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Über das Wochenende fahren wir nach Westpommern, auf den Pferdehof Podkowa, ein paar Kilometer östlich der Oder.

*Auf der Hinterseite des Wohnhauses ein Baum und eine Bank darunter.

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Hier und da steht oder fährt landwirtschaftliches Gerät herum, z.B. *ein Gülle-Wagen und *ein Ursus-Traktor.

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*Abends ein Feuer für Stockbrot *Der große Stall voller Pferde

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*Am Sonntagnachmittag, grauer Himmel über dem Hof und Donner von fern

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*Letzte Reitstunde, draussen, trotz (ein bisschen) Regen – ich versuche rauszufinden, wie laufende Pferde aussehen …

Voriges Jahr wurden wir wegen der ungenauen Eingabe der Adresse eines Reiterhofes von meiner Navigations-App in der Abenddämmerung auf einer schmalen und buckligen Strasse durch diesen Landschaftschutzpark in West-Pommern, direkt an der Oder, geführt. Auf einer menschenleeren Lichtung hatten wir dann ‘unser Ziel erreicht’. Den Hof haben wir noch gefunden.

Da ich bei unserem diesjährigen Besuch des Reithofes selbst nicht reite, habe ich Zeit, um noch einmal dorthin zu fahren. Am Bach ist ein Parkplatz, ein paar Schritte von der Strasse entfernt sehe ich einen Damm aus Ästen und kegelförmig angenagte Bäume am Ufer des Baches, der sich durch den sumpfigen Wald schlängelt.

Die deutsche und englische Übersetzung der Website des Parkes sind im Aufbau und under construction – der googletranslator bestätigt aber, daß neben vielen Amphibien und seltenen Fischen, Wölfen und Fledermäusen auch Bieber dort leben.

Ich sitze eine Stunde an einen Baumstamm gelehnt. Nur die Vögel sind laut. Ameisen laufen über meine Beine.

Letztes Wochenende war ich in Luxemburg, um am von der dortigen Urban Sketchers Gruppe organisierten 2-tägigen Sketchcrawl teilzunehmen.

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Nach einer der Einführung auf der opulenten Rathaustreppe ziehe ich mit einigen Mit-Zeichnern zum Wochenmarkt auf dem Place Guillaume II. Erst zeichnen wir bei einem Stand deutscher Obstbauern, dann stell ich mich gegenüber eines Käsestandes. Zu Mittag treffen sich viele Zeichner vor dem Cafe des Nationalen Kunstgeschichtsmuseums.

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Wir gehen runter in den ‘Grund’ und von dort, oberhalb der Abtei, am Gegenhang Richtung Clausen – eine Seitenstrasse führt Steil den Hang hoch und in Clausen unten im Tal ist ein Irish Pub, ‘The Pyg’ in dem es am späten Nachmittag angenehm ruhig ist.

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Am Abend gemeinsames Essen und Reden und Trinken und neue und alte Freunde Zeichnen in einem Bierlokal.

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Am nächsten Morgen treffen wir uns im Innenhof in der Abtei Neumünster – ich zeichne den Hang gegenüber mit Oberstadt oben drauf von einer Art Wehrgang einer alten Brücke – Streckenposten warnen mich vor dem bald nahenden Läufern des DKV Urban Trail, so dass ich die Zeichnung schnell fertig mache und dann, etwas überhastet, von einem 30 m weiter gelegenen Standpunkt aus, an dem der Weg weniger eng ist, koloriere. Überall auf den engen und steilen Strassen sind Läufer.

Ich fliehe nach Clausen und zeichne die ansteigende Strasse zurück in die Oberstadt, die Montee de Clausen.

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Dann treffen sich einige Zeichner in einem netten Weinlokal.

