## skizzenbuecher

lokative skizzen

U-Bahn. Der Bärtige schwingt immer vor und zurück. Nur wenn er aus seiner Bierdose trinkt, nicht. Irgendwann ist die leer. Die Beiden daneben gehören dazu. Sie zählen Geld. Nur der Stehende hat welches. Sie diskutieren, wofür es langt. Am Winterfeldplatz steigen sie aus.

U-train. The bearded guy swings forth and back. He only stops when drinking from his can of beer. At some time this is empty. The two aside belong to him. They count money. Only the standing man has some. They discuss, what to buy. Leave at Winterfeldplatz.

.

Gestern Abend, zum Veröffentlichungstag des Albums ‘the underside of power’ spielten die Algiers im Musik&Frieden. Es war voll und eng und nah und laut und super.

– liegen zusammengekoppelt am Westhafenkanal.

Diese beiden ‘sehr großen Transportwannen’ werden wohl nie aus Berlin herauskommen. Ihr einziger selbstständiger Antrieb sind die beidseitig angeordneten Winden – man kann nicht mal von ‘Heck’ oder ‘Bug’ sprechen. Dennoch vermitteln sie ein wenig nautische Romantik. Sie sind dieser Wasserwelt zugehörig, deren Netz potentiell überall hin führt.

Starbucks

in der Wilmersdorfer Strasse. (Kaffee)
.

Linde

in der Sophie-Charlotte-Strasse (Bier)

Manhatten Burger

Schloßstrasse (Bier+Essen)

.

Caras

Ernst-Reuter-Platz (Kaffee)

Langer Wirt

Danckelmannstrasse (Bier)
.

zwischen Linden- und Schwanenwerder gibt es diese Badestelle. Sandige Uferstücke, Schilfstreifen und Gebüsch wechseln sich ab. Am letzten Maiwochenende lockt das verfrühte Sommerwetter Viele zum Baden.

Am Mittwoch Abend gehe ich kurzentschlossen in den Badenschen Hof zur ‘Special Wednesday Jazz-Show before Himmelfahrt’. Es spielen Walter Gauchel und Jan von Klewitz Saxophone, Martin Lillich Bass, Reggie Moore Klavier und Kenny Martin Schlagzeug. Ich bekomme (auch ohne Reservierung) einen Platz am Tisch vor der Bühne. Die Musiker sind großartig und auch die vielen Standards schön.

Im zweiten Teil spielt jeder der beiden Saxophonisten alleine eine Ballade seiner Wahl, hier Gauchel ‘my foolish heart’.

Gegen Ende wieder beide zusammen ‘speak low when you speak love’ von Kurt Weil.

Letztes Wochenende war ich in Luxemburg, um am von der dortigen Urban Sketchers Gruppe organisierten 2-tägigen Sketchcrawl teilzunehmen.

.

Nach einer der Einführung auf der opulenten Rathaustreppe ziehe ich mit einigen Mit-Zeichnern zum Wochenmarkt auf dem Place Guillaume II. Erst zeichnen wir bei einem Stand deutscher Obstbauern, dann stell ich mich gegenüber eines Käsestandes. Zu Mittag treffen sich viele Zeichner vor dem Cafe des Nationalen Kunstgeschichtsmuseums.

.

Wir gehen runter in den ‘Grund’ und von dort, oberhalb der Abtei, am Gegenhang Richtung Clausen – eine Seitenstrasse führt Steil den Hang hoch und in Clausen unten im Tal ist ein Irish Pub, ‘The Pyg’ in dem es am späten Nachmittag angenehm ruhig ist.

.

Am Abend gemeinsames Essen und Reden und Trinken und neue und alte Freunde Zeichnen in einem Bierlokal.

.

Am nächsten Morgen treffen wir uns im Innenhof in der Abtei Neumünster – ich zeichne den Hang gegenüber mit Oberstadt oben drauf von einer Art Wehrgang einer alten Brücke – Streckenposten warnen mich vor dem bald nahenden Läufern des DKV Urban Trail, so dass ich die Zeichnung schnell fertig mache und dann, etwas überhastet, von einem 30 m weiter gelegenen Standpunkt aus, an dem der Weg weniger eng ist, koloriere. Überall auf den engen und steilen Strassen sind Läufer.

Ich fliehe nach Clausen und zeichne die ansteigende Strasse zurück in die Oberstadt, die Montee de Clausen.

.

Dann treffen sich einige Zeichner in einem netten Weinlokal.

