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Am nördlichen, noch für Autos erlaubten Teil der Wilmersdorfer Strasse, liegt Wilhelm Hoeck. Ich habe gut 13 Jahre in Charlottenburg gelebt, bevor ich dieses patinierte Lokal entdeckte. Seither verschluckt es mich gelegentlich für 1-2 Stunden.

Es gibt Pilsener Urquell vom Fass – das Erste dauert und zeigt man Zeichen von Ungeduld (kurzes Lidzucken oder Ähnliches) ruft die Schankfrau sofort von irgendwoher ‘Urquell kommt gleich’. Im weiteren Verlauf fragt sie immer genau so, ob man ein weiteres wolle, dass sie gegebenenfalls beim letzten Schluck ein neues, in Ruhe gezapftes Glas rüberreichen kann.

Meist läuft keine Musik (besser).

Man hört die anderen Gäste reden. Ein Wildlederhutträger kommt rein. Von irgendwo links, Frau: ‘Jürgen, wo haste denn das Hemd her. Jürgen. Jürgen! Ist schön, das Hemd. Wo haste das denn gekauft. Jürgen.’

Nachdem der Mann mit Hut weg ist: ‘Ich war beim Friseur und jetzt stehen mir die Haare zu Berge. War halt Scheiße, der Friseur,’

Ich gehe heute nach 2 Bier. Mein Bargeld ist alle.

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An einer Ecke des Klinikgeländes DRK Westend steht, zum Fürstenbrunner Weg/Spandauer Damm dieser Pavilion seit einiger Zeit leer. Vor einigen Jahren aß ich noch eine Pizza in einem Imbiß dort drin, nun sind die Türen versperrt und davor und daneben liegen Gerümpel und Müll.

Auf diesem Bild sieht man den Pavilion ohne anschließende Mauern frei an der aufgeweiteten Strassenecke stehen. Laut dem beigefügten Text und Zitaten wurde er um 1914 von Heinrich Seeling als Blumenhalle mit Bedürfnisanstalt entworfen.

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_ geriet ich in die Linde.

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Zur Premiere eines Fischfilms fahre ich zum Aufpassen mit zum Zoopalast. Ein Security-Mann lässt die beiden Teenager, die ich begleite auch ohne (in Preisausschreiben zu gewinnende oder wg. VIP-Status geschenkte) Tickets in den Film. Der ist lang, so dass ich viel Zeit auf dem breiten Bürgersteig an der Hardenbergstrasse verbringe.

Menschen laufen meist in Gruppen durch die warme Spätsommerluft. Auf dem Breitscheidplatz schimmert das Licht kühl blau durch die verglasten Gitterelemente von Eiermanns oktogonalem Bau, während der Tuff-Klotz daneben hell angestrahlt wird.

Vor dem Zoopalast warten ab ca. 22:00 außer mir noch weitere Menschen im Elteralter, bis, nach schnell mit jüngeren Kindern nach Hause eilenden Menschen, schließlich, als letztes, glückliche Teenager heraustrotten.

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Auf Strassenniveau ist das Moabiter Wikingerufer gesperrt, “da konstruktionsbedingt ein Versagen der Uferwand ohne Vorankündigung möglich ist”, wie auf dem Bauschild vorbildlich umfassend informiert wird.

Ich hoffe, dass die grün lakierte Spundwand noch hält und riskiere von unten am Ufer neben der Wand einen Blick auf die Gebauer Höfe auf der Charlottenburger Seite der Spree.

Vom 2ten bis 4ten September trafen sich deutsche Urbansketcher in München.

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Vor der Seidlvilla in Schwabingen sitzen Zeichner in der Sonne. Nach der Einführung und gegenseitigem Portraitzeichnen auf Bierfilzen – eine schöne (von mir leider nicht dokumentierte) Idee – geht es in ein Irish Pub, in dem wir diesmal Getränke auf Filze stellen und in unseren Heften Zeichnen – mir gegenüber, vor dem Musiker, Henning Janssen.

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Am nächsten Vormittag nehme ich an Jan-Phillip Schwarz’ Workshop zum Spiel mit Material und Stil teil und versuche, wie von Jan-Phillip anhand vieler eigener Beispiele zu einem einzigen Motiv angeregt, mal etwas, was ich sonst nicht mache, indem ich das Siegestor zunächst nur mit Wasserfarbe pinsle, bevor ich nach 20 Minuten wieder zum Füller greife – in dieser Reihenfolge mache ich das sonst nicht und werde das bestimmt irgendwann nochmal machen. Die andere Seite des Tores zeichne ich aber wie gewohnt zuerst mit Tinte ….

Am Nachmittag gebe ich einen eigenen Workshop (den ich leider vergaß, zu fotografieren).

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Am nächsten Morgen treffen wir uns im Hofgarten und schwärmen zum Zeichnen aus. Ich trinke Kaffee in den Korbsesseln der ‘Goldenen Bar’ an der Hinterseite des ‘Hauses der Kunst’.

Am Nachmittag eröffnet in der Seidlvilla die Ausstellung einer Unmenge von Skizzenbüchern – ich muß mich leider bald verabschieden, um meinen Bus nach Berlin zu erreichen.