Zurück in Clausen gehe ich durch ein verwittertes, gewölbtes Tor – dahinter verwunschen wirkende Gassen, einige z.T leer stehende Steinhäuser und ein schönes neues Wohnhaus. (In der Nähe sind Firmengebäude von Microsoft, Google und Amazon und schöner Wohnraum ist in Zukunft sicher gefragt …)

Wir treffen uns zu einem letzten Austausch und Gruppenfoto und Abschied vor der Kathedrale, bevor es mit dem Nachtzug zurück nach Berlin geht.

Tausend Dank an die Organisatoren, Béliza, Arnaud, Leen und Jean-Paul und alle, die mitgeholfen haben – es war toll!

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Yasmine Hamdan und ihre Band spielen Donnerstag Abend 2 Stundenin der ausverkauften Columbiahalle. Die Musik ist wunderbar dicht und nuanciert, beim letzten Lied wird es noch einmal laut und schnell. Als eine Zugabe ‘Beirut’. Übersetzungen der Texte habe ich nach dem Konzert alle hier gefunden, die Namen der 3 fantastischen Mitmusiker (sie wurden genannt, aber ich konnte sie mir nicht merken), leider nicht.

Yasmine Hamdan and band play for 2 hours in the sold out Columbiahalle. The music is wonderfully dense and nuanced, the last piece gets loud and quick. As extra ‘Beirut’. I found translations of the lyrics here, but not the names of the 3 fantastic band members (they were said, but I forgot …)

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Zu Ostern im Haus meiner Eltern in Grevenbroich – ich zeichne Sachen, die an Wänden hängen.

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In der von uns stets ‘Einkaufsstrasse’ genannten Kölner Strasse stehe ich unter dem Vordach eines Drogeriemarktes. Es regnet. Am nächsten Tag ist es trocken, im Park des nahen Wasserschloß Dyck wachsen Pilze auf einem Buchenstumpf, dazwischen Ahornsamen.

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Am 8. April spielte die Polnische Kapelle Lautari zum Free Music Festival im Haus der Kulturen der Welt von Oskar Kolberg aufgeschriebene Musik – wunderschön!
At 8th April the polish Band Lautari played pieces, collected and written down by Oskar Kolberg at the free music festival in Haus der Kulturen der Welt – wonderful!

Zwischen den eng gestellten Trödelständen drängen sich beim heutigen schönen Wetter die Leute. Hinter mir gibt es ‘alles auf dem Tisch für nur einen Euro’. Der Mensch vom Stand gegenüber kommt gucken, was ich mache, Zeichnen ist ok und uninteressant.

Flea market on Berlin Leopoldplatz

People crowd dense between the market stalls. Behind me is ‘everything on the table for 1 Euro’. The guy from the opposite stall comes to view – drawing is ok and not interesting.

Ein paar Meter weiter – ich stehe unbemerkt und man unterhält sich. Sie: ‘Im Alter muß man sich zwischen Kuh und Zicke entscheiden.’ Sie habe Kuh gewählt, Zicken seien faltig. Während ich noch über mich nachdenke – eher Zicke, Falten sind mir egal – bemerkt sie mich, vermutet dass ich schreibe – was und vor allem warum wohl? Putins Geheimdienst vermutlich, aber sie kommt doch gucken. Zeichnen findet sie gut, besser als schreiben, nur das angefangenen Bild ihrer Person sei häßlich. Ist ja noch nicht fertig. So jung wie ich wolle sie übrigens nicht mehr sein (ich kann also die Zicke/Kuh-Entscheidung aufschieben) – wg. der Arbeit. Sie habe gern gearbeitet, aber heute sei das Krieg. Und hier am Stand, ist das keine Arbeit. ‘Ne, das ist reiner Spaß.’

A bit further – I stand unrecognized and they talk. She: ‘When old you got to decide between goat and cow.’ She did choose cow, goats are wrinkly. While i still think – goat, I would say, I do not mind wrinkles –  she spots me and guesses I am writing, but what and why? Putins secret service, presumably, but she comes viewing. Drawing is better than writing, but her image looks ugly. Not yet finished. She would not want to be as young as me – I can postpone the goat/cow-question – cause of work. she has liked to work, but now work is war. And here at the stand, is this not work? ‘No, it is pure fun.’

