Diesen Imbiss in der Dankelmannstrasse gibt es jetzt schon min 10 Jahre. Er wird von einem Paar betrieben. Er wirkt etwas eulenartig, aber die missgelaunte Anmutung täuscht, zumindest ist er nicht unfreundlich. Und sie ist nett.

Über einem großen Edelstahlkühlschrank hängt ein gerahmtes Schwarzweißfoto eines traditionell asiatisch gewandeten verwitterten Mannes, der eine asketische Autorität ausstrahlt. Direkt daneben ist eine Überwachungskamera und darunter liegt ein Glaskugel. An dem ohnehin tresorartig anmutenden Kühlschrank steht ‘privat’ – der Getränkekühlschrank daneben ist wohl öffentlich. Darauf steht noch eine kleinere und modernere Kamera. Der ganze Theken-Küchen-Komplex wirkt gut befestigt und wehrhaft.

Das  – deftige und leckere – Essen kommt trotz ‘Selbstbedienung’ an den Tisch.

Am Rathaus Steglitz ist gegenüber des Bahnhofes die ehemalige Haltestelle ‘Albrechtstrasse’ der 1985 eingestellten Autobahnbuslinie A85. Unter der auskragenden Betonstruktur parken an der Düppelstrasse einige Mieträder. Hinter der Haltestelle lagert unter der Autobahn diverse Marktausrüstung und parken Autos.

Die Haltestelle an der anderen Seite, zwischen Autobahn und S-Bahn sieht genau so aus.

Über der Albrechtstrasse hängt unter der Autobahn noch das Hinweisschild zum Queens Club, der sich irgendwann nach der Stilllegung der Buslinie in die Betonstruktur eingenistet hat. Die schwarze Blechtür mit Klingelknopf daneben ist mit Graffiti versehen, dass Schild darüber halb übermalt.

Während ich meine Zeichensachen wegpacke kommt ein Typ, guckt sich um und pisst ungeniert und ergiebig an die Wand, direkt neben der Tür. Von hinter mir ertönt Protest, er behauptet, da sei ein Gulli, also kein Problem. Die beiden Männer, die von mir bisher unbemerkt hinter dem Altkleidercontainer mit Bierdosen auf Klappstühlen sitzen meinen, da sei kein Gulli, das wüssten sie. In der Tat sehe ich keinen, das Urin bildet schon einen kleinen Bach. Der Pinkler besteht nicht weiter auf den Gulli und erläutert immer noch pissend wie überraschend stark sich sein Blasendruck erhöhe, wenn er Bier trinkt.

Wir wollen draußen essen und finden einen guten Tisch im ‘Cordoba’. Gut ist vor allem, dass ich mit dem Rücken zum TV sitze und Zuschauer gucken kann. Die meisten sind für Brasilien oder nicht sehr interessiert, nur wenige freuen sich über Belgien.

In einem Hochbeet an der Neuköllner Seite des Tempelhofer Feldes wachsen Erbsen.

In a raised bed at the Neukölln side of Tempelhofer Feld grow peas.

Der Chef des ‘Little Tokyo’ meint, bei ihm sei es wie bei der WM, Kimuchi sei leider aus. Ich bin etwas verwirrt und bestelle stattdessen Wakame. Der Laden ist ziemlich leer. Er bringt Wakame und stellt sich in die Tür, Nachbarn kommen vorbei, man unterhält sich. Unten neben der Treppe zur Küche steht ein kleiner Fernseher, natürlich läuft Fußball, und ich bekomme erst jetzt mit, dass Südkorea wohl gerade aus dem Turnier ausgeschieden ist. Endlich verstehe ich den Witz.

The chef of ‘Little Tokyo’ says, it is like Worldcup, kimuchi is finished. I am confused and order wakame instead. The place is quite empty, he serves wakame and than stands by the door. Neighbours pass by, they chat. There is a small TV by the stairs to the kitchen. Soccer, naturally. Only now I learn, that South Korea just dropped out of the tournament. I finally get the joke.

In diesem schönen Sushi-Laden der Ecke Kaiser-Friedrich-Str. | Spandauer Damm war ich am Samstag Abend der Einzige, der dort aß. Die anderen Gäste haben ihr Sushi mit genommen, wie diese Frau.

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Nach einer Woche im Rheinland sitze ich mit meinen Eltern vorm Haus und schaue in den Garten und in das Feuer des Außenkaminofens.

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Am nächsten Tag sitze ich im Zug und schaue aus dem Fenster.

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Vom Bahnhof Spandau fahre ich mit der U-Bahn nach Hause.

An der Ufermauer gegenüber des Schlossparkes liegt dieser Kahn namens “Ems” in der Spree. Vorne auf der Plattform ist ein Kran mit Sitz und auch sonst sieht alles nach Arbeit aus, auch wenn jetzt, um 21:00 keiner mehr da ist.

Passanten fragen mich, ob ich ‘damit’ in irgendeiner Verbindung stehe, sie würden gerne wissen, was hier eigentlich gemacht wird?- ne, würde mich auch interessieren.

Bei der verrichteten Arbeit scheint wohl ernsthaft Gefahr zu bestehen, ins Wasser zu fallen, schließe ich aus der großen Zahl von Rettungsringen in meinem Blickfeld.

_ in der Markthalle Neun. Die Fritten auf der Tafel in der Mitte für 5,5 waren mit irgendwas (evtl. Wurst).

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Am Donnerstagabend spielte Manu Katche mit Band im Lido in der Cuvrystrasse – das ist voll mit gösstenteils begeisterten Fans. Die Musik ist funklastig, die Musiker spielen mit uhrwerkartiger Präzision.