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Riesen-Dank an Miriam, Jutta und alle Organisatoren und Helfer – es war toll!

Mont Saint Michel

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Wir teilen die Fahrt von Berlin in den äussersten Westen des europäischen Festlandes in Etappen und übernachten an der Grenze zur Bretagne im Hotel Rose an der ‘Rue du Saint-Michel’. Mit vom Hotel bereitgestellten Fahrrädern kann man in 25 min die Couesnon bis zur Mündung hinunter und über die Brücke zum Mont Saint-Michel fahren.

Saint Malo

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Am Vormittag reicht die Zeit für einen Rundgang auf der Stadtmauer von Saint Malo und einem kurzen Abstieg zum Strand.

Strand

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Schließlich erreichen wir den Campingplatz an unserem Urlaubsort Telgruc auf der ‘Ile de Crozon’, der Mittleren der 3 Halbinseln, die das Département ‘Finestère’ – das Ende der Erde – bilden. In der Gezeitenzone am ‘Plage de Trez Bellec’ sind die Felsen mit Muscheln überwachsen, durch die kleinen Pfützen in den Mulden ziehen Seeschnecken und laufen kleine Krebse.

 

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In einer Strandbar – dem von netten Menschen betriebenen ‘Titi Twist Telgruc’ – kann man abends solche Miesmuscheln, wie die am Strand mit Fritten essen, Musik hören und Bier trinken.

Camping

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Am Campingplatz essen wir Baguette mit Ei oder Gegrilltes.

Küste

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Man kann auf markierten Wegen auf vielen Abschnitten die steile Küste entlanglaufen. Auf dem Weg zum ‘Pointe de Dinan’ führen immer wieder Pfade zu Stränden mit einigen wenigen Badenden, oder nur Kieseln und Felsen hinab.

 

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Neben der Mündung der ‘Aber’ ist der Felsen in Richtung der schräg aufgefalteten Schichtung zu einer Reihe merkwürdig gerundeter Kanäle ausgewaschen.

Schiffe

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Im Port Rhu in Douarnenez gibt es ein Hafenmuseum. Ich treffe mich dort mit dem Wiesbadener Zeichner Jörg Asselborn, der zufällig ebenfalls mit seiner Familie in der Bretagne urlaubt – im Haus besuchen wir eine tolle Ausstellung zum Holzbootsbau und im Hafen einige Schiffe, wie den Hafenschlepper St. Denys.

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In Camaret im Nordwesten der Halbinsel liegen hafenseitig an der Mole einige aufgegebene Fischerboote. Bei einigen lösen sich die ersten Planken, von anderen ist fast nur noch das Holzskelett übrig. Unter den rostenden Aufbauten befindet sich bei Allen ein hölzerner Rumpf.

Argol

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In Argol im Inneren der Halbinsel besuchen wir das ‘Musée des Vieux Métiers’ – Männer und Frauen im Rentenalter demonstrieren und erklären traditionelle Handwerkstechniken wie Spinnen, Weben, Schmieden etc. Der Holzschuhmacher ist nicht da, so dass ich ungestört seine Werkstatt zeichnen kann, in der um die Kopierfräse zum Arbeiten der Aushöhlung Werkstücke in unterschiedlichen Fertigungsstadien rumliegen.

Telgruc

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Der Ort an dem sich unser Campingplatz befindet hat in seiner Mitte diese niedrige granitene Kirche, auf deren Westfassade ein durchbrochener Turmhelm thront. An einem Sonntag findet auf dem Platz neben der Kirche ein Flohmarkt statt.

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In dem Café neben dem Platz treffe ich mich an unserem letzten Urlaubstag mit der im Ort geborenen Zeichnerin Sylvie Bargain – wir zeichnen die ‘Moulin de Luzeoc‘, die weit sichtbar auf der östlichen Talseite steht und deren z.Zt. unbespannter Rotor auf das Meer gerichtet ist. Die Mechanik der Mühle wurde kürzlich rekonstruiert.

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An einer Strassenecke zeigt mir Sylvie die Quelle Saint Divy. In Ihren Abfluss ist ein mittelalterlicher Sarkophag integriert. Es soll gegen Nierenleiden (nicht gegen Rückenleiden, wie ich zunächst verstand und verkündete) helfen, wenn man sich hineinlegt (dabei sollte man gegen die Seelenheil gefährdende Nebenwirkung der wohl etwas diabolischen Heilwirkung kräftig beten).

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Ein fantastisches Konzert im Badenschen Hof.

Dank an Aki Takase und Rudi Mahall!

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Auf der Heimfahrt aus der Bretagne übernachten wir einmal in Paris im 15ten Arrondissement in der Nähe des Eiffelturm.

Am morgen vor dem Frühstück 20 min an der Kreuzung der Avenue Émile Zola | Rue Fondary in der Nähe des Hotels,

dann eine Bootsfahrt auf der Seine, bevor wir weiter Richtung Berlin fahren.

 

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Es ist warm und bis kurz vor Schluß (um 10) sitzen Menschen an den Tischen vor dem Fedora.