Am Eingang neben der Kirche werden sie Kartons langsam weggepackt. Ich stehe an einem Poller, neben einer Kiste mit (abgenutzten) Feilen, Schraubenziehern- und Schlüsseln. Dauernd fragen mich Leute, was die Werkzeuge kosten sollen, der Typ vom Stand hockt weiter weg – er hat offenbar allerlei Kisten mit Waren aller Art, ruft aber nach meinem mittlerweile routinierten Hinweis immer ‘2 Euro das Stück’. Niemand kauft was.

At the entrance by the church boxes are packed. I am standing at some pole by a box with (overused) rasps, screw-drivers and -wrenches. People ask me prices, the guy running the stall is quite a bit away – seems to have a lot of boxes with stuff. He shouts ‘2 Euro per piece’ on my more and more routined hints. No body buys anything.

Zum Frühling sind die Hosen auf dem Wochenmarkt auf dem Klausenerplatz berfuß und halb bauchfrei.

In spring the pants on Klausenerplatz weekly market have bare feet and bellies.

 

Mit dem M45 nach Spandau – an der Endstation am Johannesstift ist das Tiergehege, von dort kann man weiter die Kuhlake entlang durch den Spandauer Forst spazieren. Die Kuhlake entwässerte wohl früher das Moor zur Havel, das mit diversen Aufstauungen der Havel bereits seit dem Mittelalter verlandete, so dass das Wasser jetzt umgekehrt aus der Havel in die Kuhlake fliesst und nahe dem Tiergehege im Kuhlaketeich endgültig versickert. Auch im Wald bildet sie eine Reihe sumpfiger Tümpel, die sehr moorig anmuten.
Ich darf nur einmal kurz zeichnen, da meine Familie zu hungrig zum Verweilen ist (merke: auch auf kurzen Spaziergängen Proviant und Lektüre mitführen, so ausgestattet hätte ich sicher mehr malen dürfen) – wir wandern zu den 2 kleinen Seen, die bei Google Moorpfuhl (groß und klein), auf der Kartentafel am Forst aber Natternteich heißen, laufen einmal rum (schöne urige Tümpel mit Schilf und Birken am Ufer) und dann zurück, zu Heidis Landgaststätte an der Bushaltestelle, wo es Essen und Trinken gibt. Meine Fassbrause kommt in einem Colaglas-wie-früher. Die Tischdecke male ich nicht mehr aus – wer wissen will, wie hübsch das Blumendekor war, muß selbst ausmalen (Zahlenangaben beachten).

Ich zeichne die Treppe runter, vom Mittelpodest, am Görlitzer Bahnhof. Einer der Dealer vom Fuss der Treppe kommt bald angerannt und fragt mich, was ich tue. Zeichnen. Er ist nervös und aggressiv, sagt undeutlich irgendwas, irgendwie warnend bis drohend, soviel verstehe ich. Er geht und weiter passiert nichts. Menschen gehen treppauf und runter zur und von der U-Bahn. Die Typen unten an der Treppe sehen angespannt aus, aber das sind sie wohl immer. Ihre Rolle ist Scheiße, denke ich. Ich gehe bald (Farbe mach ich zu Hause). Am Kiosk ein Plakat eines Lebensmittelmarktes – Wir packen ihnen auch eine Tüte mit Grünem. lustig.

I draw down the stairs, at u-station Görlitzer Bahnhof. One of the drug pushers comes up the stairs and asks, what I do. Draw. He is nervous and aggressive, says something fuzzy, between warning and threatening, that is what I get. Nothing else happens, People walk up and down the stairs for commuting. The guys at the bottom of the stairs look fraught, but I guess this is their usual state. They got a shit role, I think. I leave soon (do colors at home). At a kiosk is a poster of a grocer – Wir packen Ihnen auch eine Tüte Grünes – “we pack you a bag with green stuff too”. funny.

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