## skizzenbuecher

lokative skizzen

Das Portal der Parkdeckzufahrt des ICC ist seit 2015 geschlossen. Müllsäcke liegen vor den Gittern und an den Wände, am Geländer lehnen zum Parkplatz schauende Typen in dunklen dicken Jacken.

The portal of the drive in to the parking lot of the ICC is locked since 2015. Garbage bags lie in front of the grids and along the walls, backs in thick dark jackets lean against the balustrades, corresponding heads facing in direction of the street-level parking lot.

Samstagabend spielen im Zig-Zag-Club Martin Klingeberg (trp., voc., th), Felix Wahnschaffe (a.sax.), Christian von der Goltz (org.), Thomas Alkier (dr) zusammen als AlphaAlpha.

Ich fahre mit dem Fahrrad durch die Gegend und gerate am U-Bahnhof Siemensdamm an die gleichnamige Strasse. Dort ist ein großer Parkplatz und in einem Einkaufszentrum und den angrenzenden Ladenlokalen darum die lokale Grundversorgung – Edeka, Netto und Drogeriemarkt, Sparkasse, Post, Billigklamottenläden, ein Küchen/Möbel/Heimwerkermarkt, Bäcker, Bistros, Erotikmarkt, Spielhalle, Imbissbuden und, im Eckgebäude Nonnendammallee/Jungfernheidestraße, der Özgür Market.

Im angegliederten Café muss man wissen was es gibt, keine Speisekarte oder so. Ich bestelle (mit Zeigen) etwas Käsegefülltes, ich vermute Börek, und einen Kaffee (beides sehr gut) und setze mich an einen Tisch. Hinten versorgen Typen mit grünen Poloshirts Melonen. Hinter mir, direkt im Café, klopft ein Bäcker klatschend Hefeteig. Jemand schreibt mit dickem Filzer auf neonfarbenem Karton Preisschilder für Gemüse, am Nebentisch machen Mitarbeiter Pause.

I stroll on my bicycle and end up at Siemensdamm, at the U-Station with that name. There is a parking lot and in a mall and the surrounding shops are the local basic services – Edeka, Netto, drugstore, Sparkasse, post office, cheap garment stores, kitchen/furniture/diy-store, bakeries, bistros, porn store, amusement hall, takeaways and, at the corner Nonnendammallee/Jungfernheidestraße Özgür Market.

In the associated café one must know what is offered – no menu or else. I order (by pointing at it) something filled with cheese, börek, I guess, and coffee (both good) and sit at some outside table. In the back two guys with green polo shirts take care of melons. Behind me, inside the café, a baker beats yeast dough flat with a clapping sound. Someone writes labels for vegetable on chunky colored cardboard with a broad marker, at the table aside of mine staff has a break.


Zuerst spielen am Freitagabend ‘The Chap’ – fun and interesting, wie sie selbst auch singen.


Danach Calypso von ‘Kobo Town’ – tolle Ausstrahlung, druckvoll rhythmisch und cool.

Es ist wieder ‘Wassermusik’ am Haus der Kulturen der Welt

Zuerst spielt die indische ‘Peter Cat Recording Company’, erst eher zurückgenommen, dann zunehmend druckvoll und stets lässig.

Danach Bright Phoebus revisted – der zur Wiederauflage der LP von Lal + Mike Waterson von 1972 gehörige LiveAct, mit Familienmitgliedern, ursprünglichen Musikern der Platte und Gästen – sehr schön.

Der Bürgersteig der Nehringstrasse abends, während ich zeichne wird es dunkler. Graubunt und rot.

Wir bleiben noch einige Tage in einem Mobilheimpark an einem kleinen See in der Ebene zwischen den Bergen des Luberon und der Durance. Neben einer verfallenen kleinen Steinhütte ist diese Walnussbaum von Efeu umrankt. Auf einem daneben liegenden Ast sitzen, wie überall auf Zweigen, Gras oder Schilfhalmen, an den höchsten Punkten kleine weiße Schnecken.

Auf dem Campingplatz gibt es eine Bar mit Restaurant – sehr gallisch wirkende Gäste trinken Bier als Aperitif.

