Kantstraße

Am Ost- (bzw. City-West-) Ende der Kantstraße wurde der letzte schmutzige Block in Bahnhof Zoo Umgebung durch eine lagegerecht optimiertes Stück internationaler Architektur, – mit Travertin-Verkleidung ‘lokalisiert’ und hauptsächlich einen ‘Primark’ beinhaltend – ersetzt. Ein kleiner Laden am Ende des Neubaus beherbergt einen gut besuchten Kebab-Laden, und unter der Brücke, Richtung Kant runter, hält sich eine Currywurstbude. Sonntag nachmittags – hungrige Menschen parken in zweiter Reihe, und holen Wurst oder Kebab, andere (wie nach dem Zeichnen auch ich …) besorgen beim Ulrichs unter der S-Bahn die Lebensmittel, die sie wochentags zu kaufen vergaßen.

At eastern (or ‘City-Western’) end of Berlin Kantstraße the last ‘dirty’ city block got substituted with optimized international architecture – localized with some travertine cladding and mainly containing a ‘Primark’. In direction Kantstraße one store gives home to a well used kebab place and under the bridge a ‘Currywurst’ takeaway persists. Sunday afternoon hungry people park their cars in second row and get sausage or kebab, others (like myself after drawing) buy the groceries, they forgot to get during the week, at ‘Ulrichs’ under the rails – one of the few full assortment supermarkets opened on sundays.

Buch: Eine Stunde Aufenthalt | One Hour Wait

Seit Herbst 2015 gehe ich immer wieder zum Zentralen Omnibus Bahnhof [ZOB]. Ich bleibe etwa eine Stunde, skizziere Ort und Menschen auf einem Blatt Reispapier. Dann veröffentliche ich die Zeichnung zusammen mit einigen als Text notierten Beobachtungen auf Instagram.

Jetzt ist aus diesen Zeichnungen und Texten in Kooperation mit Isa und Swasky von PushingYourSketchingBoundaries ein Buch entstanden. Auf 96 Seiten gibt es kleine Geschichten von einem Durchgangsort, vom Reisen und Bleiben, in schwarzer Tusche.

Das Buch kann man hier kaufen.

 

Since Autumn 2015 I have regularly visited the Berlin Main Busstation [ZOB]. I stay around an hour and sketch place and people on a sheet of rice paper, than I publish the drawing, together with some observations noted as text, on Instagram.

Now a book emerged from these drawings and texts, published in collaboration with Isa and Swasky from PushingYourSketchingBoundaries. On 96 pages there are little stories from a transit place, about travelling and staying, all in black ink.

You can buy the book here.

ISBN: 978-0-9932232-2-8

MM

Im M&M in der Wilmersdorferstraße setze ich mich mit meinem Kaffee an den letzten freien Tisch. Das Geschirr der Vorgäste wird von einem bleichen Menschen weggeräumt. der dringend auch etwas koffeinhaltiges trinken sollte. Die Menschen hinter der Theke weisen sich stetig anstellende Gäste auf Sonderangebote hin, liefern ansonsten schnell und nett Kaffee und auf Wunsch Croissants -‘ja nur eines’, auch wenn zwei nur 1,20€ kosten – die sie nur mit der mit einem schwarzen Gummihandschuh versehenen Hand berühren. Hinten hängt ein Werbeballon, auch aus schwarzem Gummi.

In M&M in Wilmersdorferstraße me and my coffee take seat at the only free table. A pale man removes the dishes from prior guests – he should have some caffein himself. The people behind the counter advice cueing guests on special offers and deliver coffee quick and friendly + croissants – ‘yes, only one’, even though two are only 1,20€. They touch the pastry only with the hand, that is gloved in black rubber. In the back an advertising balloon, black rubber either.

unteilbar

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Heute wurden 40 000 zur Demonstration ‘#unteilbar – für Solidarität statt Ausgrenzung – für eine offene und freie Gesellschaft’ erwartet, gekommen sind wohl 242 000. Was für ein Signal! Was für eine wundervolle Atmosphäre! Das wird weiter gehen.

There were expected 40 000 but 242000 came to the demonstration #unteilbar – For an Open and Free Society: Solidarity, not Exclusion!’ What a signal! What a wonderful atmosphere! this will go on.

Toter Mantel

Vor dem nördlich der Heerstraße gelegenen Teil des Waldes von Pichelswerder endet ein Bohlensteg von den Tiefwerder Wiesen  im Havelaltarm ‘Toter Mantel’ – das letzte Joch zur vom Wald kommenden Treppe fehlt, ein DIN-A4-Blatt in Schutzfolie bittet um Verständnis, dass der Weg wegen Unfallgefahr gesperrt sei.

Unter dem Bohlensteg faulen Baumstämme im Schlamm, auf dem Wasser ist Entengrütze. Von den Eichen am Ufer fallen Eicheln.

Shortly before reaching the northern part of the forest on ‘Pichelswerder’ a wooden runway coming from the ‘Tiefwerder Wiesen’ ends above the dead stream branch of river ‘Havel’ ‘Toter Mantel’ – the final span before reaching the stairs coming from the forest is missing, a laminated  A4-sheet apologises, that the path is blocked due to danger of accidents.

Underneath the runway logs rot in the mud, water lentil on the water inbetween. Acorns drop from the oaks onto the riverside.

Zum ICC

Das Portal der Parkdeckzufahrt des ICC ist seit 2015 geschlossen. Müllsäcke liegen vor den Gittern und an den Wände, am Geländer lehnen zum Parkplatz schauende Typen in dunklen dicken Jacken.

The portal of the drive in to the parking lot of the ICC is locked since 2015. Garbage bags lie in front of the grids and along the walls, backs in thick dark jackets lean against the balustrades, corresponding heads facing in direction of the street-level parking lot.

Kiezflohmarkt September 2018

Den Kiezflohmarkt hätten wir beinahe verpasst – allerdings steht immer ein ganzer Haufen aussortiertes Gerümpel bereit. Ich schnappe mir einen etwas abgenutzten (aber noch sehr brauchbaren!) Kinderschreibtisch, trage den in die Danckelmannstrasse und verschanze mich dahinter mit meinem Zeichenpapier. Diverse Bücher und Spiele liefert die Familie nach, wir wollen hauptsächlich loswerden und verlangen maximal symbolische Beträge während am Nachbarstand ernsthafter gehandelt wird.

Den Schreibtisch (der übrigens, wie gesagt noch sehr brauchbar und außerdem höhenverstellbar ist (bei Interesse einfach Kommentar schreiben)) tragen wir nachmittags wieder zurück in unsere Wohnung.