# berlin

Gekrakel aus dem Wohnort:

Vor dem nördlich der Heerstraße gelegenen Teil des Waldes von Pichelswerder endet ein Bohlensteg von den Tiefwerder Wiesen  im Havelaltarm ‘Toter Mantel’ – das letzte Joch zur vom Wald kommenden Treppe fehlt, ein DIN-A4-Blatt in Schutzfolie bittet um Verständnis, dass der Weg wegen Unfallgefahr gesperrt sei.

Unter dem Bohlensteg faulen Baumstämme im Schlamm, auf dem Wasser ist Entengrütze. Von den Eichen am Ufer fallen Eicheln.

Shortly before reaching the northern part of the forest on ‘Pichelswerder’ a wooden runway coming from the ‘Tiefwerder Wiesen’ ends above the dead stream branch of river ‘Havel’ ‘Toter Mantel’ – the final span before reaching the stairs coming from the forest is missing, a laminated  A4-sheet apologises, that the path is blocked due to danger of accidents.

Underneath the runway logs rot in the mud, water lentil on the water inbetween. Acorns drop from the oaks onto the riverside.

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Am Samstag Abend spielt die Straßenmusikerin ‘Stereochemistry’ im Rahmen des Eröffnungswochenendes des ‘European Months of Photography’ vor dem c|o Berlin Gitarre (oder Ukulele) und Loop-Box und umsonst und draußen – sehr ‘mehrsprachig’, schön und sympathisch.

Das Portal der Parkdeckzufahrt des ICC ist seit 2015 geschlossen. Müllsäcke liegen vor den Gittern und an den Wände, am Geländer lehnen zum Parkplatz schauende Typen in dunklen dicken Jacken.

The portal of the drive in to the parking lot of the ICC is locked since 2015. Garbage bags lie in front of the grids and along the walls, backs in thick dark jackets lean against the balustrades, corresponding heads facing in direction of the street-level parking lot.

Den Kiezflohmarkt hätten wir beinahe verpasst – allerdings steht immer ein ganzer Haufen aussortiertes Gerümpel bereit. Ich schnappe mir einen etwas abgenutzten (aber noch sehr brauchbaren!) Kinderschreibtisch, trage den in die Danckelmannstrasse und verschanze mich dahinter mit meinem Zeichenpapier. Diverse Bücher und Spiele liefert die Familie nach, wir wollen hauptsächlich loswerden und verlangen maximal symbolische Beträge während am Nachbarstand ernsthafter gehandelt wird.

Den Schreibtisch (der übrigens, wie gesagt noch sehr brauchbar und außerdem höhenverstellbar ist (bei Interesse einfach Kommentar schreiben)) tragen wir nachmittags wieder zurück in unsere Wohnung.

Ich fahre mit dem Fahrrad durch die Gegend und gerate am U-Bahnhof Siemensdamm an die gleichnamige Strasse. Dort ist ein großer Parkplatz und in einem Einkaufszentrum und den angrenzenden Ladenlokalen darum die lokale Grundversorgung – Edeka, Netto und Drogeriemarkt, Sparkasse, Post, Billigklamottenläden, ein Küchen/Möbel/Heimwerkermarkt, Bäcker, Bistros, Erotikmarkt, Spielhalle, Imbissbuden und, im Eckgebäude Nonnendammallee/Jungfernheidestraße, der Özgür Market.

Im angegliederten Café muss man wissen was es gibt, keine Speisekarte oder so. Ich bestelle (mit Zeigen) etwas Käsegefülltes, ich vermute Börek, und einen Kaffee (beides sehr gut) und setze mich an einen Tisch. Hinten versorgen Typen mit grünen Poloshirts Melonen. Hinter mir, direkt im Café, klopft ein Bäcker klatschend Hefeteig. Jemand schreibt mit dickem Filzer auf neonfarbenem Karton Preisschilder für Gemüse, am Nebentisch machen Mitarbeiter Pause.