Um die nahe vorbeifließende Durance zu erreichen, muß man durch ein mit Weiden und allerlei Gesträuch bewachsenem Uferbereich laufen. Hier ist der Fluss geteilt – auf unserer Seite ist ein schmalerer Nebenarm mit einigen rauschenden Gefällestücken zwischen gestauten Gumpen vom ruhig und breit fließenden Hauptarm durch eine breite Kiesinsel abgetrennt. An der ‘Pont du Cadenet’ – einer modernen Strassenbrücke – sitze ich in deren Schatten an einem Altarm.

In der Ebene wächst überall dieses übermannshohe Schilf.

Abends wird im Barbereich ‘animiert’, wie z.B. mit einem Karaokeabend, der kurz vor Schluß um 12 partyartig eskaliert.

Am letzten Abend setze ich mich bei Sonnenuntergang in eine Wiese in der Ebene, Zikaden machen krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss krrss kr

Von Avignon fahren wir in das südöstlich angrenzende Luberon.

Auf dem Campingolatz in Bonnieux wohnt auch diese Heuschrecke.

Im nahen Goult gibt es die ‘Fete du Miele’ mit allerlei Honig und Honigprodukten (wie beispielsweise fabelhaftem Eis).

In Gordes hocke ich eine Weile am Brunnen vor dem Schloß und gucke Häuser.

Vom Campingplatz kann man die kleinen Berge hinauf durch Flaumeichen laufen.

Da es sehr heiß ist, kann ich die Familie mit einem Badeversprechen zu römischen Brücke ‘Pont Julien’ locken. Das Flußbett ist dann aber bis auf ein paar Pfützen mit Fröschen drin ausgetrocknet.

Daher fahren wir nach ‘Fontain de Vaucluse’. Man kann im Schatten großer Bäume in der Sorgue waten – sie entspringt hier direkt aus den Felsen und hat konstant 12-13 Grad. Ein Feigenbaum hängt schräg über dem Wasser.

Zum Baden fahren wir an einen kleinen See, der ‘Etang de la Bonde’. Am Strand haben viele Leute pneumatisches Badegetier, am ‘Buvett’ gibt es ‘Glaces _ Sandwiches _ Cafè, Boissons Chaudes et Fraudes’

Zum Spaziergang nach Bonnieux, beim Campingplatz, nehmen wir Wasser mit.

Es ist allerdings auch nicht schwer, Geschäfte zu finden, die andere Getränke verkaufen.

Am Morgen der Abreise vom Camping zeichen ich in Bonnieux den Platz mit der alten Olivenölpresse, bis der Supermarkt auf hat.

Auf einem Brunnenrand finde ich diesen toten Käfer.

In Apt ist Samstag Vormittag Markt – um Eins bauen die Marktmenschen ihre Stände ab.

Wir verbringen 2 Tage in Avignon. Es ist Theaterfestival und entsprechend buntes Gedränge.

Am ‘unteren’ Ende der Rue des Teintures ist es endlich ein wenig ruhiger, man kann auf der Mauer zum Bach verweilen. Ab und zu kommen Leute und schauen dem Mühlrad zu, dass sich tatsächlich dreht.

Cafes sind gut besucht, dauernd bekommt man Flyer in die Hand gedrückt und überall hängen Plakate.

Mit dem Bus fahren wir Abends über die Rhone und den Berg hinauf nach Les Angels, wo unser Hotel ist.

Am nächsten Tag laufen wir noch ein wenig rum, bevor wir weiter, ins Luberon fahren.

 

Diesen Imbiss in der Dankelmannstrasse gibt es jetzt schon min 10 Jahre. Er wird von einem Paar betrieben. Er wirkt etwas eulenartig, aber die missgelaunte Anmutung täuscht, zumindest ist er nicht unfreundlich. Und sie ist nett.

Über einem großen Edelstahlkühlschrank hängt ein gerahmtes Schwarzweißfoto eines traditionell asiatisch gewandeten verwitterten Mannes, der eine asketische Autorität ausstrahlt. Direkt daneben ist eine Überwachungskamera und darunter liegt ein Glaskugel. An dem ohnehin tresorartig anmutenden Kühlschrank steht ‘privat’ – der Getränkekühlschrank daneben ist wohl öffentlich. Darauf steht noch eine kleinere und modernere Kamera. Der ganze Theken-Küchen-Komplex wirkt gut befestigt und wehrhaft.

Das  – deftige und leckere – Essen kommt trotz ‘Selbstbedienung’ an den Tisch.