# berlin

Gekrakel aus dem Wohnort:

Ich zeichne die Treppe runter, vom Mittelpodest, am Görlitzer Bahnhof. Einer der Dealer vom Fuss der Treppe kommt bald angerannt und fragt mich, was ich tue. Zeichnen. Er ist nervös und aggressiv, sagt undeutlich irgendwas, irgendwie warnend bis drohend, soviel verstehe ich. Er geht und weiter passiert nichts. Menschen gehen treppauf und runter zur und von der U-Bahn. Die Typen unten an der Treppe sehen angespannt aus, aber das sind sie wohl immer. Ihre Rolle ist Scheiße, denke ich. Ich gehe bald (Farbe mach ich zu Hause). Am Kiosk ein Plakat eines Lebensmittelmarktes – Wir packen ihnen auch eine Tüte mit Grünem. lustig.

I draw down the stairs, at u-station Görlitzer Bahnhof. One of the drug pushers comes up the stairs and asks, what I do. Draw. He is nervous and aggressive, says something fuzzy, between warning and threatening, that is what I get. Nothing else happens, People walk up and down the stairs for commuting. The guys at the bottom of the stairs look fraught, but I guess this is their usual state. They got a shit role, I think. I leave soon (do colors at home). At a kiosk is a poster of a grocer – Wir packen Ihnen auch eine Tüte Grünes – “we pack you a bag with green stuff too”. funny.

Zum Wochenmarkt in die Markthalle Neun. Im Gewusel Kaffee trinken, Nusssammler auf einem Kunstrasenstreifen ausprobieren und Ziegenkäse kaufen.

Weekly market at Markthalle Neun. I drink coffee in the crowd, test a walnut collector on a strip of artificial turf and buy goats cheese.

 .als wir im Keller der Livraria ankamen, wurden Gedichte vorgetragen – es war etwas doof, nicht portugiesisch zu können, klang aber schön. Dann Musik, mit Text, und spontaner Tanz, ohne.

 

 . .

Sonntagnachmittag fahre ich raus, d.h. erstmal zum Ostbahnhof.

Sunday afternoon I go out, first to Ostbahnhof.

Es ist doch noch ziemlich kalt, so daß der Flohmarkt nur mau besucht ist. Der silberhaarig- und bärtige Verkäufer ist trotzdem gut gelaunt und nett. Wenn es zu voll wäre, wäre auch nicht gut, dann habe keiner Ruhe zum gucken und kaufen.

It is still quite cold, so the flea market is quite poorly visited. The silver haired and bearded stand owner is happy and nice though – if it was crowded it would not be good either, he says, no one would look calmly and buy than.

Am Heinrichplatz sitzen schon viele Leute draussen, einige in dick wattierten Anoraks und Andere nur in Hemd und Trainingshose. Irgendwann lehnt eine Frau ein Fahrrad mit Babypuppe im Römersitz an die Laterne vor dem Lokal. Ich wundere mich nur kurz, den die mutmaßliche Puppen-Besitzerin kommt auf ihrem mutmaßlich ersten Fahrrad angefahren, auf dem Kopf einen rosa Skihelm, inklusive Schneebrille.

At Heinrichplatz people sit outside, some in quilted anoraks, other just in shirt and jogging pants. A woman parks a bike with a baby doll in the back seat, I wonder just a moment, than the presumable doll owner on her presumable first bike appears, wearing a pink ski helmet, including snow goggles.

In der Abguss-Sammlung antiker Plastiken in Berlin ist ganz am Ende ein Abguss des Barberinischen Fauns, dessen Original in München ist, wie ich lerne.

In einer Ecke finden und zeichnen wir einen Pferdekopf. Es ist ein Abguss von einem kompletten Reiterstandbildes Mark Aurels, ein Abguss dessen Kopfes steht gleich daneben. Meine Tochter verhindert, dass ich mehr als sein rechtes Auge zeichne, sein Bild würde die Wirkung des Pferdes beeinträchtigen, außerdem schaue er schnöselig. Ich habe eine Ahnung, das Aurel eher eine geschätzte Gestalt war, muß aber – trotz meines mit Mühe erworbenen Latinums – bei Wikipedia nachschlagen, um mehr über den ‘Philosophenkaiser’ zu erfahren.

Zu Mittag am Donnerstag im Cafe Feyza. Der Laden an der Ecke nah unserer Wohnung wechselte über die Jahre den Schwerpunkt vom Minikiosk direkt an der Ecke – Büdchen also – über Universal-Dienstleister – Packetpost, Geldtransfer, Zeitung, Kaffee –  im grösseren Laden daneben, zum Café mit ein bisschen Kiosk ebenda und jetzt. Dieses mag ich sehr.

Selbstgebackenes zum Tee. Auf dem Tisch Orchideen – Plastik und Stoff, die Sonne strahlt durch Schaufenster und Vase und macht rosa Flecken in den Schatten.

Während ich zeichne dringt ein Satz der Unterhaltungen, die ich sonst höre, ohne ihren Inhalt wahrzunehmen, in mein Bewusstsein. Da mir der Zusammenhang entgangen ist, weiß ich nicht, was der Wirt nicht aufklärt, indem er sagt: “Thüringen? Ick bin Wirt und kein Erdkundelehrer. Keine Ahnung.”

Es liegt ein wenig Schnee, so dass die ca.10 m hohe, fichtenbewachsene Böschung am Rande der Gegengerade des Eisrings bei entsprechender Sehnsucht alpin anmutet.

Diesen Sonntag ist das Eisstadion besonders voll, um 14:00 öffnet die Innenfläche und auch der Aussenring bleibt noch 1 Stunde auf. Das frische Eis lockt viele nach Innen.

_ in Kaffeeläden.

Das Caras am Ernst-Reuter-Platz ist aufgeräumt und viele Produkte enthalten Vitamine.

Im Starbucks in der Wilmersdorfer ist es warm, man kriegt Kaffee und wird dann genauso wenig behelligt, wie die rumstehenden Tassen der Vorgäste.

Frost, aber viele trinken ihren Kaffee trotzdem vor dem Brotgarten. Ich auch.