I stroll on my bicycle and end up at Siemensdamm, at the U-Station with that name. There is a parking lot and in a mall and the surrounding shops are the local basic services – Edeka, Netto, drugstore, Sparkasse, post office, cheap garment stores, kitchen/furniture/diy-store, bakeries, bistros, porn store, amusement hall, takeaways and, at the corner Nonnendammallee/Jungfernheidestraße Özgür Market.

In the associated café one must know what is offered – no menu or else. I order (by pointing at it) something filled with cheese, börek, I guess, and coffee (both good) and sit at some outside table. In the back two guys with green polo shirts take care of melons. Behind me, inside the café, a baker beats yeast dough flat with a clapping sound. Someone writes labels for vegetable on chunky colored cardboard with a broad marker, at the table aside of mine staff has a break.


Zuerst spielen am Freitagabend ‘The Chap’ – fun and interesting, wie sie selbst auch singen.


Danach Calypso von ‘Kobo Town’ – tolle Ausstrahlung, druckvoll rhythmisch und cool.

Der Bürgersteig der Nehringstrasse abends, während ich zeichne wird es dunkler. Graubunt und rot.

 

Diesen Imbiss in der Dankelmannstrasse gibt es jetzt schon min 10 Jahre. Er wird von einem Paar betrieben. Er wirkt etwas eulenartig, aber die missgelaunte Anmutung täuscht, zumindest ist er nicht unfreundlich. Und sie ist nett.

Über einem großen Edelstahlkühlschrank hängt ein gerahmtes Schwarzweißfoto eines traditionell asiatisch gewandeten verwitterten Mannes, der eine asketische Autorität ausstrahlt. Direkt daneben ist eine Überwachungskamera und darunter liegt ein Glaskugel. An dem ohnehin tresorartig anmutenden Kühlschrank steht ‘privat’ – der Getränkekühlschrank daneben ist wohl öffentlich. Darauf steht noch eine kleinere und modernere Kamera. Der ganze Theken-Küchen-Komplex wirkt gut befestigt und wehrhaft.

Das  – deftige und leckere – Essen kommt trotz ‘Selbstbedienung’ an den Tisch.

Am Rathaus Steglitz ist gegenüber des Bahnhofes die ehemalige Haltestelle ‘Albrechtstrasse’ der 1985 eingestellten Autobahnbuslinie A85. Unter der auskragenden Betonstruktur parken an der Düppelstrasse einige Mieträder. Hinter der Haltestelle lagert unter der Autobahn diverse Marktausrüstung und parken Autos.

Die Haltestelle an der anderen Seite, zwischen Autobahn und S-Bahn sieht genau so aus.

Über der Albrechtstrasse hängt unter der Autobahn noch das Hinweisschild zum Queens Club, der sich irgendwann nach der Stilllegung der Buslinie in die Betonstruktur eingenistet hat. Die schwarze Blechtür mit Klingelknopf daneben ist mit Graffiti versehen, dass Schild darüber halb übermalt.

Während ich meine Zeichensachen wegpacke kommt ein Typ, guckt sich um und pisst ungeniert und ergiebig an die Wand, direkt neben der Tür. Von hinter mir ertönt Protest, er behauptet, da sei ein Gulli, also kein Problem. Die beiden Männer, die von mir bisher unbemerkt hinter dem Altkleidercontainer mit Bierdosen auf Klappstühlen sitzen meinen, da sei kein Gulli, das wüssten sie. In der Tat sehe ich keinen, das Urin bildet schon einen kleinen Bach. Der Pinkler besteht nicht weiter auf den Gulli und erläutert immer noch pissend wie überraschend stark sich sein Blasendruck erhöhe, wenn er Bier trinkt.

Wir wollen draußen essen und finden einen guten Tisch im ‘Cordoba’. Gut ist vor allem, dass ich mit dem Rücken zum TV sitze und Zuschauer gucken kann. Die meisten sind für Brasilien oder nicht sehr interessiert, nur wenige freuen sich über Belgien.