish.

Durch ein Schott fliesst Wasser der Erft in ein Rohr unter dem Uferweg. Im Kehrwasser davor treiben kleine Nester von Muschelblumen, man hört das Gurgeln des Wassers, das auf der anderen Seite des Weges in einen Graben sprudelt.

The water of the river Erft in Rhineland flows through this bulkhead into a pipe underneath the pathway along the riverbank. In the eddy floats water lettuce. I hear the sound of the water falling into a ditch at the other end of the pipe.

Hinten im Schlosspark führt ein Trampelpfad an das Ufer eines bewachsenen Grabens. Um fünf Uhr ist der Himmel hinter den Silhouetten der Bäume fahl gelb, nur einig Blätter scheinen orange im graublau.

Ende Oktober verbringen wir 10 Tage auf Sizilien.

Der Garten

Unsere Ferienwohnung in Scopello steht an einem riesigen, mit einer Mauer umschlossenen Garten – darin über 100 Olivenbäume, ähnlich viele Zitronen und Orangenbäume, Mandarinen, einige Feigen, dazwischen Auberginen, Zucchini weiteres Gemüse oder üppige Wiesen.

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Wir dürfen pflücken was wir wollen – Sergio, der meist im Garten zu finden ist, rät uns, die säuerlich frischen Orangen mit etwas Salz zu essen.

Er selbst ist mit einem seiner Brüder die meiste Zeit mit der Olivenernte beschäftigt. Irgendwann ist auch der Baum direkt vor unserer Wohnung dran und wir dürfen mithelfen:

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Unter dem Baum wird ein Netz ausgebreitet. Man greift die einzelnen, dicht mit vielen grünen und wenigen dunklen Oliven behangenen, elastischen Zweige und kämmt die Oliven mit der Hand oder einem harkenartigen Werkzeug, der ‘Manina’ (Händchen) ab – entweder ins Netz oder gleich in einen Eimer. Die Bäume werden beim Ernten auch beschnitten – besonders die Zweige, an die man auch mit Stehleitern schlecht herankommt, werden mit einer Handsäge abgeschnitten und dann am Boden abgestreift.

Wenn man herumfährt sieht man überall Leute bei der Olivenernte – oft ganze Familien, die neben der (anstrengenden) Arbeit auch mitgebrachtes Essen verzehren oder die Kinder ‘anlernen’. Offenbar haben viele Familien irgendwo ein paar Bäume.

Die Oliven werden in Säcke verpackt und zu einer der vielen Ölmühlen gefahren. Menschen tragen Säcke aus ihren Kleinwagen hinein und kommen mit gefüllten Kanistern wieder hinaus.

Wir bekommen ein Fläschchen ganz frisches Öl, das sehr kraftvoll fruchtig, und noch ein wenig bitter schmeckt (ähnlich dem heftigen Gechmack einer frischen Olive vom Baum). Der bittere Geschmack verschwindet nach einigen Wochen.

Katzen und Hunde

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Nachdem ‘unser’ Baum abgeerntet ist kommen auch die etwa 10 Katzen des Gartens zurück, um sich auf der Terrasse zu sonnen oder kleine Essensspenden entgegenzunehmen. Nur eine der Katzen gehört ‘offiziell’ zu den Häusern, die andern gehen nur einfach nicht weg und werden daher mit versorgt (oder umgekehrt).

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Auch die Hunde, die über den mit einem Trinkwasser liefernden Brunnen ausgestattenten Platz des Ortes streunen, scheinen autonom zu leben und hoffen meist vergeblich auf Spenden von den Gästen der Cafés.

Das Meer

Vom Ort geht man den steilen Hang hinab an das Felsige Ufer. Am ersten Tag ist das Meer noch ruhig – in den nächsten Tagen wird es von starkem Wind aufgewühlt.

Das nahe Naturreservat ‘Zingaro’ ist das letzte Stück unbebauter Sizilianischer Küste. Der Bau einer Küstenstraße wurde in den 1980er Jahren von Bürgerprotesten gestoppt. Jetzt kann man auf einem Küstenpfad entlangwandern und zwischendrin kleine Museen zu Natur und Kultur anschauen. Die höher gelegenen Bergpfade sind nach Bränden im Sommer noch gesperrt. Wir laufen auf dem Küstenpfad bis zur ‘Calle della Cisa’, wo zwischen den Felsen Wellen auf den Kieselstrand klatschen.