Zurück in Clausen gehe ich durch ein verwittertes, gewölbtes Tor – dahinter verwunschen wirkende Gassen, einige z.T leer stehende Steinhäuser und ein schönes neues Wohnhaus. (In der Nähe sind Firmengebäude von Microsoft, Google und Amazon und schöner Wohnraum ist in Zukunft sicher gefragt …)

Wir treffen uns zu einem letzten Austausch und Gruppenfoto und Abschied vor der Kathedrale, bevor es mit dem Nachtzug zurück nach Berlin geht.

Tausend Dank an die Organisatoren, Béliza, Arnaud, Leen und Jean-Paul und alle, die mitgeholfen haben – es war toll!

.

 

.

.

.

Yasmine Hamdan und ihre Band spielen Donnerstag Abend 2 Stundenin der ausverkauften Columbiahalle. Die Musik ist wunderbar dicht und nuanciert, beim letzten Lied wird es noch einmal laut und schnell. Als eine Zugabe ‘Beirut’. Übersetzungen der Texte habe ich nach dem Konzert alle hier gefunden, die Namen der 3 fantastischen Mitmusiker (sie wurden genannt, aber ich konnte sie mir nicht merken), leider nicht.

Yasmine Hamdan and band play for 2 hours in the sold out Columbiahalle. The music is wonderfully dense and nuanced, the last piece gets loud and quick. As extra ‘Beirut’. I found translations of the lyrics here, but not the names of the 3 fantastic band members (they were said, but I forgot …)

..

Zu Ostern im Haus meiner Eltern in Grevenbroich – ich zeichne Sachen, die an Wänden hängen.

.

In der von uns stets ‘Einkaufsstrasse’ genannten Kölner Strasse stehe ich unter dem Vordach eines Drogeriemarktes. Es regnet. Am nächsten Tag ist es trocken, im Park des nahen Wasserschloß Dyck wachsen Pilze auf einem Buchenstumpf, dazwischen Ahornsamen.

Zwischen den eng gestellten Trödelständen drängen sich beim heutigen schönen Wetter die Leute. Hinter mir gibt es ‘alles auf dem Tisch für nur einen Euro’. Der Mensch vom Stand gegenüber kommt gucken, was ich mache, Zeichnen ist ok und uninteressant.

Flea market on Berlin Leopoldplatz

People crowd dense between the market stalls. Behind me is ‘everything on the table for 1 Euro’. The guy from the opposite stall comes to view – drawing is ok and not interesting.

Ein paar Meter weiter – ich stehe unbemerkt und man unterhält sich. Sie: ‘Im Alter muß man sich zwischen Kuh und Zicke entscheiden.’ Sie habe Kuh gewählt, Zicken seien faltig. Während ich noch über mich nachdenke – eher Zicke, Falten sind mir egal – bemerkt sie mich, vermutet dass ich schreibe – was und vor allem warum wohl? Putins Geheimdienst vermutlich, aber sie kommt doch gucken. Zeichnen findet sie gut, besser als schreiben, nur das angefangenen Bild ihrer Person sei häßlich. Ist ja noch nicht fertig. So jung wie ich wolle sie übrigens nicht mehr sein (ich kann also die Zicke/Kuh-Entscheidung aufschieben) – wg. der Arbeit. Sie habe gern gearbeitet, aber heute sei das Krieg. Und hier am Stand, ist das keine Arbeit. ‘Ne, das ist reiner Spaß.’

A bit further – I stand unrecognized and they talk. She: ‘When old you got to decide between goat and cow.’ She did choose cow, goats are wrinkly. While i still think – goat, I would say, I do not mind wrinkles –  she spots me and guesses I am writing, but what and why? Putins secret service, presumably, but she comes viewing. Drawing is better than writing, but her image looks ugly. Not yet finished. She would not want to be as young as me – I can postpone the goat/cow-question – cause of work. she has liked to work, but now work is war. And here at the stand, is this not work? ‘No, it is pure fun.’

Am Eingang neben der Kirche werden sie Kartons langsam weggepackt. Ich stehe an einem Poller, neben einer Kiste mit (abgenutzten) Feilen, Schraubenziehern- und Schlüsseln. Dauernd fragen mich Leute, was die Werkzeuge kosten sollen, der Typ vom Stand hockt weiter weg – er hat offenbar allerlei Kisten mit Waren aller Art, ruft aber nach meinem mittlerweile routinierten Hinweis immer ‘2 Euro das Stück’. Niemand kauft was.

At the entrance by the church boxes are packed. I am standing at some pole by a box with (overused) rasps, screw-drivers and -wrenches. People ask me prices, the guy running the stall is quite a bit away – seems to have a lot of boxes with stuff. He shouts ‘2 Euro per piece’ on my more and more routined hints. No body buys anything.