## skizzenbuecher

lokative skizzen

Seit Herbst 2015 gehe ich immer wieder zum Zentralen Omnibus Bahnhof [ZOB]. Ich bleibe etwa eine Stunde, skizziere Ort und Menschen auf einem Blatt Reispapier. Dann veröffentliche ich die Zeichnung zusammen mit einigen als Text notierten Beobachtungen auf Instagram.

Jetzt ist aus diesen Zeichnungen und Texten in Kooperation mit Isa und Swasky von PushingYourSketchingBoundaries ein Buch entstanden. Auf 96 Seiten gibt es kleine Geschichten von einem Durchgangsort, vom Reisen und Bleiben, in schwarzer Tusche.

Das Buch kann man hier kaufen.

 

Since Autumn 2015 I have regularly visited the Berlin Main Busstation [ZOB]. I stay around an hour and sketch place and people on a sheet of rice paper, than I publish the drawing together with some observations noted as text on Instagram.

Now a book emerged from these drawings and texts, published in collaboration with Isa and Swasky from PushingYourSketchingBoundaries. On 96 pages there are little stories from a transit place, about travelling and staying, all in black ink.

You can buy the book here.

 

Meine Lieblingsfigur in der Abgusssammlung – ein Abguss einer römischen Kopie eines frühhellenistischen Originals (und hier ein digitales Abbild einer das Objekt willkürlich beschneidenden Tuschezeichnung des Abgusses).

Der bärtige Mann trägt als Kleidung lediglich Unterarmbandagen und Schlagringe. Er sitzt erschöpft und abgeklärt. Ruhe und keine Lust auf Gewalt.

Im M&M in der Wilmersdorferstraße setze ich mich mit meinem Kaffee an den letzten freien Tisch. Das Geschirr der Vorgäste wird von einem bleichen Menschen weggeräumt. der dringend auch etwas koffeinhaltiges trinken sollte. Die Menschen hinter der Theke weisen sich stetig anstellende Gäste auf Sonderangebote hin, liefern ansonsten schnell und nett Kaffee und auf Wunsch Croissants -‘ja nur eines’, auch wenn zwei nur 1,20€ kosten – die sie nur mit der mit einem schwarzen Gummihandschuh versehenen Hand berühren. Hinten hängt ein Werbeballon, auch aus schwarzem Gummi.

In M&M in Wilmersdorferstraße me and my coffee take seat at the only free table. A pale man removes the dishes from prior guests – he should have some caffein himself. The people behind the counter advice cueing guests on special offers and deliver coffee quick and friendly + croissants – ‘yes, only one’, even though two are only 1,20€. They touch the pastry only with the hand, that is gloved in black rubber. In the back an advertising balloon, black rubber either.

Die beiden Quitten gab es im Supermarkt. Der Boskop ist aus einer Kiste, die mir ein Freund, der einen Garten mit Obstbäumen in Brandenburg hat, schenkte.

The quinces are from the supermarket. The Boskop is from a box, a friend and owner of a Brandenburg garden with fruit trees gave me as present.

.

.

.

Heute wurden 40 000 zur Demonstration ‘#unteilbar – für Solidarität statt Ausgrenzung – für eine offene und freie Gesellschaft’ erwartet, gekommen sind wohl 242 000. Was für ein Signal! Was für eine wundervolle Atmosphäre! Das wird weiter gehen.

There were expected 40 000 but 242000 came to the demonstration #unteilbar – For an Open and Free Society: Solidarity, not Exclusion!’ What a signal! What a wonderful atmosphere! this will go on.

Das Portal der Parkdeckzufahrt des ICC ist seit 2015 geschlossen. Müllsäcke liegen vor den Gittern und an den Wände, am Geländer lehnen zum Parkplatz schauende Typen in dunklen dicken Jacken.

The portal of the drive in to the parking lot of the ICC is locked since 2015. Garbage bags lie in front of the grids and along the walls, backs in thick dark jackets lean against the balustrades, corresponding heads facing in direction of the street-level parking lot.

Samstagabend spielen im Zig-Zag-Club Martin Klingeberg (trp., voc., th), Felix Wahnschaffe (a.sax.), Christian von der Goltz (org.), Thomas Alkier (dr) zusammen als AlphaAlpha.

Ich fahre mit dem Fahrrad durch die Gegend und gerate am U-Bahnhof Siemensdamm an die gleichnamige Strasse. Dort ist ein großer Parkplatz und in einem Einkaufszentrum und den angrenzenden Ladenlokalen darum die lokale Grundversorgung – Edeka, Netto und Drogeriemarkt, Sparkasse, Post, Billigklamottenläden, ein Küchen/Möbel/Heimwerkermarkt, Bäcker, Bistros, Erotikmarkt, Spielhalle, Imbissbuden und, im Eckgebäude Nonnendammallee/Jungfernheidestraße, der Özgür Market.

Im angegliederten Café muss man wissen was es gibt, keine Speisekarte oder so. Ich bestelle (mit Zeigen) etwas Käsegefülltes, ich vermute Börek, und einen Kaffee (beides sehr gut) und setze mich an einen Tisch. Hinten versorgen Typen mit grünen Poloshirts Melonen. Hinter mir, direkt im Café, klopft ein Bäcker klatschend Hefeteig. Jemand schreibt mit dickem Filzer auf neonfarbenem Karton Preisschilder für Gemüse, am Nebentisch machen Mitarbeiter Pause.

I stroll on my bicycle and end up at Siemensdamm, at the U-Station with that name. There is a parking lot and in a mall and the surrounding shops are the local basic services – Edeka, Netto, drugstore, Sparkasse, post office, cheap garment stores, kitchen/furniture/diy-store, bakeries, bistros, porn store, amusement hall, takeaways and, at the corner Nonnendammallee/Jungfernheidestraße Özgür Market.

In the associated café one must know what is offered – no menu or else. I order (by pointing at it) something filled with cheese, börek, I guess, and coffee (both good) and sit at some outside table. In the back two guys with green polo shirts take care of melons. Behind me, inside the café, a baker beats yeast dough flat with a clapping sound. Someone writes labels for vegetable on chunky colored cardboard with a broad marker, at the table aside of mine staff has a break.


Zuerst spielen am Freitagabend ‘The Chap’ – fun and interesting, wie sie selbst auch singen.


Danach Calypso von ‘Kobo Town’ – tolle Ausstrahlung, druckvoll rhythmisch und cool.

Es ist wieder ‘Wassermusik’ am Haus der Kulturen der Welt

Zuerst spielt die indische ‘Peter Cat Recording Company’, erst eher zurückgenommen, dann zunehmend druckvoll und stets lässig.

Danach Bright Phoebus revisted – der zur Wiederauflage der LP von Lal + Mike Waterson von 1972 gehörige LiveAct, mit Familienmitgliedern, ursprünglichen Musikern der Platte und Gästen – sehr schön.