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Am folgenden Tag fahren wir um den ‘Zingaro’ herum, zu einem nördlich gelegenen Felsufer mit einer kleinen sandigen Bucht, klarem kalten Meer und Blick auf den ‘Monte Cofano’

Am letzten Abend sitze ich im Hafen von Castellammare dell Golfo. Am östlichen Ende liegen die kleinen Fischerboote, auf der Mole Bündel von Netzen und dazwischen edelstahlene Stände, an denen die Fischer vormittags ihren Fang verkaufen. Jetzt um sechs sind nur einzelne Fischer mit Wartungsarbeiten auf den Booten beschäftigt – es wird schon dunkel, das Wasser glänzt schwarz, dahinter die gelblich beleuchtete Hafenpromenade mit Restaurants und Bars.

Im kleinen Vorhof der Heckmannhöfe zur Augustastrasse steht diese herbstfarbene Vespa vor dem mit immer grünen Efeu berankten Hoffassaden. Die Scheinwerfer sind mit Klarsicht-Klebeband geflickt.

Auf dem Weddinger Leopoldplatz sitzen auf den Bänken mit dem Rücken zur Kirche einige Typen mit Bierflaschen in der späten Nachmittagssonne. Auf dem Boden liegt Laub, das der Sturm, kaum dass es sich etwas verfärbt hat, von den Bäumen raufte. Die Sonne verschwindet hinter den Häusern, die Bierflaschen sind leer und werden von einer der Pfandsammlerinnen mit Kopftuch, Schal, Strickjacke und Einkaufstrolley entgegengenommen. Im Schatten wird es schnell kalt.

Wir verbringen einige Tage im mittleren Teil des Kroatischen Velebit Gebirges, auf dem wunderbaren Kamp Velebit.

Auf einer Wanderung über sie 3 Spitzen der ‘Hausberge’ des Kamp rasten wir zwischen den Kuppen in einem niedrigen Wäldchen auf der ‘Landseite’ des verbindenden Grates. Weiter, von der Kuppe ‘Kuk od Karline Plane’ blickt man weit ins Gebirge oder sieht die Adria mit den vorgelagerten Inseln.

Wieder unten sitze ich an der Reihe knorriger Buchen, die das Kamp nach Norden begrenzt. Dahinter Schafsweiden vor den steil zum Ljubieko Brdo ansteigenden Hängen.

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Der Camingplatz hat eine kleine Küche im Waschhaus – dieses wird fast durchgehend dezent mit einem geschmackvollen Mix aus meist klassischer Musik beschallt. Zum Meer fährt man 30 min die Passtrasse hinab, zu einer schönen Kiesbucht in Karlobag.

Einige Kilometer nördlich erreicht man vom schönen Ort Jablanac nach 20 min Fußweg die tief eingeschnittene Bucht Zavratnica. Die Felsen fallen seitlich steil ab ins tiefe klare Wasser, am Ende gibt es einen flachen Kiesstrand. Motorboote ankern für Badeaufenthalte in der Bucht, Menschen springen von Felsen ins tiefe Wasser oder schnorcheln am Strand.

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Früher besaß ich mal eine (Vinyl)-LP von Dollar Brand. Ich wurde kein Fan, dazu war mir die Musik zu zurückgenommen und ‘old school’, dennoch habe ich sie manchmal sehr genossen.

Nun kam Abdullah Ibrahim (wie er heute heisst) mit dem Septett Ekaya zum Wassermusik-Festival am HKW.

Auf seinem Flügel platzierte Ibrahim eine A4-Kladde mit einem kleinen Blumenmotiv auf dem Umschlag. Er öffnete sie später und schaute auch hin und wieder drauf, Noten waren es nicht, sondern mit Handschrift ausführlich gefüllte Seiten.

Auch wenn es immer noch nicht ‘meine Musik’ ist, berührte mich der entspannte und perfektionistische Auftritt.